25. Juli 2024

Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften fordern Abbau von Bürokratie

Hamburg (pm) – Hamburgs Wohnungsbaugenossenschaften haben die überbordende Bürokratie bei Neubauprojekten und bei der Sanierung von Wohnungsbeständen kritisiert.

„Ich schätze, dass die Bau- bzw. Sanierungskosten um zehn bis 15 Prozent gesenkt werden könnten, wenn die Stadt die seit vielen Jahren versprochene Entschlackung der Bauordnung endlich umsetzt“, sagte Matthias Saß, Vorstand der Allgemeinen Deutschen Schiffszimmerer-Genossenschaft und Vorsitzender des Vereins Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften, am Mittwoch auf der Jahresauftaktveranstaltung des Vereins im Beisein von Hamburgs Stadtenwicklungssenatorin Karen Pein.

Die Genossenschaften würden anerkennen, dass Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin sich für Entbürokratisierung und schlankere Baugenehmigungsprozesse stark mache. „Wir bieten der Senatorin an, bei der Suche nach verzichtbaren Regelungen zu helfen.

Auch der Prozess einer Baugenehmigung könnte beschleunigt werden. So wäre es sinnvoll, wenn es sogenannte ‚Genehmigungskonferenzen‘ gäbe, an der neben den Wohnungsunternehmen Vertreter aller Abteilungen der beteiligten Behörden teilnähmen und dessen Ende die Genehmigung erteilt würde.“

Mentalitätswechsel unverzichtbar

Notwendig sei zudem ein Mentalitätswechsel in den Behörden. „Wir brauchen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die am Gelingen eines Bauprojekts interessiert sind und ihre Aufgabe darin sehen, bei der Beseitigung von Hindernissen zu helfen“, sagte Matthias Saß.

Lange Genehmigungsverfahren und überbordende Bürokratie seien sehr kostspielig, sagte Matthias Saß weiter. „Das bringt gerade Wohnungsbaugenossenschaften, die ihren Mitgliedern bezahlbare Wohnungen in hoher Qualität anbieten wollen, in Schwierigkeiten. Die monatliche Nettokaltmiete liegt derzeit bei uns im Durchschnitt bei 7,32 Euro pro das ist keine ‚Luft’ für zusätzliche Kosten.“

Sinnvoll wäre auch, verstärkt auf seriellen Wohnungsbau und sogenannte Typengenehmigungen zu setzen. „Wenn es bundesweit einheitliche Vorgaben gibt, können einmal genehmigte Wohngebäude in deutlich kürzerer Zeit an unterschiedlichen Standorten umgesetzt werden.“

Peter Kay, Vorstand der Baugenossenschaft Freier Gewerkschafter (BGFG) und Vorstandsmitglied des Vereins, verwies in seinem Grußwort darauf, dass die Wohnungsgenossenschaften sich derzeit in einer ähnlich schwierigen Situation befänden wie im Jahr 2005, als der Wohnungsbau zum Erliegen gekommen sei. Seit 2005 hätten sich jedoch die Bau- und Grundstückskosten verdoppelt, während die Mieten lediglich um 30 Prozent gestiegen seien – genauso wie die Haushaltseinkommen.

Quelle: Verein Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften e. V.