15. August 2022

Wie sieht die Stadt der Zukunft aus?

Eröffnung der DBU-Ausstellung „Grün Stadt Grau“

Ob kreative Stadtplanung, das Schwammstadt-Konzept oder Energie-Alternativen: In der Ausstellung „Grün Stadt Grau“, die sich insbesondere an Jugendliche ab der 7. Jahrgangsstufe richtet, kann die Stadt der Zukunft hautnah erlebt werden. Schülerinnen und Schüler sollen dabei zum Mitdenken, Mitdiskutieren und Mitmachen angeregt werden. © Michael Münch/DBU

Osnabrück (pm) – Mehr als jeder zweite Mensch lebt in einer Stadt – Tendenz steigend. Wie urbane Gebiete zum Erreichen der Klimaschutzziele neu gedacht werden müssen, darum geht es in der Ausstellung „Grün Stadt Grau – nachhaltige StadtLandschaften“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Klimastiftung für Bürger – Klima Arena, Sinsheim, die am 2. Mai 2022 um 18 Uhr im DBU-Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) in Osnabrück eröffnet wurde.

Der urbane Raum in Deutschland wächst. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) kommen pro Tag etwa 52 Hektar Siedlungs- und Verkehrsfläche dazu – das sind mehr als 70 Fußballfelder. Dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zufolge werden in Städten etwa drei Viertel der weltweiten Energie und Ressourcen verbraucht und bis zu 70 Prozent der globalen Treibhausgase ausgestoßen. „Die nachhaltige und klimaschonende Zukunft der Städte ist ein zentrales, aber auch komplexes Thema“, sagt Olaf Lies, Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz in Niedersachsen. „Das fängt bei bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum an und hört bei nachhaltiger Mobilität noch lange nicht auf.“

Städte anfälliger für Auswirkungen des Klimawandels

Urbane Gebiete verursachen nicht nur Emissionen, sie sind laut BMZ zugleich anfälliger für Folgen des Klimawandels als der ländliche Raum. Durch versiegelte Flächen kann bei Starkregen beispielsweise Wasser nicht versickern, so dass Überschwemmungen drohen. Auch die gestiegenen Temperaturen seien etwa in Niedersachsen bereits spürbar: „Städte heizen sich schneller auf als das Umland“, so Lies. „Das führt besonders bei älteren Menschen und Kindern zu gesundheitlichen Problemen.“ Der Umwelt- und Bauminister sieht daher schnellen Handlungsbedarf: „Wir müssen uns vor Auswirkungen des Klimawandels schützen, das hat auch die dramatische Flutkatastrophe im Ahrtal gezeigt“, sagt Lies. „In Niedersachsen brauchen wir in den Städten der Zukunft kürzere Wege zwischen Arbeit, Wohnen, Freizeit- sowie Erholungsmöglichkeiten und mehr Grünflächen für eine höhere Artenvielfalt und kühlere Temperaturen.“ Des Weiteren müssen dem Minister zufolge Fahrradwege ausgebaut und „das Umland durch einen digitalisierten Nahverkehr mit der Stadt verbunden werden“.

Städte und Lebensformen der Zukunft

Für eine umweltschonende Stadtkonzeption im Kampf gegen die Klimakrise sind nach Worten von DBU-Generalsekretär Alexander Bonde Visionen und Experimentierfreude notwendig: „Das können alternative Materialien beim Hausbau sein wie Recyclingbeton, eine intelligente Regenwassernutzung als Schutz vor Überschwemmungen oder Seilbahnen als öffentliche Verkehrsmittel“, so Bonde. Diese Lösungen zeigten: „Eine nachhaltige Stadtplanung ist machbar und beginnt schon heute. Die Möglichkeiten, etwas positiv zu verändern, sind vielfältig“, sagt der DBU-Generalsekretär. Impulse zu innovativen Wohn- und Lebenskonzepten für einen öko-sozialen Wandel gibt nun die neue Ausstellung. „Besucherinnen und Besucher können sich an fünf interaktiven Stationen zum Beispiel Animationen zum Schwammstadt-Konzept anschauen oder am Quartierstracker eigene Stadtviertel planen, in denen Wohnraum, Natur und Freizeitmöglichkeiten im Gleichgewicht bleiben“, erklärt Dr. Cornelia Soetbeer, DBU-Abteilungsleiterin für Umweltkommunikation.

Begleitendes Schul- und Bildungsangebot

Was bei der Ausstellungseröffnung heute Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich des Städtebaus auf dem Podium diskutieren, können junge Besuchende bald selbst erfahren: „Die Ausstellung richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse“, so Soetbeer. „Jugendliche sollen zum Mitdenken, Mitdiskutieren und Mitmachen angeregt werden und eigene Ideen für eine Stadt der Zukunft entwerfen.“ Außerdem sollen Fortbildungen für Lehrkräfte und Fachvorträge angeboten werden.

Ausstellung auf Wanderschaft

Bis Frühjahr 2023 kann „Grün Stadt Grau“ in Osnabrück besucht werden. Vom 14. April bis 8. Oktober 2023 ist die Wanderausstellung in der Bundesgartenschau in Mannheim, ab 2024 im Naturerbezentrum auf Rügen zu sehen. Das Gemeinschaftsprojekt der DBU und der Klima Arena wurde von der Firma Tulp Design aus München gestaltet. Mehr Informationen unter: https://www.gruenstadtgrau.org/

Pressemitteilung: Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)