3. Dezember 2022

„Wir benötigen innovative Wohnungsbaukonzepte für unsere Städte!“

Bauindustrie Hessen erwartet keine konjunkturelle Trendwende in diesem Jahr

Wiesbaden (pm) – Die hessischen Baufirmen schauen wenig optimistisch in das neue Jahr. „Denn trotz guter Auftragslage ist die Produktion seit Monaten real rückläufig. Und eine Trendwende ist nicht in Sicht“, schätzt Dr. Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen, die aktuelle Situation der Branche in Hessen ein. So stieg, das sind die jüngsten Konjunkturzahlen, im hessischen Bauhauptgewerbe der Auftragseingang von Januar bis Oktober 2021 zwar um 18,1 Prozent (auf 5,131 Mrd. €) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, der Umsatz aber ging um 1,4 Prozent (auf 4,395 Mrd. €) zurück. „Die Zuwächse beim Auftragseingang zeigen zudem nicht die tatsächliche Situation, weil die Zahlen 2020 wegen der unkontrollierten COVID-Krise niedriger waren. Die hohen Preise und die Engpässe bei Baumaterialen sowie der Fachkräftemangel wirken sich negativ aus, da die Kosten bei den Baufirmen bleiben.“

Die anhaltende Pandemie vergrößert die Unsicherheit. Die hessische Bauindustrie begrüßt, dass die Bundesregierung den Neubau von 400.000 Wohnungen – statt bisher 380.000 – jährlich plant; der Bau von 100.000 Wohnungen bundesweit soll öffentlich gefördert werden. Die im Koalitionsvertrag festgelegten Instrumente sollen Anreize zur Planung geben und Baugenehmigungsverfahren vereinfachen. „Das ist überfällig! Aber mangelnder Wohnraum ist ein regionales und kommunales Thema. Wohnungen werden in den Großstädten benötigt. Die Lage in den meisten Städten wird sich verschärfen, wenn der ländliche Raum nicht wieder anziehend wird. Es fehlt vor allem an Bauland, die Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt werden. Und wir brauchen gleichzeitig für die großen Städte innovative Lösungen: bessere Nutzungskonzepte für leerstehende Häuser und bauliche Nachverdichtungen“, so Dr. Burkhard Siebert.

 

Pressemitteilung: Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.