25. Juli 2024

Tag des Bauministers auf der Fachmesse NordBau in Neumünster

Minister Grote stellt Ideen für schnelleren Wohnungsbau in Schleswig-Holstein vor

Neumünster (pm) – Bauminister Hans-Joachim Grote hat am 7. September 2018 seine Ideen für einen schnelleren Wohnungsbau auf der NordBau vorgestellt. Für den Minister sind dabei drei Schwerpunktbereiche besonders wichtig: Die Wohnraumförderung, neue Anreize für das Leben in den ländlichen Regionen und die Nachverdichtung in den Innenstädten. Die soziale Wohnraumförderung bleibe ein zentraler Baustein:

„Natürlich ist es die politische Verantwortung, Wohnraum zu schaffen, der auch für Menschen mit kleinen Einkommen bezahlbar ist. Auch Schleswig-Holstein arbeitet daran. Und unsere Erfolgsbilanz sieht bisher gut aus. Seit 2013 wurden in Schleswig-Holstein mehr als 75.000 Wohnungen genehmigt. Über 53.000 wurden fertig gestellt. Darunter über 4.000 Wohneinheiten, die seit 2015 gefördert wurden. Möglich wurde dies in enger Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft des Landes, den privaten Investoren und der hochleistungsfähigen Bauwirtschaft!“

Bei dem neuen Wohnraumförderprogramm von 2019 bis 2022 werde das Land wieder mehr als 700 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Dies sei ein klares Bekenntnis zu einem starken Wohnraumförderungsprogramm. Bei alledem dürfe die Diskussion um die ländlichen Räume aber auf keinen Fall vergessen werden. Der Blick müsse sich auf das Umland der Städte richten, auf das Potential, welches die 97 Prozent des Landes haben, die nicht städtisch seien. Dies müsse ein weiterer Schwerpunkt sein:

„Die Frage ist: Wie können wir attraktive Angebote zum Wohnen im städtischen Umland schaffen? Wenn wir uns beispielsweise über Mobilitätskonzepte unterhalten, über autonomes Fahren, dann gewinnen Orte in einem 20 bis 25 Kilometer-Radius um Städte herum einen ganz neuen Reiz.“

Die Bedingungen im ländlichen Schleswig-Holstein seien ganz anders als in den Städten. Die bisherigen Konzepte förderten geradezu den Wegzug vom Land. Es müsse die Frage gestellt werden, wie das Leben auf dem Land attraktiver gemacht werden kann.

„Den Wandel, den die Digitalisierung mit sich bringt, können wir im ländlichen Raum gezielt nutzen. Wir müssen in unsere Überlegungen den potentiellen Wohnraum auf dem Land einbeziehen. Deshalb schreiben wir den Landesentwicklungsplan fort und flexibilisieren ihn in Teilen. Der neue LEP soll daher ein Planwerk sein, das einen verbindlichen Rahmen für die räumliche Entwicklung im Land setzt. Und gleichzeitig ein Planwerk, das Freiheiten belässt, um innovative Entwicklungen zu ermöglichen und zu befördern.“

Dafür brauche es ein ausreichendes Maß an Flexibilität und Gestaltungsspielraum für die Kommunen. Dies solle mit einer raumordnerischen Experimentierklausel im Landesplanungsgesetz geschaffen werden. Innovative Entwicklungsansätze sollten modellhaft in der Praxis erprobt werden können.

Ein dritter wichtiger Baustein ist für Bauminister Grote die Innenbereichsverdichtung, beziehungsweise die Nachverdichtung:

„Innenstädte ideal für den Autoverkehr zu gestalten und ausschließlich Gewerbeeinheiten hineinzustellen war eine Vision der 70er Jahre. Diese Vision teilt heute kaum noch jemand. Schon heute sanktionieren die Menschen tote Innenstädte, indem sie rausziehen. Zugleich fehlt es an Bauland, an Flächen, die für den Wohnungsbau geeignet wären.“

Innenbereichsverdichtung ist für Grote deshalb ein ganz wesentlicher Faktor, um überhaupt ausreichend Wohnraum schaffen zu können.

„Das „Urbane Gebiet“ kann insbesondere in den Städten helfen, Wohnungsbau in angemessener Dichte auf den Weg zu bringen. Wir können natürlich fördern, Kosten senken und Regelungen entschlacken. Doch all das hilft nicht, wenn es kein Bauland gibt.“

Ein intensives kommunales Flächenmanagement sei deshalb notwendig. Letztlich könnten Kommunen nur unterstützt werden, ihre eigene Aufgabe in kommunaler Planungshoheit voranzutreiben, beispielsweise durch den gezielten Erwerb von Grundstücken, eine aktive Baulandentwicklung oder Stadt-Umlandkooperationen mit Entlastungswirkungen für den Siedlungsdruck auf die Zentren.

„Um diese Ideen mit Leben füllen zu können, um umfangreich neuen Wohnraum schaffen zu können, brauchen wir eine breite Allianz aller Beteiligten in Schleswig-Holstein.“

Pressemitteilung: Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration Schleswig-Holstein