Frankfurt am Main (pm) – Wie kann Architektur Begegnung fördern, Barrieren abbauen und gesellschaftliche Teilhabe stärken? Als eine Antwort auf diese Frage entwarfen Studierende der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) ein inklusives, modulares und transportables Wasserhäuschen aus Holz. Ihre „WandelBar“ versteht sich als Demokratie-Kiosk: ein offener Ort für Begegnung, Dialog und gesellschaftliche Teilhabe auf kleinem Grundriss.
Im Rahmen der World Design Capital (WDC) Frankfurt RheinMain 2026 wird die WandelBar im Metzlerpark am Museum Angewandte Kunst (MAK) ihren Platz finden: Dort eröffnet mit einem Festival am 3. Juli 2026 die Ausstellung des WDC-Campus „dreams, ideas & prototypes“. Die Frankfurt UAS ist als eine von 13 Partnerhochschulen mit mehreren Projekten am WDC-Campus beteiligt. Das Wasserhäuschen dient ihr bis zum 9. August 2026 als Plattform für verschiedene Veranstaltungen, Aktionen und Begegnungsformate, die von Studierenden organisiert werden.
Von der Hochschulidee zur World Design Capital 2026
Enstanden ist die WandelBar im Sommersemester 2024 im Rahmen eines interdisziplinären Entwurfsprojekts des Master-Studiengangs Inclusive Design und Architektur. Die Aufgabe lautete, ein inklusives Wasserhäuschen zu entwickeln – keinen klassischen Kiosk, sondern einen niedrigschwelligen Treffpunkt für Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Bedürfnissen.
Aus vielen innovativen Konzepten der Studierenden wählte eine Jury, bestehend aus den Professorinnen Stefanie Eberding und Caroline Günther sowie Vertreter*innen des Architekturbüros Dietrich Untertrifaller und der Holzbaufirma Baumgarten GmbH, schließlich den Entwurf „WandelBar“ zur Realisierung als Prototyp aus. „Die WandelBar basiert auf den Prinzipien der Veränderbarkeit, Offenheit und Inklusion. Das Konzept versteht Architektur nicht nur als gebaute Struktur, sondern als Plattform für Austausch, Begegnung und gemeinschaftliches Handeln“, erläutert Prof. Stefanie Eberding, Professorin für Entwerfen, Gebäudekunde, Baukonstruktion.
Bereits im Frühjahr 2025 wurde die WandelBar für die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 eingereicht. Mit Erfolg: Unter rund 1.200 Bewerbungen wurde das Projekt, basierend auf der Idee der beiden Studierenden Kiana Khederzadeh und Mike Klimczak, ausgewählt und in das offizielle Programm aufgenommen. Eine Studierendengruppe entwickelte das WandelBar-Konzept schließlich weiter, gefertigt wurde der Kiosk in den Werkhallen der Baumgarten GmbH in Ebersberg (Oberbayern).
Ein Kiosk, der sich wandeln kann
Im geschlossenen Zustand ist der Kiosk ein 3 mal 3 Meter großer Holzkubus mit einer Laterne, die auf Veranstaltungen aufmerksam machen kann. Seine transluzente Hülle sorgt tagsüber für Oberlicht und viel natürliches Licht. Durch Klappmechanismen lässt sich der Kiosk öffnen und erweitern. Seine besondere Qualität ist die Wandelbarkeit: Als mobile und barrierefreie Kioskstruktur kann sie flexibel an unterschiedlichen Orten eingesetzt werden.
„Mit der WandelBar wird deutlich, wie studentische Entwurfsarbeit, interdisziplinäre Zusammenarbeit und gesellschaftliches Engagement zusammenwirken können, um neue Räume für Inklusion und Demokratie zu schaffen“, so Prof. Dr.-Ing. Caroline Günther, Professorin für Barrierefreies Planen und Bauen und Gebäudekunde.
Zahlreiche Forschungs- und Lehrprojekte der Frankfurt UAS beschäftigen sich mit Fragen der Teilhabe, der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit sowie der Gestaltung urbaner Räume. Insofern passt das WandelBar-Projekt sehr gut in das Konzept der diesjährigen WDC, die sich unter dem Motto „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ der Rolle von Gestaltung für demokratische Prozesse widmet und danach fragt, wie Design den Alltag fairer, zugänglicher und zukunftsfähiger machen kann.
Quelle: Frankfurt University of Applied Sciences