Berlin (pm) – Die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), Sabine Poschmann, hat heute in Berlin die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs „Aus LEER wird MEHR“ bekannt gegeben. Neben einem Preisgeld von jeweils 1.500 Euro erhalten die Preisträgerinnen und Preisträger ein professionell produziertes Imagevideo für ihr Projekt.
Der Wettbewerb stieß bundesweit auf großes Interesse: Insgesamt gingen 137 Beiträge aus ganz Deutschland ein. Sie zeigen die Vielfalt an Ideen, mit denen leerstehende Gebäude und Quartiere in ländlichen Räumen wieder zu lebendigen Orten für Wohnen, Versorgung und soziales Miteinander entwickelt werden können. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) setzte den Wettbewerb im Auftrag des BMWSB um.
Bei der Preisverleihung betonte Poschmann, die große Zahl und Bandbreite der Einreichungen zeige, wie stark das Thema Leerstand insbesondere ländliche Regionen beschäftige. Die ausgezeichneten Projekte machten zugleich deutlich, dass Leerstand überall dort neue Perspektiven eröffne, wo lokales Engagement, überzeugende Konzepte und Ausdauer zusammenkämen. Die prämierten Beispiele hätten damit weit über ihre Standorte hinaus Vorbildcharakter.
Sabine Poschmann: „Wo heute Leerstand ist, kann morgen wieder Leben sein. Jede ungenutzte oder leerstehende Immobilie ist eine verpasste Chance für lebendige Orte, neues Wohnen und starke Gemeinden. Deshalb unterstützen wir Akteure dabei, gute Strategien und Lösungen umzusetzen. Die heute ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie aus Leerstand durch Innovation, Zusammenarbeit und Engagement wieder Zukunft und Zusammenleben entstehen kann. Den Preisträgerinnen und Preisträgern gratuliere ich ganz herzlich.“
Die Preisträger 2025
Blankenhain (Thüringen): Ein Wohnquartier erfindet sich neu
Die kommunale jenawohnen GmbH hat ein von Leerstand und negativer Wahrnehmung geprägtes Wohnquartier durch gezielte Aufwertungsmaßnahmen, eine Imagekampagne, Veranstaltungen im Quartier und die aktive Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner erfolgreich neu belebt. Der Erfolg ist messbar: Seit 2022 gibt es im Quartier „Wohnen am Lindenpark“ keinen Leerstand mehr.
Sabbenhausen (Nordrhein-Westfalen): Von der Dorfgaststätte zum Treffpunkt für alle Generationen
Der Förderverein Sabbenhausen e. V. hat die lange leerstehende Gaststätte „Zum Klosterberg“ zu einem Mehrgenerationentreffpunkt mit Wohnraum umgebaut. Mehr als 10.500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit der Dorfgemeinschaft machten das Projekt erst möglich. Das Gebäude ist heute wieder sozialer Mittelpunkt des Ortes und stärkt den Zusammenhalt sowie die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde.
Goldberg (Mecklenburg-Vorpommern): Das alte Brunnenhotel erhält eine neue Aufgabe
Die Wohnungsgesellschaft Goldberg GmbH hat ein lange leerstehendes, denkmalgeschütztes Hotel zu einem Baustein des neuen städtischen Gesundheitszentrums entwickelt. Entstanden sind eine Tagespflegeeinrichtung und eine Demenz-Wohngemeinschaft. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) wurde ein Ort geschaffen, der Wohnen, Pflege und medizinische Versorgung verbindet und neue Impulse für die Entwicklung des historischen Stadtkerns setzt.
Über den Wettbewerb
Der Wettbewerb „Aus LEER wird MEHR“ ist Teil der Handlungsstrategie Leerstandsaktivierung des BMWSB und wird im Rahmen des Programms „Region gestalten“ als Begleitmaßnahme zur Online-Plattform Potenzial-Leerstand.de durchgeführt. Ziel ist es, innovative Projekte und Initiativen zur Aktivierung von Leerständen für Wohnraum in ländlichen Räumen sichtbar zu machen, Lösungsansätze aufzuzeigen und zum Handeln zu inspirieren.
Neue Wettbewerbsrunde 2026 gestartet
Am 19. Juni 2026 hat das BMWSB gemeinsam mit dem BBSR die neue Wettbewerbsrunde gestartet. Kommunale und private Wohnungsunternehmen, Städte und Gemeinden, Landkreise, Genossenschaften, soziale und kirchliche Träger, zivilgesellschaftliche Initiativen und Vereine sowie engagierte Privatpersonen können bis zum 15. Juli 2026 ihre Beiträge zur Aktivierung von Leerständen einreichen. Besonders willkommen sind Beiträge aus Regionen, die in besonderem Maße von Leerständen betroffen sind.
Quelle: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung