9. April 2026

TH Deggendorf: Speicheranlage Energiewende TH Deggendorf als Vorzeigeprojekt

Deggendorf (pm) – Die Speicheranlage Energiewende TH Deggendorf zeigt, wie Hochschulen die Energiewende aktiv vorantreiben.

Die Technische Hochschule Deggendorf (THD) hat mit der Fertigstellung einer innovativen Speicheranlage in Kombination mit Photovoltaikanlagen einen bedeutenden Schritt erreicht. Die Speicheranlage Energiewende TH Deggendorf verbessert gezielt die Nutzung von Solarstrom. Am 20. März besichtigte Staatsminister Christian Bernreiter die Anlage. Dabei zeigte er sich beeindruckt von der technischen Umsetzung und den nachhaltigen Lösungsansätzen.

Energiewende und Re-Dispatch 2.0

Das Projekt adressiert ein zentrales Problem der Energiewende: den sogenannten Re-Dispatch 2.0. Dabei wird die Einspeisung reduziert, um die Stabilität des Stromnetzes zu sichern. In den Jahren 2024 und 2025 musste die Stadt Deggendorf aufgrund von Netzüberlastungen rund 800 Stunden PV-Energie abregeln. Damit ging mehr als die Hälfte der erzeugten Solarenergie verloren. Die THD hat sich mit ihrer neuen Speicherlösung von solchen Energieverlusten weitgehend unabhängig gemacht. Zudem maximiert sie den Nutzen ihrer Solaranlagen.

Technische Herausforderungen und Lösungen

„Die Umsetzung des Projekts erforderte das Überspringen einer Reihe von technischen, finanziellen und bürokratischen Hürden“, erklärt Dr. Stefanie Duarte Fernandes, THD-Vize-Kanzlerin und Leiterin des Bereiches Bau/Liegenschaften. Nach intensiver Planung und Prüfung verschiedener Speichertechnologien entschied sich die Hochschule für eine Lösung, bei der die Speicher täglich gefüllt und entleert werden. Projektleiter Stefan Unertl erklärt, dass „das Auffinden eines geeigneten Herstellers, der einerseits den komplexen technischen Anforderungen genügt und zugleich alle Daten in einer Cloud in Deutschland sichert, tatsächlich nicht einfach war.“ Zudem war die Installation der Speicher eine große Herausforderung. Jeder Speicher wiegt über drei Tonnen.

Was den Präsidenten der THD, Prof. Waldemar Berg, besonders stolz macht, ist der Umstand, dass bei der Planung auch Ideen eigener Professoren eingeflossen sind. Dazu zählen Ansätze von Prof. Dr.-Ing. Otto Kreuzer, einem Experten für Leistungselektronik. „Der Forschungs- und Technologietransfer gehört zur DNA einer unternehmerischen Hochschule wie der THD. Und in diesem Fall ist dieser Transfer aus dem Labor in die Anwendung quasi im eigenen Haus passiert“, so Berg.

Vorzeigeprojekt der Energiewende in Bayern

Staatsminister Bernreiter zeigte sich bei seinem Besuch sehr beeindruckt von der Speicheranlage und ihrer Funktionsweise. Er hob die Bedeutung solcher Projekte hervor: „Die THD hat hier ein Vorzeigeprojekt geschaffen, das nicht nur technische Exzellenz beweist, sondern auch zeigt, wie Hochschulen aktiv zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen können.“ Damit setzt die THD ein starkes Zeichen für Nachhaltigkeit und Innovation. Gleichzeitig zeigt sie, wie Forschung und Praxis erfolgreich zusammenwirken.

Quelle: Technische Hochschule Deggendorf