Brandenburg an der Havel (pm) – Die umfassende Modernisierung eines unsanierten DDR-Plattenbaus im Stadtteil Hohenstücken der Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg eG ist ein Beispiel für gelungene Stadtentwicklung in Brandenburg an der Havel. Im vierten Bauabschnitt des Projekts „Quartier der Mitte“ hat die Genossenschaft vielfältige Grundrisse mit barrierearmen und barrierefreien Wohnangeboten geschaffen. Für das Projekt wurde die WBG Brandenburg eG am 13. Juli von BBU-Vorständin Maren Kern und Brandenburgs Infrastruktur-Minister Robert Crumbach mit dem Qualitätssiegel „Gewohnt gut – Fit für die Zukunft“ ausgezeichnet. Die WBG erhält die Auszeichnung zum zweiten Mal.
BBU-Vorständin Maren Kern gratulierte: „Mit dem Projekt im ‚Quartier der Mitte‘ zeigt die Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg eG exemplarisch, wie sich bestehende Bausubstanz zukunftsfähig weiterentwickeln lässt: mit modernen Grundrissen – vielfach barrierefrei – energieeffizient und mit einem klaren Blick auf die Wohnbedürfnisse vor Ort. Gerade die Verbindung von sozialem Wohnraum und einer Ausstattung auf der Höhe der Zeit macht dieses genossenschaftliche Vorhaben zu einem beispielhaften Beitrag für bezahlbares Wohnen im Bestand.“
Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach betonte: „Die umfangreiche Sanierung des Plattenbaus im ‚Quartier der Mitte‘ ist vorbildlich für eine nachhaltige Stadtentwicklung im Land Brandenburg. Das Projekt verbindet Klimaschutz, soziale Verantwortung und eine langfristige Quartiersperspektive. Zudem steht es für einen effizienten Einsatz von öffentlichen Fördermitteln zur Sicherung von Belegungsbindungen. Genau solche Vorhaben brauchen wir, um unsere Städte und Quartiere zukunftsfest zu machen.“
Die WBG-Vorstände Christian Heublein und Matthias Osterburg sagten: „Die Auszeichnung freut uns sehr und ist eine besondere Anerkennung unserer Arbeit für Brandenburg an der Havel. Wir investieren seit vielen Jahren gezielt in den Bestand, um bezahlbaren, zeitgemäßen Wohnraum für unterschiedliche Lebenssituationen zu schaffen. Im ‚Quartier der Mitte“ erreichen wir unser Ziel, das Wohnumfeld aufzuwerten und die Attraktivität des Stadtteils Hohenstücken nachhaltig zu steigern.“
Zum Projekt: „Quartier der Mitte“ Friedrich-Grasow-Straße 49-55
Die Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg eG modernisierte 2024 im vierten Bauabschnitt des „Quartiers der Mitte“ einen Plattenbau des Typs IW74 P-Potsdam SMp umfassend. Das Quartier liegt im Stadtteil Hohenstücken im Norden der Stadt Brandenburg an der Havel. Durch den Rückbau von Gebäuden und ganzen Straßenzügen ist eine prägnante Quartiersstruktur entstanden, die durch weitläufige Freiflächen sowie einladend gestaltete Wohnhöfe geprägt ist. Das Gebäude in der Friedrich-Grasow-Straße 49-55 liegt im Zentrum dieses Viertels, das in den 1970er- und 80er-Jahre entstanden ist. Das Wohngebiet ist gut angebunden und bietet eine solide Infrastruktur mit Kindertagesstätten, Schulen und Einkaufszentren.
Nach dem Umbau verfügt das Haus über 35 Wohnungen mit modernen, angepassten Grundrissen, viele davon barrierearm oder barrierefrei. Die Angebote richten sich an Familien, Senior*innen und Singles mit Wohnberechtigungsschein, wobei es aber auch Wohnungen ohne Bindung gibt. Das ausgezeichnete Bauvorhaben ist Teil einer langfristig angelegten Quartiersentwicklung über den Zeitraum von 2016 bis 2030. Das Ziel: durch diese und weitere Modernisierungen an Wohnqualität im Quartier gewinnen, ohne den Charakter als Zeugnis der DDR-Plattenbauweise zu verlieren.
Nahezu alle Wohneinheiten wurden direkt im Anschluss an die Fertigstellung bezogen. Die Mieten liegen (gestaffelt in drei Stufen) bei 4,80 Euro pro Quadratmeter, 5,80 Euro (jeweils mit WBS) sowie 7,50 Euro pro Quadratmeter (preisfreier Wohnraum). Die Heizkosten-Vorauszahlung liegt bei 1,15 Euro pro Quadratmeter, die Betriebskosten-Vorauszahlung (kalt) bei 1,87 Euro pro Quadratmeter.
Bauliche und energetische Merkmale: Zeitgemäß und barrierearm
Der ursprünglich unsanierte Plattenbau des Typs IW74 P-Potsdam SMp wurde umfassend zu einem KfW-Effizienzhaus 85 umgebaut. Die Aufgänge erhielten einen Aufzug und die Grundrisse wurden modernisiert und neu zugeschnitten: Aus 40 überwiegend gleich großen Wohnungen wurden 35 moderne Wohneinheiten mit unterschiedlichen Grundrissen und Wohnflächen von 45 bis 92 Quadratmetern geschaffen. Davon sind zehn barrierefrei und 25 barrierearm gestaltet. Eine zeitgemäße Wärmedämmung, dreifach verglaste Fenster, Fußbodenheizung sowie großzügige Balkone erhöhen den Wohnkomfort. Zur energetischen Versorgung trägt neben der effizienten Fernwärme auch eine Photovoltaikanlage bei, die gemeinsam mit den Stadtwerken Brandenburg für Haus- und Mieterstrom genutzt wird. Zudem gibt es im Quartier Lademöglichkeiten für E-Mobilität.
Ein weithin sichtbares Zeichen setzt das neue Fassaden-Kunstwerk „Der Koffer“ des Künstlerduos Guido Raddatz und Robert Löbel. Es verbindet klassische Wandmalerei mit Augmented-Reality-Elementen und soll dem Quartier als identitätsstiftendes Element dienen.
Rund 5,6 Millionen Euro investiert
Die Investitionssumme belief sich auf 5,6 Millionen Euro, davon 4,7 Millionen Euro gefördert über die Wohnraumförderung des Landes Brandenburg im Jahr 2023. 27 Wohnungen unterliegen einer Belegungsbindung, die jeweils zur Hälfte unmittelbar und mittelbar gesichert ist.
Quelle: BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.