Berlin (pm) – Deutscher Fassadenpreis 2026 für VHF: Zwölf Nominierte spiegeln die Vielfalt zukunftsweisender Architektur wider
Die Qualität einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) bemisst sich heute mehr denn je an ihrer Fähigkeit, anspruchsvolle architektonische Gestaltung mit zukunftsfähigen Funktionen zu vereinen. Im Rahmen des 16. Deutschen Fassadenpreises für VHF hat die unabhängige Fachjury aus über 100 Einreichungen zwölf Projekte nominiert, die diesen Anspruch auf höchstem Niveau einlösen. Der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden – FVHF e.V. würdigt mit der Auswahl das breite Anwendungsspektrum der modernen Bauart: Neben den Kategorien „Bauen im Bestand“, „Das besondere Detail“ und „VHF-Funktionsfassade“ spiegelt sich der Wandel hin zu kreislauffähigen Materialien insbesondere in den Nominierungen für den erstmals ausgelobten „Sonderpreis VHF mit Holzbekleidungen“ wider.
Die nominierten Arbeiten, die allesamt zwischen Januar 2024 und Mai 2026 fertiggestellt wurden, spannen einen bemerkenswerten Bogen über unterschiedlichste architektonische Disziplinen. Das Feld reicht von urbanen Büro- und Verwaltungsbauten mit integrierter Photovoltaik über hochmoderne Forschungs- und Laborgebäude bis hin zu feinsinnig detaillierten Bildungsstätten, Kulturbauten und sozialen Einrichtungen. Diese typologische Vielfalt setzt sich in einer präzisen formalen Hülle fort, bei der das Zusammenspiel von Material, Profilierung und Kontext die Identität der Baukörper prägt.
Konstruktive Vielfalt und technische Exzellenz der Bauart VHF
Die nominierten Projekte demonstrieren eindrucksvoll die enorme Bandbreite und die gestalterischen wie funktionalen Potenziale moderner VHF-Systeme. Filigrane Lisenen, Lochbleche, großformatige Glasfaserbeton-Elemente oder handwerklich verarbeitetes Kupfer verleihen den Gebäuden ein plastisches Relief und sorgen für eine klare Ablesbarkeit von Alt und Neu im Dialog mit dem Stadtraum.
Dabei repräsentieren die ausgewählten Arbeiten die Kernkompetenzen der vorgehängten hinterlüfteten Fassade in überdurchschnittlichem Maße und spiegeln die Bewertungskriterien der Fachjury wider: Sie vereinen höchste architektonische Gestaltung und gestalterische Qualitäten mit technischer Innovationskraft, die sich heute insbesondere in zukunftsweisenden Zusatzfunktionen wie integrierter Photovoltaik oder urbaner Begrünung zeigt. Als wegweisende Lösungen überzeugen die Fassaden zudem in den Bereichen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit durch hohe Energieeffizienz, durchgängige Kreislauffähigkeit sowie anspruchsvolle Zertifizierungen, was nicht zuletzt durch den neuen Sonderpreis für Holzbekleidungen unterstrichen wird.
Die zwölf Nominierten im Überblick
Kategorie: Bauen im Bestand
- Theaterwerkstätten Eisenach
o Architektur: Büro Voigt - Erweiterung und Sanierung der Kraichgau Realschule Sinsheim
o Architektur: Michel + Wolf Architekten Freie Architekten BDA - Sanierung und Erweiterung MEERESMUSEUM Stralsund
o Architektur: Reichel Schlaier Architekten GmbH
Kategorie: Das besondere Detail
- Bürgerzentrum Alte Feuerwache – Stadtteilwerkstatt für Holzarbeiten, Köln
o Architektur: Bachmann Badie Architekten - Biotechnologiezentrum Tübingen
o Architektur: RIEHLE KOETH - Berliner Hochschule für Technik (Instituts- und Laborgebäude), Berlin
o Architektur: Thomas Müller Ivan Reimann
Kategorie: VHF-Funktionsfassade
- PREVIER – Präventionszentrum von BGW und VBG, Hamburg
o Architektur: Auer Weber Assoziierte GmbH - Schulmensa und Stadtteilzentrum Pasewalk
o Architektur: augustinundfrank/Winkler Architekten PartmbH - B-One, Neubau der Berlin Hyp, Berlin
o Architektur: C.F. Møller Deutschland GmbH
Sonderpreis: VHF mit Holzbekleidungen
- Wohn- und Bürogebäude „Vinzent“, München
o Architektur: allmannwappner gmbh - Übernachtungsschutz und medizinische Einrichtung Lotte-Branz-Straße, München
o Architektur: Hild und K - Haus im Park, Berlin
o Architektur: Modersohn & Freiesleben Architekten Partnerschaft mbB
Preisverleihung im Oktober in Berlin
Die renommierte Auszeichnung ist mit einem Gesamtpreisgeld von 10.000 Euro dotiert, das zu gleichen Teilen auf die drei Hauptkategorien sowie den Sonderpreis für Holzbekleidungen verteilt wird. Die Auswahl der nominierten Projekte erfolgte durch eine hochkarätig besetzte, unabhängige Fachjury. Unter dem bewährten Vorsitz von Reiner Nagel (Bundesstiftung Baukultur) setzten sich Prof.’in Mikala Holme Samsøe (Ensømble Studio Architektur), Dr.-Ing. Simon Banakar (Staab Architekten), Tim Bauerfeind (TRU Architekten), Christoph Jopp (Knoche Architektur), Heiko Sasse (soll sasse architekten) sowie Johann Simons (PASZTORI SIMONS ARCHITEKTEN) intensiv mit den eingereichten Arbeiten auseinander, um die überzeugendsten Lösungen für die Endrunde zu bestimmen.
Welche der nominierten Lösungen schlussendlich mit dem Deutschen Fassadenpreis für VHF ausgezeichnet werden, wird erst im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am 15. Oktober 2026
Quelle: Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e. V.