6. November 2026

Das Suzhou Museum of Contemporary Art

Kopenhagen (abki) – Das Suzhou Museum of Contemporary Art am Ufer des Jinji-Sees ist offiziell für die Öffentlichkeit eröffnet worden. Das 60.000 Quadratmeter große Museum wurde von BIG – Bjarke Ingels Group, ARTS Group, VIA.inc und SHUISHI als Ensemble aus zwölf Pavillons unter einem durchgehenden, bandförmigen Dach entworfen. Es ist das erste fertiggestellte Kunstmuseum von BIG. Nach einer Reihe von Vorabausstellungen öffnet das Projekt nun als neuer Ort für zeitgenössische Kunst, Design und öffentliches Leben in Suzhou seine Türen. Die Ausstellung „Materialism“ von BIG ist weiterhin zu sehen.

Architektur nach dem Vorbild traditioneller chinesischer Gärten

Der Entwurf ist in der Tradition der Gärten von Suzhou verwurzelt und interpretiert den Lang (廊), einen überdachten Wandelgang, der durch eine Landschaft führt, als Netzwerk von Ausstellungsräumen neu. Ein durchgehender Weg verläuft durch die Pavillons des Museums und verbindet Galerien, Begegnungsräume und kulturelle Einrichtungen. Gleichzeitig können Besucher auf kleineren Wegen zwischen den Ausstellungen abzweigen.

Die Pavillons sind durch Brücken und Tunnel ober- und unterirdisch miteinander verbunden. So entsteht eine flexible Abfolge von Räumen, die durch wechselnde Ausstellungen und Jahreszeiten geprägt wird.

„Nach vielen Jahren der Arbeit und Zusammenarbeit freuen wir uns, die Besucher endlich im Suzhou Museum of Contemporary Art begrüßen zu können. Wir verstehen das Museum als einen Ort der Entdeckung und des Austauschs, an dem Menschen Kunst auf neue Weise erleben und sich mit Ideen aus unterschiedlichen Kulturen und Generationen auseinandersetzen können. Mit seinen Ausstellungen und öffentlichen Programmen hoffen wir, das Museum dauerhaft in der Kulturlandschaft Suzhous zu verankern und zu einem Anziehungspunkt für Besucher aus der näheren Umgebung und aus der Ferne zu machen“, sagt Wang Xiaosong, geschäftsführender Direktor des Suzhou MoCA.

Eröffnungsausstellungen mit Picasso und BIGs „Materialism“

Bereits vor der offiziellen Eröffnung empfing das Suzhou MoCA Besucher im Rahmen mehrerer Vorabausstellungen, darunter „Materialism“ von BIG, die weiterhin im Museum zu sehen ist.

Die Ausstellung nimmt Besucher mit auf eine Reise durch die Welt der Materialien, von Stein bis zu Rezyklaten. Anhand großmaßstäblicher Mock-ups und Modelle von Projekten aus aller Welt untersucht sie die Rolle von zehn verschiedenen Materialien in der Arbeit von BIG.

Zur Eröffnung präsentiert das Museum eine Reihe von Ausstellungen, die moderne und zeitgenössische Kunst, technologiegestützte künstlerische Praktiken sowie den interkulturellen Dialog zwischen östlichen und westlichen Kunsttraditionen umfassen. Im Mittelpunkt stehen eine Picasso-Ausstellung und eine umfangreiche Überblicksausstellung zur zeitgenössischen chinesischen Kunst.

Durchlässige Museumslandschaft zwischen Stadt und Jinji-See

„Wenn das historische Stadtzentrum die Wiege des chinesischen Gartens ist, dann ist das Seeviertel die Wiege eines neuen Suzhou. Das Grundstück des Suzhou Museum of Contemporary Art liegt zwischen Stadt und See. Ein neu errichtetes Riesenrad beeinträchtigt teilweise die Verbindung zum Wasser. Indem wir das Museum in einen chinesischen Garten aus miteinander verbundenen Galerien auflösen, die wie Pavillons in einem Park über das Grundstück verteilt sind, wird das Museum zu einer Verbindung zwischen Stadt und See, statt ein Hindernis darzustellen. Seine städtebauliche Durchlässigkeit ermöglicht es den Bürgern, durch Skulpturengärten bis zum Seeufer zu spazieren, während das Wasser zwischen den Pavillons hindurch bis in die Stadt vordringt“, erklärt Bjarke Ingels, Gründer und Creative Director von BIG.

Das Dach als fünfte Fassade des Museums

Bjarke Ingels fährt fort: „Von oben betrachtet erscheint das Museum wie ein traditioneller Endlosknoten, der sich zwischen den Stützen des Riesenrads hindurchwindet und bis in den See hineinreicht. Da zahlreiche Besucher mit dem Riesenrad über das Museum hinauffahren, wird die Dachfläche faktisch zur eigentlichen fünften Fassade des Kunstkomplexes.

Ich betrachte unseren Entwurf nicht nur als Hommage an das lokale Erbe, als eine Art skandinavische Neuinterpretation einer einzigartigen Typologie, des chinesischen Gartens. Das Ergebnis ist in vielerlei Hinsicht auch eine Verkörperung der uralten Zukunft Suzhous und ein Zeugnis der Bauqualität und technischen Raffinesse, die in der zeitgenössischen chinesischen Architektur zunehmend eher die Regel als die Ausnahme sind.“

Verbindung östlicher und westlicher Raumtraditionen

„Das Museum verbindet westliche und östliche Raumtraditionen durch eine bewusst gestaltete Dualität. Aus der Vogelperspektive wirkt das Museum wie traditionelle Handwerkskunst: eine Reihe scherenschnittartiger Knotenformen, die die darunterliegenden Gärten einrahmen und das Erbe Suzhous in ein Kunstwerk verwandeln.

Doch wenn man sich dem Museum nähert und es betritt, löst sich die klare Figur-Grund-Beziehung auf. Die Gärten beginnen ineinander überzugehen und entfalten sich als Abfolgen von Räumen, Ausblicken, Kunst und Natur. So verwandelt sich eine Komposition, die von oben präzise erscheint, auf Bodenhöhe in ein Erlebnis des Erkundens und Entdeckens“, sagt Catherine Huang, Partnerin bei BIG.

Quelle: BIG – Bjarke Ingels Group · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt