Berlin (pm) – In Berlin wurden erstmals die »Tilia Awards« vergeben. Die Auszeichnung würdigt Projekte aus Wissenschaft und Praxis, die neue Wege für urbane Räume zeigen. Aus mehr als 150 Einreichungen wurden 24 Preisträger*innen ausgewählt. Darunter war die Bauhaus-Universität Weimar gemeinsam mit dem Institut für Angewandte Bauforschung Weimar. Sie erhielten den Preis in der Kategorie »Akademische Arbeiten und Forschung«. Ausgezeichnet wurde das interdisziplinäre Projekt »GrayToGreen«. Im Fokus steht die Kombination aus vertikaler Begrünung und Grauwasserreinigung.
Vertikale Klimakläranlage im Reallabor
Im Zentrum des Projekts steht das »Reallabor VertiKKA«. Dort wurde eine vertikale Klimakläranlage als modulare Grünfassade entwickelt. Zur Bewässerung dient Grauwasser aus Küche und Bad. Dieses leicht verschmutzte Abwasser wird durch ein Reinigungssubstrat aufbereitet. An der Fassade wachsen Pflanzen, die über ein Vlies versorgt werden.
Zusätzlich erzeugen bewegliche Photovoltaik-Elemente Energie. Gleichzeitig schützen sie die Pflanzen vor Hitze, Starkregen und Wind. Physikalische Effekte wie Verschattung und Verdunstung verbessern die Gebäudehülle. Auch das Stadtklima profitiert, wie Messungen zeigen.
Forschung und Weiterentwicklung
Aktuell untersuchen Forschende Mikrokunststoffe im Wasser. Zudem entwickeln sie das Reinigungssubstrat weiter. Dabei kommen Sekundär- und Recyclingmaterialien zum Einsatz. Ergänzend erfolgt eine umfassende Lebenszyklusanalyse.
Die Arbeiten werden von mehreren Professuren getragen. Dazu gehören Bauphysik, Siedlungswasserwirtschaft und urbane Stoffstromnutzung. Auch das IAB-Institut für angewandte Bauforschung Weimar ist beteiligt. »Mit diesem ganzheitlichen Ansatz verbindet das Projekt »GrayToGreen« technische Innovation mit ökologischen Prinzipien«, erklärte die Jury.
Die Auszeichnung mit dem Tilia Award 2026 zeigt die hohe Relevanz der vertikalen Klimakläranlage. Solche Lösungen sind entscheidend für nachhaltige Städte. Vergeben wurden die Preise durch URBAN UTOPIA bei einem Branchentreffen der Pflanzenwirtschaft.
Förderung und Hintergrund
Das Projekt »GrayToGreen« wird durch den Freistaat Thüringen gefördert. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Sozialfonds Plus. Das Reallabor VertiKKA entstand im Projekt »VertiKKA2«. Dieses wurde vom BMBF im Rahmen der Initiative RES:Z unterstützt.
Quelle: Bauhaus-Universität Weimar