22. Juni 2024

ZIA: Alternde Gesellschaft, wachsender Bedarf – Deutschlands Pflegeimmobilien im Blickpunkt

Berlin (pm) – Die Lage im Bereich der Gesundheitsimmobilien ist mehr als angespannt. Fachkräftemangel, gestiegene Kosten für Bau und Betrieb und zurückgegangene Investitionen in Pflegeimmobilien treffen auf eine wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen und eine grundsätzlich älter werdende Gesellschaft.

Wie gelingt eine würdevolle und angemessene Versorgung der alternden Gesellschaft bei gleichzeitig immer größer werdenden Herausforderungen? Orientierung bot der Tag der Gesundheitsimmobilie (TDG) im Auditorium Friedrichstraße.

In seiner Eröffnungsrede vor über 200 Gästen hob der Stellvertretende ZIA-Hauptgeschäftsführer Gunther Adler hervor: „Die gestiegenen Baukosten und Zinsen sowie die schwierige wirtschaftliche Lage der Träger der Altenpflege machen der Branche zu schaffen. Wegen rückläufiger Investitionen kommen nur sehr wenige neue Pflegeimmobilien dazu, die eigentlich so dringend benötigt werden. Es ist also höchste Zeit, die Weichen für die sich weiter verändernde Situation zu stellen.“

Es droht eine Unterversorgung in der Pflege älterer Menschen

Der ZIA sieht bei allen Problemen Hebel und Lösungen:

  • Investitionskostensätze müssen an gestiegene Anforderungen angepasst werden
  • Es braucht die Einführung einer bundeseinheitlichen Musterbauordnung für Pflegeheime
  • Die Immobilienwirtschaft ist bereit, ihren Beitrag zur Dekarbonisierung zu leisten. Allerdings bestehen bei Pflegeheimen Umsetzungshindernisse, die es zeitnah zu beseitigen gilt
  • Neben einem flächendeckenden und preislich differenzierten Angebot an Pflegeheimen braucht es auch alternative Wohnformen für Pflegebedürftige, wie betreutes Wohnen oder WGs
  • Ein breites differenziertes Wohn- und Pflegeangebot setzt eine differenzierte Anbieterstruktur voraus
  • Es müssen besondere Anstrengungen in der Erhöhung der Attraktivität pflegender Berufe, in der Anwerbung ausländischer Pflegefach- und Hilfskräfte und im Hinblick auf einen effizienten Personaleinsatz unternommen werden (Stichworte Entbürokratisierung, Digitalisierung, Fachkraftquote)

Dr. Rolf Bösinger, Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, und Ulla Schmidt, Bundesgesundheitsministerin a.D., bereicherten den Tag der Gesundheitsimmobilie um die politische Perspektive. Dr. Steffen Hehner, CEO der Alloheim Senioren-Residenzen, Reiner Nittka, CEO bei GBI, und Frank Böker, Vorsitzender der Geschäftsführung der Johanniter und viele andere gestalteten mit ihren Analysen und Impulsen den TDG mit.

Quelle: Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA)