20. Juni 2024

Doppelter Erfolg für Absolventen der Bauhaus-Universität Weimar im IT-Nachwuchswettbewerb


Weimar (pm) – Beim bundesweiten Wettbewerb für innovative, digitale Lösungen in der Bauwirtschaft »Auf IT gebaut« erzielten die Weimarer Absolventen Phil Niemeyer und Felix Roder in der Kategorie »Architektur« sowie Niklas Haschke in der Kategorie »Bauingenieurwesen« jeweils den ersten Platz. Die Arbeiten widmen sich wichtigen aktuellen Herausforderungen der Baubranche: der Digitalisierung, dem kostengünstigen Bauen und dem Erreichen der Klimaschutzziele. Die Preisverleihung fand statt am 18. April 2023 im Rahmen der Weltleitmesse für Architektur, Materialien, Systeme »BAU«.

Ausgezeichnet wurden die ehemaligen Architekturstudenten Phil Niemeyer und Felix Roder für ihre Semesterarbeit »Smart Allocate«, einem Softwaretool, das die Planung von bezahlbarem Wohnraum erleichtert. Niklas Haschke überzeugte mit seiner Open-Source-Software »Structural Web Tool«, die er auf der Grundlage seiner Abschlussarbeit im Konstruktiven Ingenieurbau entwickelte. Sie ermöglicht die Implementierung von Ökobilanzen in frühe Entwurfsphasen von Bauprojekten und damit die Einsparung von Ressourcen in den Bereichen Neubau und Bauen im Bestand.

Der Wettbewerb des RKW Kompetenzzentrums »Auf IT gebaut – Bauberufe mit Zukunft« steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und wurde im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Er wird von starken Partnerschaften aus der Bauwirtschaft mitgetragen und gefördert, darunter die Bundesarchitektenkammer, die Bundesingenieurkammer, der Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure e.V. und die Messe München.

Phil Niemeyer, Felix Roder

Semesterarbeit »Smart Allocate – Ein generatives System für den planungsoptimierten Bau von kostengünstigem Wohnraum« an der Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur und Urbanistik, Professur Informatik in der Architektur

Die Arbeit befasst sich mit dem Thema bezahlbarer Wohnraum und sucht die Lösung in einem algorithmenbasierten Tool. Dieses greift auf eine stets erweiterbare Datenbank von Grundrissvarianten zu, die für den kostengünstigen Wohnungsbau optimiert sind. Im entwerferischen Prozess sollen die Planenden eine größtmögliche Gestaltungsfreiheit erhalten und die städtebauliche Fügung des zu entwerfenden Gebäudes frei bestimmen können.

Langfristiges Ziel ist es, den Planungsprozess von der Entwurfsplanung bis hin zur Ausführungsplanung disziplinübergreifend zu standardisieren und zu verkürzen. Durch die Reduzierung von sich wiederholenden Prozessen können auch bei hochwertiger Architektur Ressourcen geschont und Kosten eingespart werden.
Die Jury lobt an der praxisnahen Arbeit besonders den innovativen Ansatz, der Planungsprozesse vereinfacht und beschleunigt sowie Baukosten senkt.

Beispiel für ein mit »SmartAllocate« automatisiert generiertes Gebäudemodell (c) Phil Niemeyer/Felix Roder

Niklas Haschke

Abschlussarbeit »Data Based Decisions in Early Design Stages« und Weiterentwicklung
Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Bauingenieurwesen, Professur Massivbau II / Bollinger+Grohmann

Dieser Wettbewerbsbeitrag stellt ein Werkzeug vor, das Webtechnologie und Open-Source-Tools nutzt, um unterschiedliche Varianten eines Gebäudes hinsichtlich der Entwurfsparameter wie Material, Tragsystem, Stützenraster und vielem mehr zu vergleichen. Dieser Vergleich bezieht nicht nur Kriterien des nachhaltigen Bauens wie den ökologischen Fußabdruck eines Gebäudes ein, sondern auch praktische Ergebnisse wie Baukosten. Auf diese Weise können bereits in den frühen Entwurfsphasen datenbasierte Entscheidungen getroffen werden. Durch die Umgehung kommerzieller Software liefert die Arbeit darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Demokratisierung von Planungsprozessen.

Die Jury hebt den Open-Source-Gedanken sowie die intuitive Benutzeroberfläche hervor, die das Werkzeug anwendungsfreundlich und praxisgerecht und in der frühen Entwurfsphase für Planende auch ohne Spezialwissen zur Ökobilanzierung nutzbar macht.

Anwendungsbeispiel des »Structural Web Tools« (c) Niklas Haschke

Pressemitteilung: Bauhaus-Universität Weimar

Weitere Artikel im Architekturblatt