6. Februar 2023

Kreislauffähig oder (nur) recycelbar: Welche Materialien im Bad sind wirklich nachhaltig?

Auch im Bad gilt es, verantwortungsbewusst zu planen und auf kreislauffähige Materialien und Produktlösungen zu achten. Badewannen, Duschflächen und Waschtische aus Stahl-Emaille von KALDEWEI erfüllen selbst höchste Anforderungen hinsichtlich Ressourcenschonung, Langlebigkeit und Kreislauffähigkeit. (c) Franz Kaldewei GmbH & Co. KG

Gastbeitrag – Nachhaltigkeit ist ein großes Thema unserer Gesellschaft. Sie bestimmt unser Verhalten und unsere heutige und zukünftige Lebensweise. Aber was genau ist „nachhaltig“? Im Ursprung bedeutete Nachhaltigkeit: es darf nicht mehr verbraucht werden als nachwachsen oder sich regenerieren kann. Moderne Synonyme zu Nachhaltigkeit sprechen von „Zukunftsfähigkeit“ oder von „Enkeltauglichkeit“. Beides sagt aus, dass unser heutiges Handeln die Chancen der nachfolgenden Generationen nicht mindert.

Nachhaltigkeit im Bad

Wie sieht es mit einigen im Bad üblichen Materialien hinsichtlich Nachhaltigkeit aus? Materialien aus der Natur wie Holz oder Naturstein lassen sich sehr gut recyceln oder sind biologisch abbaubar. Glas wird aus natürlichen Rohstoffen hergestellt und kann als Altglas immer wieder in den Produktionskreislauf zurückgelangen. Stahl ist vielleicht das kreislauffähige Material par excellence. Einmal hergestellt, kann es immer wieder ohne Qualitätseinbußen in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Stahl ist mit über 90 Prozent Recyclingquote vermutlich das führende Material nicht nur in der Sanitärbranche.

Stahl-Emaille, die Verbindung von Stahl und Glas, kombiniert die nachhaltigen Eigenschaften beider Materialen. Badlösungen aus Stahl-Emaille sind aus natürlichen Rohstoffen gefertigt, besitzen eine lange Lebensdauer und sind zu 100 Prozent kreislauffähig.

Dagegen sind solche aus Kunststoffen, wie Acryl oder Mineralguss, aus ökologischen und ökonomischen Gründen aktuell nicht kreislauffähig. Badprodukte aus diesen Materialien werden am Ende ihrer Nutzungszeit oft geschreddert oder thermisch recycelt – also einfach verbrannt. Eine erneute Nutzung des Materials ohne Qualitätsverlust im Sinne der Kreislauffähigkeit, wie es zum Beispiel bei Stahl-Emaille der Fall ist, ist hier nicht möglich.

 

Stahl-Emaille ist die Kombination von Stahl und Glas und verbindet die nachhaltigen Eigenschaften beider Materialen. Badlösungen aus Stahl-Emaille sind aus natürlichen Rohstoffen gefertigt, besitzen eine ausgesprochen lange Lebensdauer und sind am Ende zu 100 Prozent kreislauffähig. (c) Franz Kaldewei GmbH & Co. KG

 

Vergleichbarkeit und Transparenz durch EPDs

Die Schaffung von Transparenz sowie ein objektiver Standard sind Voraussetzungen für die Vergleichbarkeit von Materialien. Bereits etabliert haben sich Umwelt-Produktdeklarationen (EPD), die vom Institut Bauen und Umwelt e.V. IBU nach ISO 14025 und EN 15804 erstellt werden und als valide Datengrundlage für nationale und internationale Gebäudezertifizierungssysteme dienen. In einer EPD für Badprodukte werden transparent und überprüft nach EN 15804 für einen Quadratmeter Material die Umweltauswirkungen angegeben. So lassen sich verschiedene Materialien gegenüberstellen und bewerten.

Mit Hilfe der EPDs lässt sich auch der Umweltimpact für Badprodukte aus Stahl-Emaille, Acryl und Mineralguss ermitteln und die entsprechenden Werte für jeweils einen Quadratmeter jeden Materials miteinander vergleichen. So beträgt z.B. das Global Warming Potential unter Berücksichtigung der Recyclinggutschriften in Kilogramm CO2-Äquivalent für Stahl-Emaille 36,6 Kg, für Acryl 105 Kg und für Mineralguss 64,8 Kg.

Nachhaltige Projekte setzen auf Stahl-Emaille

Nachhaltigkeit wird in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen. Auch die Bauwirtschaft ist aufgefordert, ihren Beitrag auf dem Weg zur Klimaneutralität zu leisten. Und das geht nur mit nachhaltigen Lösungen, die unsere Ressourcen schonen, besonders lange in Gebrauch bleiben und am Ende vollständig kreislauffähig sind. Neue Entwicklungen, wie CO2 reduzierter Stahl, geben hier die Richtung vor. Mit bluemint® steel von thyssenkrupp verarbeitet z.B. Kaldewei schon heute einen Stahl, der einen um 70 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck besitzt.

 

Marcus Möllers (c) Franz Kaldewei GmbH & Co. KG

 

Gastbeitrag von Marcus Möllers, Corporate Communication & PR bei Franz Kaldewei GmbH & Co. KG, Ahlen