Berlin (pm) – Wer in der Baubranche etwas bewegt, war dabei: Knapp 500 Entscheider, Vordenker und Innovationspartner aus Bau- und Immobilienwirtschaft, Wohnungswirtschaft, Industrie, Start-up-Szene und Politik kamen am 14. und 15. September 2026 zum ersten NFG Zukunftsgipfel im Estrel Congress Center Berlin zusammen.
Der Anspruch des Gipfels war klar: Vom Problem zur Lösung. Vom Einzelkämpfer zur Teamarbeit. Und die zentrale Botschaft der zwei Tage lautete: Die Lösungen und kreativen Köpfe sind da. Was wir jetzt brauchen, sind das richtige Netzwerk und den Mut, gemeinsam etwas zu verändern.
Für einen fesselnden Auftakt sorgten Prof. Dr. Werner Sobek mit seiner Keynote sowie Dr. Peter Ramsauer mit seinem Grußwort. Beide setzten früh wichtige Akzente für die Diskussion über die Zukunft des Bauens, Wohnens und Wirtschaftens. Im weiteren Verlauf des Gipfels brachten zahlreiche prominente und einflussreiche Speaker aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Praxis auf drei Bühnen ihre Perspektiven ein.
Im Mittelpunkt standen die großen Herausforderungen der Branche: Wie lassen sich Baukosten wirksam senken? Wie kann schneller, effizienter und zugleich nachhaltiger gebaut werden? Und welche Lösungen stehen bereits heute zur Verfügung? Nicht zuletzt beim Thema Defense, also für die Investitionen in die Infrastruktur der Bundeswehr.
Eine wichtige Antwort liegt in der seriellen Vorfertigung, im modularen Bauen und in der Holzhybridbauweise. Was heute bereits möglich ist, wird in Zukunft noch stärker zum zentralen Bestandteil der Bauwirtschaft werden. Vorfertigung kann Abläufe beschleunigen, Qualität sichern, Schnittstellen reduzieren und Kosten besser kalkulierbar machen.
Dabei reicht es nicht aus, ausschließlich den eigentlichen Bauprozess zu betrachten. Die Diskussion um Baukosten muss den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes einbeziehen – von der Planung und Produktion über Transport und Montage bis hin zu Betrieb, Umnutzung und Rückbau. Auch die Frage nach funktionierenden Materialkreisläufen und zirkulärem Bauen gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung. Nachhaltigkeit beginnt nicht erst auf der Baustelle und endet nicht mit der Fertigstellung eines Gebäudes.
Ein weiterer zentraler Zukunftstreiber ist die Künstliche Intelligenz. Sie zieht mehr denn je in die Bau- und Gebäudewirtschaft ein – etwa bei der TGA-Planung, bei Kostenschätzungen, in der Gebäudesteuerung oder bei der Auswertung von Projektdaten. KI kann Entscheidungen früher und fundierter vorbereiten, Prozesse verschlanken, Zeit sparen und Kosten deutlich senken. Damit wird sie zu einem wichtigen Werkzeug, um die Branche effizienter und wettbewerbsfähiger zu machen.
Wie viel Kreativität, Innovationskraft und Unternehmergeist in der Branche stecken, zeigte die NFG Startup Arena. Zehn ausgewählte junge Unternehmen präsentierten dort neue Technologien, digitale Geschäftsmodelle und konkrete Lösungen für aktuelle Herausforderungen. Die Bandbreite reichte von KI-gestützter TGA-Planung und digitalen Baukostenschätzungen über vorgefertigte Wärmepumpensysteme bis hin zu Gebäudeautomation, schadstoffgeprüften Bauproduktdaten und intelligentem Feuchte- und Leckagemonitoring. Die Startups machten deutlich: Die Zukunft des Bauens entsteht nicht nur in den etablierten Unternehmen, sondern auch in neuen Ideen und mutigen Geschäftsmodellen.
Auch die Industriepartner nutzten den Zukunftsgipfel, um Produkte, Lösungen und Services zu zeigen und mit Entscheidern aus der Branche ins Gespräch zu kommen. So wurde der Kongress zur Plattform für Austausch, Diskussion und konkrete Vernetzung. Schon während der Veranstaltung wurden zahlreiche Gespräche vertieft und erste Termine für gemeinsame Innovationsvorhaben vereinbart.
Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des NFG Zukunftspreises VESTA. Ausgezeichnet wurden herausragende Projekte, Unternehmen, Start-ups und Persönlichkeiten, die beispielhaft zeigen, wie die Zukunft des Bauens bereits heute gestaltet werden kann. Die Preise wurden in den Kategorien Wohn- und Immobilienprojekte, Nachhaltigkeit, Energie und Gebäudetechnik sowie „Startup des Jahres“ vergeben. Als besonderes Highlight wurden außerdem drei Persönlichkeiten für ihr Lebenswerk geehrt.
