17. Juni 2024

Wohnungsbau schneller und bezahlbarer machen: GdW und Bundesbauministerium veranstalten Investorenkonferenz zum seriellen und modularen Bauen

Berlin (pm) – Mit dem seriellen und modularen Bauen den Wohnungsbau wieder in Fahrt bringen und ihn bezahlbarer machen. Das sind zwei wesentliche Ziele, die der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW und das Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gemeinsam mit weiteren Partnern mithilfe der seriellen und modularen Bauweise vorantreiben. Dazu find am 30. April in Leipzig eine Investorenkonferenz im Rahmen des Bündnisses bezahlbarer Wohnraum statt, auf der Experten über das bislang Erreichte sowie innovative Konzepte für den künftigen Wohnungsbau diskutieren.

Einen wichtigen Lösungsbaustein für mehr Tempo und Preisvorteile beim Wohnungsbau haben der GdW und seine Partner im Herbst 2023 mit der neuen Rahmenvereinbarung Serielles und Modulares Bauen 2.0 vorgelegt. Im Zuge eines europaweiten vergaberechtlichen Ausschreibungsverfahrens wurden 25 zukunftsweisende Konzepte für schnellen, kostengünstigen Wohnungsbau in hoher Qualität ausgewählt. Mitgliedsunternehmen des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW können die innovativen Wohnungsbaukonzepte von 20 Bietern und Bietergemeinschaften künftig realisieren und damit einen wesentlichen Beitrag für mehr bezahlbares Wohnen leisten.

Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: „Der seriellen, modularen und systemischen Bauweise gehört die Zukunft, denn sie erlaubt kostensparendes und schnelles Bauen. Durch Vorfertigungen lassen sich Bauzeiten verkürzen, Baumaterialien einsparen und der Fortschritt auf der Baustelle ist weniger abhängig vom Wetter. Serieller Wohnungsbau ist dabei heute grün, modern und abwechslungsreich. Mit nachhaltigen Baumaterialien wie Holz können schöne und helle Wohnungen entstehen, die sich individuell gestalten lassen. Es kann klimaverträglich und altersgerecht gebaut werden. Die gesamtwirtschaftliche Lage und die Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft verbessern sich wieder. Mit der heutigen Investorenkonferenz möchten wir die Bau- und Immobilienbranche ermutigen, gerade jetzt in den Bau von bezahlbarem Wohnraum zu investieren und Wege aufzeigen, wie das zu tragbaren Kosten gelingen kann.“

Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW: „Mit der zweiten Rahmenvereinbarung für seriellen und modularen Wohnungsbau haben wir als sozial orientierte Wohnungswirtschaft einen wesentlichen Lösungs-Baustein vorgelegt, um unseren Mitgliedsunternehmen einen Wiedereinstieg in den Neubau zu ermöglichen. Die auf Bundesebene eingerichtete Geschäftsstelle für serielles, modulares und systemisches Bauen und der gleichnamige Runde Tisch haben bislang gute Arbeit geleistet. Was jetzt noch fehlt, sind die passenden Finanzierungsbedingungen, um Wohnungsbau für die Mitte der Gesellschaft wieder möglich zu machen. Für einen echten Wohnungsbau-Turbo ist ein breit angelegtes Zinsverbilligungsprogramm mit einer Zinssubvention auf 1 Prozent notwendig. Im Gegenzug könnte die Wohnungswirtschaft dann abgesenkte Mieten von rund 12 Euro pro Quadratmeter in den Neubauten garantieren. Dieses Versprechen für bezahlbaren Wohnungsneubau braucht Deutschland.“

Prof. Dr. Guido Spars Gründungsdirektor der Bundesstiftung Bauakademie: „Seit September 2023 ist die Geschäftsstelle des „Runden Tisches zum seriellen, modularen und systemischen Bauen“ bei der Bundesstiftung Bauakademie angesiedelt. Wir sehen eindrucksvolle Potenziale bei dieser Bauweise, mit der Wohnraum schneller und kostengünstiger errichtet werden kann. Durch die Vorfertigung gibt es überdies Ressourceneinsparungen, weil mit dem Material effizienter umgegangen wird. Auch die Wiederverwendbarkeit der großformatigen Decken- und Wandelemente weist in Richtung der Kreislaufwirtschaft. Allerdings sollte das Serielle und Systemische nicht nur den Neubau betreffen, sondern auch für den Bestand in den Blick genommen werden. In der bisherigen Arbeitsphase des ‚Runden Tisches‘ wurden über 30 Maßnahmenideen, wie beispielsweise die Einführung von deutschlandweiten Typengenehmigungen, erarbeitet, die nun der Lenkungsgruppe des Runden Tisches vorgestellt werden.“

Hintergrund: Die Rahmenvereinbarung Serielles und modulares Bauen 2.0

In einem siebenmonatigen, komplexen und kostenintensiven Verfahren wurden von einer fachkundigen Jury unter Einbeziehung der Partner Bundesbauministerium und Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und unter Mitwirkung der Bundesarchitektenkammer die 25 besten seriellen und modularen Konzepte zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ausgewählt. Der GdW führt damit nach seiner Pionierleistung von 2018 das serielle und modulare Bauen jetzt in die nächste Generation.

Ein großer Vorteil des seriellen und modularen Wohnungsbaus ist die Zeitersparnis. Sie ergibt sich insbesondere dadurch, dass Teile der Projektausschreibung und -vergabe sowie der Planung eines vorgesehenen Wohnungsbaus durch die Rahmenvereinbarung und die darin angebotenen, durchgeplanten Konzepte vorweggenommen werden. Kürzere, effizientere Bauphasen dank der Vorfertigung von Bauteilen und ganzer Module bringen beim seriellen und modularen Bauen weitere wesentliche Zeitvorteile.

Die Rahmenvereinbarung gibt ein starkes Preissignal in den Markt, da die Baukosten bei rund der Hälfte der Angebote unter dem Medianwert von unter 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und damit deutlich unter den durchschnittlichen Preisen für Mehrfamilienhäuser in Deutschland aus 2022 liegen. Aufgrund der Vielfältigkeit der Angebote, die von Holzbau über Stahlbeton bis hin zu Hybridbauweisen reichen, liegt die Spanne der Angebotspreise für die innovativen Modellgebäude insgesamt zwischen 2.370 und 4.370 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Weitere Preisvorteile können zusätzlich durch Mengeneffekte generiert werden. Angesichts stark gestiegener und kurzfristig stark schwankender Baukosten garantiert die Rahmenvereinbarung zudem dringend notwendige Preissicherheit. Die in der neuen Vereinbarung für fünf Jahre festgeschriebenen Preise können nur auf Grundlage festgelegter Material- beziehungsweise Baupreisindizes angepasst werden.

Die Auswahl der Rahmenvertragspartner erfolgte nach ökonomischen Kriterien, wie Angebotspreis, Skaleneffekte, Liefergebiet, Lieferkosten und gleichgewichtet nach Kriterien der Kategorie Qualität und Innovation. Hier wurden Punkte für städtebauliche und gestalterische Qualität, funktionale und technische Qualität sowie die ökologische Qualität vergeben. Die ökologische Qualität der Angebote ging mit einem Anteil von einem Drittel nun deutlich gewichtiger in die Bewertung ein. Damit orientieren sich die Angebote auch an künftigen Förderkulissen und Nachhaltigkeitsanforderungen.

Die Bewertung der Angebote erfolgte auch mit Unterstützung der Bundesarchitektenkammer. Mit der Rahmenvereinbarung setzt der GdW eine konkrete Maßnahme aus dem ersten Bündnis bezahlbarer Wohnraum von 2017 um und entwickelt sie konsequent weiter.

Quelle: GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.