2. Dezember 2020

Sustainability Award für Smart Building Forschungsprojekte

Visualisierung des Projektes ZeCaRe in der Friedrich-Inhauser-Straße, Innenhofansicht, Visualierung Avisu, © Heimat Österreich

Salzburg/Kuchl (pm) – Das Forschungsteam am FH Salzburg-Studiengang Smart Building hat doppelten Grund zur Freude. Aus über 100 Einreichungen wurden zwei Projekte mit dem Sustainability Award 2020 ausgezeichnet: das Projekt „Zero Carbon Refurbishment (ZeCaRe II)“ und das Projekt „Wohnen findet Stadt – Smart City Hallein“.

Der „Sustainability Award“ ist ein österreichweiter Wettbewerb für Universitäten, Fachhochschulen und pädagogische Hochschulen im Bereich Nachhaltigkeit des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und des Ministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus. Alle zwei Jahren werden Projekte österreichischer Hochschulen ausgezeichnet. Anfang November nahm Markus Leeb vom Forschungsbereich Smart Building und Smart City die Preise von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler und Wissenschaftsminister Heinz Faßmann im Festsaal des Technischen Museums in Wien entgegen.

1.Platz für „ZeCaRe II – Wohnen mit null CO2 Ausstoß“

Das bereits 2019 mit dem klima:aktiv Goldstandard gekürte Projekt ZeCaRe II gewinnt in der Kategorie „Forschung“ den Sustainability Award 2020. Es ist ein Projekt der Smart Cities Initiative des Klima- und Energiefonds.

Das Forschungsteam am Studiengang Smart Building geht der Frage nach, wie eine CO2-neutrale Sanierung einer Siedlung aus dem Jahre 1985 gelingen kann. Die umfassenden Modernisierungsmaßnahmen inklusive Nachverdichtung mittels Aufstockung wurden anhand einer Siedlung mit 75 Einheiten der Heimat Österreich in Salzburg im Projektteam entwickelt und aktuell umgesetzt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Campus Kuchl der FH Salzburg begleiten das Projekt mit Hauptaugenmerk auf die Themen Energie und Gebäudetechnik. „Im Rahmen des Forschungsprojektes ZeCaRe II werden verschiedene Varianten für Gebäudetechnikkonzepte simuliert und hinsichtlich CO2 Verbrauch verglichen. Dabei liegt die Innovation in der Kombination aus Abluft- und Abwasserwärmerückgewinnung und einer Konzeptentwicklung für einen maximalen Eigenverbrauch des Photovoltaik-Stroms“, fasst Elisabeth Wieder von der FH Salzburg die Zielsetzung zusammen.

Das ganzheitliche Sanierungskonzept betrachtet neben den Bereichen Energie und CO2 auch die Themen Mobilität, soziale Struktur, Ökonomie im sozialen Wohnbau und die Freiraumgestaltung. Angestrebt wurde eine umfassende Aufwertung des Wohnobjektes mit Erhöhung der Qualitätsstandards, Benutzbarkeit und Freiraumqualität. „Unser Ziel war von Anfang an, dass die Forschungsergebnisse des entwickelten Sanierungskonzeptes nach Ende des Projektes für ähnliche sanierungsbedürftige Siedlungen verwendet werden können“, bekräftigt Elisabeth Wieder vom Forschungsteam an der FH Salzburg.

3.Platz für „Wohnen findet Stadt – Smart City Hallein“

Der dritte Platz in der Kategorie „Regionale Kooperationen“ beim Sustainability Award geht an das Projekt „Wohnen findet Stadt – Smart City Hallein“, auch ein Projekt der Smart Cities Initiative des Klima- und Energiefonds. Bei dem Demo-Projekt steht die Burgfriedsiedlung, eine ältere Bestandssiedlung in Hallein, im Mittelpunkt. An einer Hauptverkehrsstraße gelegen, suchte das Forschungsteam der FH Salzburg, gemeinsam mit dem Projektteam, nach einer neuen Sanierungslösung inklusive Nachverdichtung. Dabei wurden unterschiedliche Technologien und integrierte Lösungsansätze erprobt.

Den Preis in der Kategorie Regionale Kooperationen erhielt das Projekt für die interdisziplinäre Umsetzung, die intensive Einbindung der BewohnerInnen und lokaler Projektpartner. Durch die gute Übertragbarkeit auf sanierungsbedürftige Wohngebäude der Nachkriegszeit, hat dieses Projekt Vorzeigecharakter. „Bei der Sanierung geht es einerseits darum, die Gemeinde und möglichst viele Firmen in die Entwicklung mit einzubinden und andererseits das erworbene Know-how so schnell wie möglich an sie weiter zu geben“, erklärt Markus Leeb, Projektleiter der FH Salzburg.

Hauptaugenmerk für die FH Salzburg ForscherInnen am Campus Kuchl war die umfassende Sanierung. Eine im Rahmen des Projektes entwickelte schallabsorbierende und bauteilaktivierte Fassade, die „Salzburger Multifunktionsfassade“, kam zum ersten Mal zum Einsatz. So wurden an den Außenwänden des Gebäudes Heizschlangen angebracht, kombiniert mit einer Dämmkonstruktion aus Holz und Zellulose. Darüber wurden schallschluckende Platten montiert, die den Straßenlärm reduzieren.

 

Der Sustainability Award

Der Sustainability Award, der als gemeinsame Initiative des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und des Ministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus ins Leben gerufen wurde und vom FORUM Umweltbildung abgewickelt wird, wird seit 2008 alle zwei Jahre vergeben. Am Wettbewerb teilnehmen können alle öffentlichen Universitäten, Fachhochschulen, private akkreditierte Universitäten und pädagogische Hochschulen Österreichs. Die Auszeichnung holt Pionierprojekte im Bereich der Nachhaltigkeit von Universitäten und Hochschulen vor den Vorhang. Mit 104 Projekteinreichungen von 19 Universitäten, acht Fachhochschulen und sieben Pädagogischen Hochschulen war das Interesse und die Beteiligung am 7. Sustainability Award so groß wie noch nie.

Mehr Informationen zum Award unter: www.nachhaltige-uni.at

Pressemitteilung: Fachhochschule Salzburg GmbH