3. Mai 2026

Vom Daten-Silo zum One Model: Autodesks Lösung für das neue BMW Group Werk in Niederbayern

BMW Group Werk Irlbach-Straßkirchen © BMW Group
BMW Group Werk Irlbach-Straßkirchen © BMW Group

München (pm) – Autodesk und BMW Group zeigen im BMW Group Werk Irlbach-Straßkirchen, wie sich die Inbetriebnahme eines hochkomplexen Industrieprojekts radikal verschlanken lässt. Und zwar nicht mit mehr Personal vor Ort, sondern mit einem konsequent digitalen One-Model-Ansatz. Für das neue Werk zur Montage von Hochvoltbatterien wurde die Inbetriebnahme, Abnahme und Übergabe (IAÜ) erstmals vollständig in der Autodesk Forma abgebildet.

Parallele Dokumentationen, endlose Excel-Listen und E-Mail-Ketten waren genau das, was die Projektpartner Autodesk und BMW Group bei der Inbetriebnahme, Abnahme und Übergabe (IAÜ) des neuen Werks zur Montage von Hochvoltbatterien in Irlbach-Straßkirchen vermeiden wollten. Deshalb setzt man auf einen One-Model-Ansatz. Und das erfolgreich. 62 Fachmodelle wurden in einem einzigen, digitalen Koordinationsmodell in Autodesk Forma zusammengeführt. Dieses Modell ist während der gesamten IAÜ von der technischen Gebäudeausrüstung über die Produktionsanlagen bis zur Infrastruktur der gemeinsame Referenzpunkt für alle Beteiligten. Die Folge: Rund 25.000 bislang manuelle Informationsanfragen zur Datenübergabe konnten entfallen, etwa 450 Arbeitsstunden wurden eingespart und die Übergabeprozesse blieben termingerecht.

Vom koordinierten Modell zu verwertbaren Betriebsdaten in SAP und EAM

Architektonisch relevant ist dabei vor allem, wie das digitale Gebäudemodell mit der Betreiber-IT verknüpft wurde. Die Übergabedaten werden in  Autodesk Forma systemgestützt so strukturiert, dass sie sich automatisiert in nachgelagerte Systeme wie SAP/RE‑FX und EAM überführen lassen. Damit werden aus modellbasierten Informationen ohne Medienbrüche, Doppeleingaben oder nachträgliche Konsolidierung in Tabellen belastbare Stammdaten für den Gebäudebetrieb. Ergänzend liefern autonome Drohnenscans ortsbezogene Bestands- und Kollisionsdaten, die mit dem Modell abgeglichen werden und so eine zusätzliche Qualitätssicherung ermöglichen.

Konzeptionell folgt das Projekt dem Prinzip des „Outcome-Based BIM“. Kriterien wie die Frage, welche Anlagen, Flächen, Räume und technischen Objekte in welcher Qualität und Struktur an den Betrieb übergeben werden müssen, werden vorab festgelegt, im Modell abgebildet und in der Plattform über den gesamten IAÜ-Prozess hinweg nachverfolgt. Prüfmechanismen und Workflows sorgen dafür, dass alle Anforderungen rechtzeitig erfüllt sind und die Daten in der benötigten Form in die Unternehmenssysteme einfließen.

Blaupause für kommende Projekte

Für Architektur- und Planungsteams eröffnet dieser Ansatz neue Spielräume: Wenn Planungs-, Bau- und Betreiberperspektive frühzeitig in einem gemeinsamen Modell zusammengeführt werden, lassen sich spätere Anpassungs- und Abstimmungsrunden deutlich reduzieren. Das Werk Irlbach-Straßkirchen gilt damit als Best-Practice-Beispiel für eine durchgängig digitale IAÜ. 

Quelle: Autodesk GmbH