25. Juni 2026

VDBUM: Das „Machen“ einfacher machen!

Vorstands-Statement – Dieter Schnittjer, Vorstandsmitglied und Geschäftsführer des Verbandes der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e.V. (VDBUM), zeigt anhand des „Hamburger Modells“ auf, wie weniger Bürokratie erreicht wird, wenn alle Akteure fragwürdige Verwaltungsabläufe sowie ihren eigenen Aufgabenbereich kritisch hinterfragen. Zudem plädiert er für einen radikalen Abbau der bürokratischen Hürden bezüglich des Einsatzes von Sondervermögen, um Investitionsmittel für den Straßenbau freizusetzen.

Es ist dringender denn je: Wir müssen das „Machen“ wieder einfacher machen! Alle Tätigkeitsbereiche – von den Behörden und Verwaltungen über Planungsbüros und Architekten bis hin zu Brandschutzbehörden und Bauämtern – müssen, gestützt durch den nötigen politischen Rahmen, ihre Prozesse einmal komplett auf links drehen. Das Ziel? Ein Minimum an Vorgaben für ein Maximum an Effizienz.

Schnell sind wir bei der allzu bekannten Floskel: „Die Politik muss!“ Doch politische Entscheidungen greifen zu kurz, wenn sie nicht von den Akteuren in der Praxis getragen werden. Wir alle wissen: Änderungen in vertrauten Abläufen, Umstrukturierungen am Arbeitsplatz oder gar der Wegfall liebgewonnener Tätigkeiten führen unweigerlich zu Blockaden und Widerständen. Doch das können wir uns nicht mehr leisten.

Dass es anders geht, zeigt das sogenannte „Hamburger Modell“. Obwohl es ursprünglich für die Stadtentwicklung in Großstädten und Ballungsräumen konzipiert wurde, taugt es als Mutmacher für unsere gesamte Branche: vom Spezialtiefbau über das Baustoff-Recycling und den Straßenbau bis hin zum Hochbau im ländlichen Raum.

Die Erfolgsformel des „Hamburger Modells“ ist simpel, aber radikal: Alle am Bauprozess Beteiligten haben sich in vielschichtigen Arbeitsgruppen an einen Tisch gesetzt. Hunderte von fragwürdigen Verwaltungsabläufen wurden gesichtet, geprüft und gemeinschaftlich abgeschafft. Der Anstoß kam von der Politik, aber getragen wurde er von Verwaltungsmitarbeitenden, Architekten, Planern und ausführenden Unternehmen. Mein tiefster Respekt und meine Anerkennung gelten all jenen, die mit einer Vision für das große Ganze den Mut hatten, ihren eigenen Aufgabenbereich kritisch zu hinterfragen. Das Ergebnis: Weniger Bürokratie, mehr Machen!

Blicken wir auf unsere Branche, so zeigt sich ein extrem zweigeteiltes Bild. Während weite Teile als robust und gut bezeichnet werden können, ist der Hochbau organisatorisch eine Katastrophe und muss dringend mit neuen, mutigen Ansätzen reformiert werden.

Und der Straßenbau? Er leidet an vermeintlich „technischen Haushaltsproblemen“. Wenn ich diese Begründung höre, möchte ich, ehrlich gesagt, in die Tischkante beißen! Wir befinden uns in einer Phase, in der die Baubranche hochgradig erfolgreich sein könnte. Stattdessen müssen Schwertransporte von Industriegütern unvorstellbare Umwege zu den Häfen fahren, marode Brücken weiträumig umfahren werden und wir betreiben Flickschusterei an Stellen, die längst eine Kernsanierung bräuchten. Wir laufen sehendem Auges einen wirtschaftlichen Langfristschaden entgegen. Da kann es doch nicht sein, dass wir erst neue Bürokratie aufbauen müssen, um dringend benötigte Investitionsmittel freizusetzen!

Unsere Kernforderung lautet: Die bürokratischen Hürden für den Einsatz von Sondervermögen müssen radikal abgebaut werden. Eine kontinuierliche, verlässliche Planung der öffentlichen Investitionsmittel – ob aus dem Kernhaushalt oder dem Sondervermögen – schafft Planbarkeit. Und genau diese Verlässlichkeit schafft Vertrauen. Vertrauen wiederum fördert den Mut, positiv in die Zukunft zu schauen.

Der VDBUM macht es vor – digital und persönlich

Ich könnte diese Liste an Baustellen noch um viele Themen ergänzen, möchte Sie aber auch mitnehmen zu den erfreulichen Nachrichten unserer VDBUM-Verbandsarbeit. Denn das Motto „Das Machen einfacher machen“ haben wir uns auch für unsere eigenen Strukturen auf die Fahnen geschrieben.

Bestes Beispiel ist unser neuer Webauftritt: Unsere neue Homepage ist nicht nur modern und hochgradig informativ, sondern macht auch Ihre Anforderungen, Seminaranmeldungen und die Vernetzung untereinander deutlich einfacher, automatisierter und professioneller. Doch trotz aller digitalen Prozesse gilt: Technik ist nur das Werkzeug. Das Team der VDBUM-Geschäftsstelle, unser ehrenamtlicher Vorstand und der Beirat sind für Sie im Tagesgeschäft weiterhin ganz persönlich und mit gewohnt großem Engagement ansprechbar.

Quelle: Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e.V. (VDBUM)