Wien (pm) – Nicht der Mangel an Daten, sondern die fehlende Verbindlichkeit ihrer Nutzung bremst die Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft. Zu diesem Schluss kommt eine Arbeitsgruppe der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) in ihrem neuen Positionspapier „Vom Datenpunkt zur Entscheidung: Einheitliche Datenerfassung als Grundlage zukunftsfähiger Immobilien“.
Hintergrund ist der wachsende regulatorische Druck durch EU-Taxonomie, CSRD und die novellierte EU-Gebäuderichtlinie (EPBD). Diese verlangen valide, lebenszyklusbezogene Gebäudedaten – während die Datenlage in Österreich derzeit stark fragmentiert ist.
Als Lösung empfiehlt die Arbeitsgruppe einen einheitlichen Ordnungsrahmens, wie ihn in Deutschland die DIN SPEC 91475 für digitale Gebäudedaten über den gesamten Lebenszyklus bereits vorgibt. Davon profitieren Eigentümer.innen und Verwalter:innen durch fundierte Entscheidungsgrundlagen, Investor:innen durch die Erfüllung von ESG-Pflichten, Nutzer:innen durch transparentere Abrechnungen und die öffentliche Hand durch belastbare Daten unserer bebauten Umwelt.
Konkret formuliert die Arbeitsgruppe sieben Forderungen, darunter die verpflichtende Bereitstellung standardisierter Gebäudedaten, den Aufbau einer zentralen europäischen Gebäudedatenbank, die vollständige Digitalisierung von Energieausweisen sowie die systematische Rückmeldung der Gebäudeperformance durch Netzbetreiber an die Eigentümer.
Das vollständige Positionspapier steht auf der ÖGNI Website zum Download bereit.
Quelle: ÖGNI – Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft