29. September 2022

Wohnimmobilienfinanzierungen werden die negativen Folgen des EU-Bankenpakets besonders spüren

Berlin (pm) – Nach Ansicht des Zentralen Immobilien Ausschusses, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, stellt der gestern vorgestellte Entwurf des Berichterstatters des Europäischen Parlaments Jonás Fernández (S&D, ES) eine deutliche Verschlechterung gegenüber dem ursprünglichen Umsetzungsvorschlag von Basel III dar. Von der Europäischen Kommission vorgesehene Übergangserleichterungen werden in dem Bericht wieder infrage gestellt. So sollen Übergangsregelungen für Wohnimmobilienfinanzierungen und die Anwendung des Infrastruktur-Unterstützungsfaktors nun an Nachhaltigkeitskriterien geknüpft werden. Außerdem sollen nach Meinung von Fernández Übergangsregelungen für bonitätsstarke Unternehmen ohne externes Rating nur für Unternehmen mit einem Umsatz bis 500 Mio. Euro gelten.

„Für eine Wohnraumoffensive braucht die Immobilienwirtschaft mehr Finanzierungsmöglichkeiten statt zusätzlicher Einschränkungen“, sagt ZIA-Vizepräsident Jochen Schenk. Nach den explodierenden Baukosten, der Einführung nationaler Kapitalpuffer für Wohnimmobilienfinanzierungen und der immensen finanziellen Herausforderungen aus dem Green Deal werden die Regelungen aus Basel III Immobilienfinanzierungen zusätzlich verteuern. „Übergangsregelungen müssen daher für sämtliche Wohnimmobilienfinanzierungen gelten, um eine künstliche Kreditklemme zu verhindern. Nur so können wir dem Ziel der Bundesregierung, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu bauen, ein kleines Stück näherkommen.“

Der Berichtsentwurf wird nun im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Parlaments (Econ) diskutiert. Eine Positionierung des Europäischen Parlaments wird frühestens im Herbst erwartet. Der ZIA wird den Legislativprozess intensiv verfolgen und steht dabei den europäischen Institutionen mit seiner und der Expertise seiner Mitglieder jederzeit zur Verfügung.

Pressemitteilung: Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA)