15. Juli 2024

Umfrage: Bevölkerung verliert zunehmend Interesse an Klimaschutz – Energieeinsparpotenzial bei Immobilien weiterhin stark unterschätzt

Berlin (pm) – Die Bevölkerung verliert zunehmend das Interesse und die Motivation beim Klimaschutz. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die Verbraucher im dritten Jahr in Folge darüber befragt hat, in welchem der fünf Sektoren Energie, Industrie, Landwirtschaft, Verkehr und Gebäude mehr CO2-Emissionen eingespart werden sollten. Die meisten Befragten (37,6 %) geben an, dass überhaupt nicht mehr bzw. in keinem der Bereiche mehr eingespart werden müsse, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Des Weiteren decken sich die Angaben der Befragten nicht mit der Realität der tatsächlichen CO2-Emissionen, die je Sektor verursacht werden: So spielt zum Beispiel der Gebäudesektor, der schon zweimal seine Einsparziele verfehlt hat und damit nach wie vor als Sorgenkind beim Energieverbrauch gilt, mit knapp 16 Prozent quasi keine Rolle bei den Befragten.

Klimaschutz: Bevölkerung ist frustriert

Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG): „Die Umfrage zeigt, wie sehr die Bevölkerung von der Debatte um den Klimaschutz frustriert ist – es herrscht eine Nullbock-Stimmung. Vor allem der Streit um das Gebäudeenergiegesetz, das sogenannte Heizungsgesetz, hat viel Vertrauen gekostet und die Bevölkerung demotiviert, bei der Klimatransformation mitzumachen. Das Projekt Klimaschutz ist in Deutschland stark beschädigt worden.”

Zu den Einzelergebnissen:
Fragestellung: In welchen dieser Bereiche werden Ihrer Meinung nach bisher zu wenig CO2-Emissionen eingespart, um die Klimaschutzziele zu erreichen?

  1. Keine dieser Bereiche: 37,6%
  2. Verkehr: 34,0%
  3. Industrie: 28,3%
  4. Gebäude: 16,1%
    5 Energiewirtschaft: 15,1%
  5. Landwirtschaft: 10,5%

Kehrtwende im Gebäudesektor erforderlich

„Die Bundesregierung muss jetzt schleunigst eine Kehrtwende bei der Klimapolitik hinlegen. Für den Gebäudebereich muss das heißen:

  1. Die Verbraucher müssen vor volatilen Energiekosten geschützt werden. Daher sollten verlässliche und realitätsnahe Förderbedingungen bei der energetischen Sanierung hergestellt werden.
  2. Eigentümer der energetisch schlechtesten Gebäude aus den Effizienzklassen G und H müssen zuerst in den Fokus genommen werden. Ihre Immobilien machen 30 Prozent des Gebäudebestands aus und verbrauchen rund die Hälfte des gesamten Gebäudebestands.
  3. Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung müssen beim Projekt Energiewende im Gebäudebestand die gleiche Bedeutung erhalten wie die zum Energieträgerwechsel, also Heizungstausch“,

so Jan Peter Hinrichs abschließend.

Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG) unter 5.005 Befragten ab 18 Jahre zwischen dem 23.8. bis 25.8.2023 durchgeführt.

Quelle: BuVEG – Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle