13. Juli 2024

HPP Architekten und ASTOC Architects and Planners: Erster Preis im VGV-Verfahren für „koelnmesse. Neubau der Unternehmenszentrale“

Düsseldorf (pm) – Die ARGE ASTOC HPP hat das von der koelnmesse GmbH ausgelobte VgV-Verfahren „koelnmesse. Neubau der Unternehmenszentrale“ gewonnen. In der einstimmig getroffenen Juryentscheidung heißt es: „Überzeugt hat der Entwurf der Planergemeinschaft ASTOC HPP vor allem durch die gute Setzung im städtebaulichen Kontext und den gelungenen architektonischen Auftritt als weiterer Eingang, der eine hervorragende Präsenz im Stadtraum entwickelt. Die Herausforderung der Kombination von interner Nutzung und Messebetrieb wurde hervorragend gelöst”.

Weiße Eleganz

Bereits seit einigen Jahren wird auf dem Gelände der koelnmesse gebaut und das insgesamt rund 40 Hektar große Messeareal fit für Messen und Veranstaltungen der Zukunft gemacht. Der Neubau für die Unternehmenszentrale der koelnmesse ist ein zentraler Baustein inmitten der derzeit bestehenden Hallen. Das denkmalgeschützte Hochhaus im Norden des Messegeländes, welches in den 60er Jahren von HPP geplant wurde, wird den zukünftigen Anforderungen der koelnmesse nicht mehr gerecht. Der Entwurf sieht nun einen neuen Baukörper auf der Südseite des Messegeländes vor, flankiert vom Eingang Süd und dem im Bau befindlichen Confex. Damit liegt die neue Unternehmenszentrale mitten im Geschehen und komplettiert mit seiner Fassade aus seidenmatt-weißer Keramikverkleidung das neue Erscheinungsbild der koelnmesse: weg von den rötlichen Backsteinbauten, hin zu weißer, schlichter Eleganz – so, wie bereits der Eingang Süd und Confex.

Für die Erschließung des viergeschossigen Gebäudes, das sich in einen Sockel und drei Bürogeschosse aufteilt, wird der Messebalkon nach Westen erweitert, sodass dieser in eine dem Eingangsgeschoss vorgelagerte Terrasse mündet, die wiederrum über eine Freitreppe mit dem Vorplatz und den Gassen der MesseCity verbunden ist.

Der Neubau ist von hoher Konnektivität geprägt. Über dem transparenten, von Höfen gegliederten Eingangsgeschoss befindet sich auf drei Ebenen die Arbeitswelt. Besucher und Mitarbeiter gelangen über den Messebalkon oder die große Freitreppe in das Foyer im 1. Obergeschoss. Hier erfolgt die Verteilung in öffentliche und interne Bereiche. Eine Magistrale leitet über zum Hub, dem zentralen Kommunikationsraum mit geschossübergreifendem Luftraum. Die Mitarbeiter finden im 1. Obergeschoss zudem Konferenzräumlichkeiten und die Kantine.

Grüne Spange

Die Arbeitswelt in den Obergeschossen ist um zwei Höfe herum gruppiert und höchst flexibel ausgelegt. Je nach Bedarf sind Openspace oder auch Zellenstrukturen möglich. Im Vordergrund steht die Vielfalt der Arbeitswelten, modular programmierbar auf Grundlage eines Rastersystems. Die neue Messezentrale ist durch und durch begrünt: Bereits die Magistrale wird begleitet von einer Spange grüner Höfe – die unterste Ebene der neuen terrassierten Innenwelt. Überlagert von den Erschließungselementen Foyer, Hub und dem Messerundgang, entsteht ein Gewebe aus Bewegungs- und Freiräumen – hell, grün und mit klarer Orientierung – bis hinauf zu den privaten, begrünten Dachlandschaften. Dabei stehen die Innenhöfe allen Mitarbeitern als Rückzugs-, Aufenthalts- und Erholungszonen zur Verfügung. Ein gesundes und kommunikatives neues Arbeitsumfeld.

Nachhaltigkeitsstrategie tradefairer der koelnmesse

Der Entwurf der neuen Unternehmenszentrale für die koelnmesse sieht eine Holzhybridkonstruktion für die Arbeitswelt in den Obergeschossen vor. Der hohe Vorfertigungsgrad wirkt sich positiv auf die Bauzeiten aus, darüber hinaus entsteht eine besonders warme Atmosphäre durch die gewählten Materialien im Innenraum. Auch die Pergola auf dem Dach ist als Holzkonstruktion ausgelegt und nimmt Photovoltaikmodule auf. Der Fokus auf natürlich, langlebige und wartungsarme Materialien gepaart mit einer modularen Bauweise legt die Basis für das Cradle-to-Cradle-Designprinzip. Die üppige Begrünung ist dabei ein sichtbarer Schritt im Stadtbild getreu der Strategie „tradefairer“. Sie schafft nicht nur Möglichkeiten zur CO2-Bindung, sondern auch Habitate für Vögel und Insekten und reduziert den Effekt von Hitzeinseln. Die neue Unternehmenszentrale der koelnmesse orientiert sich durch Materialwahl, Begrünung, technische Einbauten und soziale Aspekte bewusst auf allen Ebenen an nachhaltigen Maßstäben.

Quelle: HPP Architekten GmbH

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