30. September 2020

Stimmen zum positivem Signal bei Baugenehmigungen

GDW: Positives Signal bei Baugenehmigungen – Deutschland braucht echte Bau-Offensive für bezahlbaren Wohnraum

Von Januar bis November 2019 wurde in Deutschland der Bau von insgesamt 319.200 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 1,3 Prozent mehr Baugenehmigungen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Genehmigungen für Zwei- und Mehrfamilienhäuser stieg jeweils um 0,9 Prozent, für Einfamilienhäuser um 1,5 Prozent.

Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW:

„Der leichte Aufwärtstrend bei den heute veröffentlichten Baugenehmigungszahlen ist ein positives Zeichen, der sich aber noch deutlich verstärken muss. Mit anderen Worten: Die grobe Richtung stimmt, aber insgesamt reicht dieser Anstieg leider immer noch nicht aus. Um das zu ändern, müssen Bund, Länder und Kommunen endlich gemeinsam an einem Strang ziehen, um wirksame Maßnahmen für schnelleren und günstigeren Wohnungsneubau in die Tat umzusetzen. Nur so kann 2020 zu einem echten Bau-Jahr für bezahlbaren Wohnraum werden.

Neben der reinen Zahl der Genehmigungen kommt es aber vor allem darauf an, ob am Ende das Segment des für die Bevölkerung bezahlbaren Bauens und Wohnens gestärkt wird. Grundstückspreise, regionale Baukapazitäten, zusätzliche Auflagen an den Bau durch Kommunen und Bauordnungen einzelner Bundesländer sowie die Höhe der Grunderwerbsteuer der jeweiligen Länder sind hier bestimmend. Aber auch die Frage, ob ein Bau direkt für eine angestrebte, sozial verantwortliche Miete entsteht, ist am Ende bedeutsam für die Preisbildung. Und das können die Kommunen stark beeinflussen.

Der Beschluss der Bauministerkonferenz, die Typengenehmigung in die Musterbauordnung aufzunehmen, war beispielsweise ein wichtiges gemeinsames Signal von Bund und Ländern. Auch beim Mitarbeiterwohnen hat die Bundesregierung kürzlich dafür gesorgt, dass Arbeitgeber ab diesem Jahr mithilfe eines steuerlichen Freibetrages Wohnungen verbilligt an ihre Arbeitnehmer vermieten können. Solchen positiven politischen Entscheidungen müssen dann aber auch konkrete Taten folgen. Es liegt jetzt an den Ländern, die Richtlinien der Musterbauordnung zügig in ihre Landesbauordnungen aufzunehmen, und an den Kommunen und Unternehmen, das Instrument des Mitarbeiterwohnens auch anzuwenden. Bund, Länder und Kommunen müssen bei der nationalen Aufgabe, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, noch viel stärker an einem Strang ziehen und dürfen nicht weiter wertvolle Zeit verstreichen lassen.

Die Genehmigungskapazitäten in den Ämtern müssen erhöht und die Ergebnisse der Baukostensenkungskommission aus der letzten Legislaturperiode umgesetzt werden. Die Kommunen müssen die Grundstücke grundsätzlich nach dem Gebot der Konzeptvergabe und nicht nach Höchstpreisen abgeben. Die Wohnungswirtschaft benötigt eine aktive und vorausschauende Liegenschafts- und Bodenpolitik der Städte und Kommunen ebenso wie interkommunale Lösungen und Stadt-Umland-Kooperationen als neue Ansatzpunkte. Zudem muss das Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz zügig kommen und es muss dauerhafte steuerliche Verbesserungen für den Wohnungsbau geben. Ständige Diskussionen um übertriebene Regulierungsmaßnahmen schaden nur und bringen uns am Ende beim Wohnungsangebot kein Stück weiter.“

Pressemitteilung: GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.

 

ZIA: Hohe Zahl von Baugenehmigungen: Immobilienwirtschaft braucht Fachkräfte

Laut Statistischem Bundesamt sei von Januar bis November 2019 in Deutschland der Bau von insgesamt 319.200 Wohnungen genehmigt. Dies waren 0,2 Prozent oder 600 Wohnungen mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser ist um 1,5 Prozent gestiegen, während die Zahl der Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser um jeweils 0,9 Prozent angestiegen ist.

„Diese Zahlen sind erfreulich und gehen in die richtige Richtung, um mehr Wohnraum zu schaffen. Um sie zu stabilisieren müssen weiterhin noch viele Reformen wie z.B. Verfahrenserleichterungen erfolgen. Sie zeigen aber auch, dass die Nachfrage groß ist, gerade auch nach Fachkräften am Bau, aber auch nach Fachleuten in den Bauämtern“, sagt Dr. Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft. „Es braucht also nicht nur schnellere Planungs- und Baugenehmigungsverfahren – etwa durch eine stärkere Digitalisierung und mehr Personal bei den Genehmigungsbehörden – sondern darüber hinaus auch eine klug gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften nach Deutschland.“

Die Immobilienbranche als einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren Deutschlands mit einer hohen gesellschaftlichen Verantwortung sei auf Fachkräfte angewiesen, um die angespannten Märkte in vielen Städten Deutschlands in den Griff zu bekommen, so Mattner weiter. „Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das zum 1. März 2020 in Kraft tritt, ist ein wichtiger Schritt hin zu einer deutlichen Erleichterung und Entbürokratisierung für die Unternehmen der Branche.“

Pressemitteilung: ZIA