DIE GEWINNER AUF EINEN BLICK:
KATEGORIE WOHN- UND IMMOBILIENPROJEKTE:
DAS MOORITZ – mooriges Wohnen mit Kraut & Radl in Gauting!
Das MOORITZ ist eines von nur 19 bayerischen Pilotprojekten des Gebäudetyps E und verbindet bezahlbaren Wohnraum mit Holz-Hybridbauweise, CO₂-reduzierten und biobasierten Baustoffen, Kreislaufwirtschaft sowie einem nachhaltigen Mobilitätskonzept.
KATEGORIE NACHHALTIGKEIT:
Das umzugsfähige Hallenbad AQUABOX in Stuttgart-Zuffenhausen
Hier handelt es sich um ein vollwertiges Hallenbad aus Holzmodulen, das nicht nur rückbaubar ist, sondern tatsächlich an mehreren Standorten eingesetzt werden soll – inklusive Becken, Technik und Gebäudehülle.
KATEGORIE ENERGIE UND GEBÄUDETECHNIK:
Die Überseeinsel in Bremen!
Auf der Überinsel in Bremen wird Energie zum Heizen und Kühlen aus dem Wasser der Weser gewonnen. Wind- und Solarstrom treiben Wärmepumpen an, große Warm- und Kaltwasserspeicher verschieben den Energieverbrauch in Zeiten, in denen erneuerbarer Strom verfügbar ist.
STARTUP DES JAHRES – Publikumsvoting für Vaestro
Zehn Unternehmen präsentierten auf der Bühne innerhalb von 60 Sekunden ihre Idee – danach stimmte das Publikum ab. Die meisten Stimmen entfielen auf Vaestro. Vaestro übernimmt die Investitionskosten in Ihre neue Wärmepumpe – und kümmert sich um Planung, Installation und laufenden Betrieb der Anlage.
VESTA FÜR DAS LEBENSWERK:
Den Preis für das Lebenswerk erhielten drei Menschen mit drei sehr unterschiedlichen Wegen – und drei Geschichten darüber, wie man Zukunft gestalten kann.
Den Anfang macht ein Unternehmer, der den Traum vom eigenen Haus für Zehntausende Menschen erreichbar gemacht hat: Jürgen Dawo. Dawo verbindet gesellschaftliches Engagement mit sozialer Verantwortung und Unternehmergeist und gründete mit Town&Country das größte Franchise-Konzept im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser.
Der zweite Preisträger zeigt, dass Zukunft nicht immer bedeutet, neu zu bauen. Manchmal entsteht sie genau dort, wo schon etwas da ist – wenn man Bestehendes neu denkt und Stadt weiterbaut. Für diese Haltung und für ein Werk, das architektonische Qualität mit sozialer Verantwortung verbindet, ehrte NFG Stefan Forster.
Der dritte Preisträger hat gleich zwei Welten geprägt – und vor allem gezeigt, was entstehen kann, wenn Erfindergeist auf gesellschaftliche Verantwortung trifft. Sein Weg führte von moderner Logistik zu einer Bauidee, die mit lokalen Rohstoffen bezahlbaren Wohnraum möglich machen will: Dr. Gerhard Dust.
Der NFG Zukunftsgipfel war deutlich mehr als ein klassischer Kongress. Er war eine Netzwerkplattform für wirtschaftliches, effizientes und zukunftsweisendes Bauen – an einem eindrucksvollen Ort, mit einem Gastgeber, der seine Stärke als Vernetzer sichtbar unter Beweis gestellt hat. Viele Gäste waren sich einig: Diese außergewöhnliche Premiere hat es in dieser Form noch nicht gegeben.
„Wir haben gelernt, zugehört und verstanden. Wir verstehen uns als Branchenmoderator mehr denn je und sind dankbar für das überwältigend positive Feedback des Marktes zum NFG Zukunftsgipfel. Ausdrücklich stolz sind wir auf die Premiere der VESTA, die als Branchenpreis der Bau- und Immobilienwirtschaft heute schon zeigt, wie wir die großen Themen bewältigen können“, betonen die beiden NFG-Geschäftsführer Tim Kaufmann und Christian Michalak.
Doch der Zukunftsgipfel endet nicht mit dem Schlussapplaus. Mit einem Lösungsreport sollen die wichtigsten Impulse, Ideen und konkreten Ansätze gebündelt werden, damit aus dem Reden direkt das Handeln wird.
Denn die Zukunft entsteht nicht irgendwann. Sie entsteht dort, wo Menschen sich vernetzen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam ins Machen kommen.
Quelle: NFG Netzwerk für Gebäudetechnik