8. September 2026

„Wohnungsmarkt im Saarland differenziert betrachten – und konkret handeln“

Saarbrücken (pm) – Innenminister Reinhold Jost hat die am 26. August veröffentlichte Pestel-Studie zum Wohnungsbedarf im Saarland eingeordnet. Die Darstellung eines flächendeckenden Wohnungsmangels greife aus Sicht der Landesregierung zu kurz und werde den besonderen Strukturen des saarländischen Wohnungsmarktes nicht gerecht.

„Wer über den Wohnungsmarkt im Saarland spricht, muss sich die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort anschauen. Pauschale bundesweite Berechnungen lassen sich nicht einfach auf unser Land übertragen“, sagt Jost.

Nach dem Zensus 2022 verfügt das Saarland über 525.384 Wohnungen. Die Eigentumsquote liegt bei 59,4 Prozent, die durchschnittliche Wohnungsgröße bei rund 107 Quadratmetern. Gebiete mit angespannten Wohnungsmärkten im Sinne des Baulandmobilisierungsgesetzes gibt es im Saarland nicht.

„Das bedeutet nicht, dass wir beim Wohnungsbau die Hände in den Schoß legen. Im Gegenteil: Wir handeln. Aber wir müssen die richtigen Probleme mit den richtigen Instrumenten angehen“, betont Jost.

Seit 2022 hat die Landesregierung die soziale Wohnraumförderung gezielt gestärkt. Die Zahl der geförderten Wohnungen stieg von 26 im Jahr 2022 auf 553 im Jahr 2025; das Fördervolumen von 2,59 auf 52,84 Millionen Euro. Bis Ende Juni 2026 wurden Förderungen für 313 Mietwohnungen mit rund 50,8 Millionen Euro bewilligt. Weitere 29 Vorhaben mit insgesamt 1.212 Wohnungen und Appartements befinden sich bei der SIKB im Antragsverfahren. Insgesamt sind aktuell mehr als 2.400 Wohnungen in Planung oder im Bau.

Parallel macht die Landesregierung Bauen einfacher und schneller. Seit Mai bieten sechs der acht nachnutzenden Unteren Bauaufsichtsbehörden das vereinfachte Baugenehmigungsverfahren und weitere digitale Antragsverfahren an. In Dudweiler entstehen erstmals seit rund 25 Jahren wieder 50 Sozialwohnungen.

Jost mahnt zugleich eine sorgfältige Einordnung von Studien an: „Bei der Bewertung von Studien kommt es entscheidend darauf an, welche Daten zugrunde liegen, wie die Berechnungen vorgenommen werden und ob die gewählte Methodik die Besonderheiten des jeweiligen Landes sachgerecht abbildet.“ Gerade beim Wohnungsmarkt müssten bundesweite Berechnungen deshalb mit den tatsächlichen Verhältnissen vor Ort abgeglichen werden.

„Wir brauchen eine seriöse Debatte über Wohnraum im Saarland – auf Grundlage belastbarer Zahlen und mit Blick auf die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort. Unsere Politik richtet sich danach, was die Menschen im Saarland tatsächlich brauchen“, so Jost.

Quelle: Ministerium für Inneres, Bauen und Sport