Berlin (pm) – Eine Umfrage des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW zeigt: Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen erwarten von der Bundesregierung noch in diesem Jahr klare Entscheidungen, um den Wohnungsbau wieder in Gang zu bringen und das Erreichen der Klimaziele beim Wohnen bezahlbar zu ermöglichen. Im Zentrum steht dabei das Anliegen, die Investitionsfähigkeit wiederherzustellen und bezahlbares Wohnen zu sichern sowie im Neubau überhaupt wieder zu ermöglichen.
„Die Wohnungsunternehmen formulieren sehr klar, was jetzt nötig ist: verlässliche Förderung, weniger Bürokratie, niedrigere Baukosten und Klimaschutz, der wirtschaftlich machbar bleibt“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW. „Die Politik muss jetzt handeln. Ohne planbare Investitionsbedingungen wird es keine Trendwende beim Wohnungsbau geben. Und ohne bezahlbare Lösungen wird auch der Klimaschutz im Gebäudebereich nicht gelingen.“
In der Umfrage unter 72 Wohnungsunternehmen aus ganz Deutschland wurde als wichtigste politische Weichenstellung eine verlässliche, langfristige Förderpolitik, insbesondere über KfW-Programme genannt. Dahinter folgen Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren, die Reduzierung kostentreibender Bauvorschriften und technischer Standards sowie eine Flexibilisierung von Klimazielen und energetischen Anforderungen.
„Die Unternehmen wollen bauen, modernisieren und ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Aber sie brauchen dafür verlässliche Rahmenbedingungen. Wer immer neue Anforderungen stellt, Förderprogramme stoppt oder komplizierter macht und Genehmigungsverfahren nicht beschleunigt, verhindert am Ende genau das, was politisch gewollt ist: mehr bezahlbare Wohnungen und klimafreundliche Bestände“, sagt Gedaschko.
Auch die Bewertung der aktuellen politischen Lage zeigt die angespannte Stimmung in der Branche: Nur 6 Prozent der Befragten bewerten die politische Lage für ihr Unternehmen als gut. 42 Prozent bezeichnen sie als schlecht, weitere 4 Prozent als sehr schlecht. 48 Prozent bewerten die Lage als normal.
Besonders stark beschäftigen die Wohnungsunternehmen derzeit das Zinsniveau und die Finanzierungskosten, bezahlbares Wohnen, die Förderbedingungen, die Finanzierung energetischer Modernisierungen sowie die Anforderungen rund um Digitalisierung, Energieeffizienz und Bürokratie.
„Die Ergebnisse der Umfrage sind ein deutliches Warnsignal aus der Praxis. Die Lage ist nicht abstrakt schwierig. Die Lage ist ganz konkret schwierig bei Investitionsentscheidungen, bei Neubauprojekten, bei Modernisierungen und am Ende auch bei den Mieterinnen und Mietern“, sagt Gedaschko. „Gerade jetzt darf die Politik die sozial orientierte Wohnungswirtschaft nicht zusätzlich belasten. Wer bezahlbares Wohnen, Klimaschutz und sozialen Zusammenhalt sichern will, muss die Investitionsbedingungen dringend verbessern.“
Quelle: GdW