15. April 2024

ICONIC AWARDS 2024: Verantwortung im Design sorgt für gesellschaftlichen Wandel

Frankfurt (pm) – Die Preisträger:innen der ICONIC AWARDS 2024: Interior Products stehen fest. Die vom Rat für Formgebung verliehene Auszeichnung würdigt international herausragende Projekte im Produkt- und Möbeldesign. Erstmalig werden die Gewinnerinnen dieses Jahr im Rahmen der Milan Design Week am 17. April 2024 vom Rat für Formgebung an einem neuen Veranstaltungsort im Mailänder Stadtteil Brera geehrt. Vom 16. bis 21. April sind dort außerdem die Best-of-Best Projekte in einer digitalen Ausstellung zu sehen.

Eine hochkarätig besetzte Jury aus internationalen Expert:innen der Design- und Architektur- Branche, darunter Ester Bruzkus von Ester Bruzkus Architekten, Tobias Lutz von DAAily Platforms und Antonio Rodriguez von Matteo Thun & Partner, haben über 300 Einreichungen evaluiert und zahlreiche Innovationen für die Auszeichnung ausgewählt. Mit neun Hauptkategorien und den Sonderpreisen „Brand of the Year“ und „Creator of the Year“ spiegelt der Award eine repräsentative internationale Branchenexzellenz. Die Projekte inspirieren als Katalysator für fortschrittliche Entwicklungen Designerinnen und Hersteller weltweit.

Die Sonderpreisträger:innen zeichnen sich in diesem Jahr durch ihr besonderes Engagement für Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Veränderungen aus.

Design als Treiber neuer Diskurse: Formafantasma als „Creator of the Year“ ausgezeichnet

Das von den italienischen Designern Andrea Trimarchi und Simone Farresin gegründete Designstudio Formafantasma wurde von der Jury zum „Creator of the Year“ gewählt. Die Auszeichnung würdigt das besondere Designethos von Formafantasma, welches darauf abzielt, das Bewusstsein innerhalb der Gesellschaft für die natürliche Umwelt durch Design zu vertiefen. Dazu untersucht Formafantasma die gestalterische und materielle Perspektive von Räumen und Objekten und bewertet die gesellschaftliche Relevanz von Design. Ob Raum oder Produkt, kommerziell oder unabhängig – jedem Projekt liegt eine sorgfältige Recherche zugrunde, die den Ausgangspunkt für Form, Funktion und Inhalt der vielfältigen Designprojekte und Beratungsleistungen bildet. Mit einem breiten Spektrum an Projekten, von der Raumgestaltung über Produktdesign bis hin zur Beratung, zeichnet sich Formafantasma durch eine kohärente visuelle Sprache und transformative Designansätze aus. Ihre Arbeit für renommierte Marken wie Artek, FLOS und Prada sowie ihre kürzliche Ernennung zum Kreativdirektor des venezianischen Textilunternehmens Rubelli Group unterstreichen die Bandbreite und den wachsenden Einfluss ihrer Arbeit. Derzeit ist ein Projekt von Formafantasma im MOMA in New York zu sehen.

Die Jury zeigt sich beeindruckt von ihrer Arbeit: „Formafantasma mischt die Designwelt auf. Nicht durch visuelle Lautstärke, sondern – im Gegenteil –durch eine hohe Sensibilität und ein besonderes Gespür für Design, gepaart mit einer klugen Konsumkritik,“ so die Jury in ihrer Begründung der diesjährigen Auszeichnung. „Routinen durchbrechen, Gesetzmäßigkeiten hinterfragen, Diskussionen eröffnen: Damit treffen Andrea Trimarchi und Simone Farresin den widersprüchlichen Nerv der Zeit, welcher immer mehr auf Antworten für die Zukunft unseres Planeten drängt, aber bitte keinen Komfortverlust in Kauf nehmen mag. Erst denken, dann gestalten, lautet daher ihre Devise.“

Austellung „Oltre Terra“ by Formafantasma, im Auftrag des Nationalmuseums von Oslo
Foto Credit: Gregorio Gonella

Vibia Lighting wird „Brand of the Year“

Das 1987 gegründete spanische Unternehmen Vibia Lighting mit Sitz nahe Barcelona wird mit dem Sonderpreis „Brand of the Year“ ausgezeichnet. Vibia verdankt diese Anerkennung seiner herausragenden Markenführung, seinem erstklassigen Produktdesign und seinem starken Engagement für Nachhaltigkeit. Geschäftsführer und Inhaber Pere Llonch verfolgt diese unternehmerische Vision mit großer Kreativität, seine Zusammenarbeit mit renommierten Designern wie Stefan Diez, Sebastian Herkner und Arik Levy haben Vibias Positionierung als wichtige Kraft im internationalen Design deutlich gestärkt. Die Jury hebt besonders die Bemühungen des Unternehmens um Ressourceneffizienz hervor: Durch die Optimierung des Materialeinsatzes und die Entwicklung von Produkten, die sich leicht montieren und demontieren lassen, fördert Vibia Lighting die Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit der Produkte und beweist sein auf Langlebigkeit ausgerichtetes Entwicklungsbekenntnis. Internationale Beachtung hat Vibia für seine Neuinterpretationen verschiedener Leuchtenklassiker erhalten. Diese verdeutlichen die Facetten Vibias individueller Produktentwicklung: Bei Vibia rückt das Licht selbst in den Fokus, die Lichtquelle ist oftmals versteckt. Der Diffusor tritt als eindrucksvolle Skulptur hervor – etwa in „Guise“, einem schwerelos anmutenden Lichtzylinder aus Glas von Diez Office, oder Toan Nguyens Pendellichtsystem „Algorithm“.

Die Jury schwärmt in ihrer Ernennung von Vibia zur „Brand of the Year“: „Sinnliche Erfahrung mit technologischem Fortschritt zu verbinden und in einzigartiger, mitunter revolutionärer Form auszuführen – hierin liegt das konsequent verfolgte Bestreben der spanischen Leuchtenfirma, die sich ihren Platz im konkurrenzstarken Beleuchtungsmarkt selbstbewusst verdient. Mit einem Anspruch auf Zeitlosigkeit im Sinne einer langen Produktlebensdauer, dem bewusst sparsamen Einsatz von Materialien sowie reparierbaren und auf Kreislauffähigkeit hin optimierten Komponenten formuliert Vibia Lighting zudem sein klares Bekenntnis zum verantwortungsvollen Konsum.“

© Vibia Lighting PR

„Best of Best“: Zahlreiche Projekte beweisen Designexzellenz

Der ICONIC AWARD: Interior Products ehrt Design aus neun Interior-Bereichen von der Gebäudeausstattung bis zum Mobiliar für das Büro. Die höchste Auszeichnung „Best of Best“ wurde in diesem Jahr an 24 Projekte vergeben:

  • Im Bereich der Gebäudeausstattung überzeugten die unfit-Steckdosen-Serie von Prado Europe, die Türen ANYWHITE von Indoor Collection und Air von Rimadesio, das Vorhangsytem SMART.E von Design AG Frank Greiser & Brigitte Adrian und das Fingerprintmodul Gira Keyless in Fingerprint von Gira Giersiepen.
  • Im Möbel-Design wurde die Surfbench von KALD, Nicolene van der Walts N°6 Table Collection, der bewegliche Arbeitstisch Move der Arco Meubelfabriek und HofmanDujardin und das Wandregal KGT Wall Units von This is Util Ida ausgezeichnet.
  • In der Kategorie Leuchten setzten sich die Leuchten Yingzhu von Xiamen LEEDARSON Lighting, REFLEX2 Wall von serien Raumleuchten GmbH und Yonos von TRILUX gegen die Konkurrenz durch.
  • Das Wasser-Recycling Duschsystem GROHE Everstream von GROHE, die MN Accessoires von yellow design, das Außenbad MONOLITH von Padiglione, die kabellose In-Tank Toilette Avant von Roca Sanitorio überzeugten im Bereich Bad und Wellness.
  • Im Bereich Küche und Haushalt wurden die Glasserie KOYOI von blomus, die Modulküche CUBE der Faber & Söhne Küchenmanufaktur und die GROHE- Küchenarmatur GROHE smart Control Dual Spra von der Jury mit der Auszeichnung „Best of Best“ prämiert.
  • Überzeugend in der Kategorie Büro und Arbeitsplatz waren die Office Bänke LAYERS und das Regalsystem „P5“ von PALMBERG sowie der Abfallbehälter Etage von TreCe AB.
  • Im Bereich Wand, Boden, Decke wurden die Fliesen Solid Tones von V&B Fliesen ausgezeichnet.

Einen Überblick zu allen Projekten der Gewinner*innen erhalten Sie in der Online-Galerie.

Quelle: Stiftung Rat für Formgebung

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