29. September 2022

Starke Messe trotz gedämpfter Erwartungen im Markt – EXPO REAL Trendbericht

München (pm) – Worüber werden die Messeteilnehmer sprechen, wenn die EXPO REAL als internationale Fachmesse für Immobilien und Investitionen vom 4. bis zum 6. Oktober in München ihre Tore öffnet? Eine Online-Umfrage im Vorfeld der Messe beleuchtet aktuelle Trends in der Immobilienwirtschaft: Teuerungen und Inflation, ESG, Bezahlbares Wohnen und die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand.

„Die Immobilienbranche geht angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen mit gedämpften Erwartungen an den Immobilienmarkt in den Herbst. Knapp die Hälfte der Befragten des EXPO REAL Trendberichts ist überzeugt, dass die Investitionen in deutsche Immobilien sinken werden, ein Viertel, dass sie maximal gleichbleiben. Der Bedarf, sich über die Herausforderungen auszutauschen, ist dementsprechend hoch. Das zeigt auch die starke Beteiligung von rund 1.900 Ausstellern an der EXPO REAL – knapp 60 Prozent mehr als im Vorjahr und nahezu auf Vor-Corona-Niveau“, sagt Stefan Rummel, CEO der Messe München. An der Online-Umfrage nahmen 493 deutsche Teilnehmer der Messe teil, sowohl Besucher als auch Entscheider aus ausstellenden Unternehmen. Durchgeführt hat die Umfrage im Juli das unabhängige Marktforschungsinstitut IfaD im Auftrag der EXPO REAL.

Zinspolitik der EZB vor allem positiv bewertet

Aufgrund der Verwerfungen in Folge des Ukrainekrieges beschäftigen vor allem Teuerungen und Inflation sowie die Zinspolitik die Immobilienwirtschaft. Der Klimaschutz steht bei der Frage nach den wichtigsten Einflussfaktoren und Herausforderungen an dritter Stelle. Die Erwartungen an die Marktentwicklung sind dementsprechend gedämpft: Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) geht davon aus, dass die in deutsche Immobilien investierten Geldsummen sinken werden, jeweils 26 Prozent glauben, dass sie gleichbleiben beziehungsweise steigen. Die Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank bewerten die Befragten überwiegend positiv: 61 Prozent sind der Meinung, dass die Notenbank so die Immobilienhausse beendet und 67 Prozent glauben, dass die Immobilienfinanzierung nun realistischer wird.

Auch die Anforderungen durch ESG (Environmental, Social, Governance) sind für weite Teile der Immobilienwirtschafte eine große Aufgabe, nicht nur bei Fondsprodukten. Bei einem knappen Viertel der Befragten herrschen hierzu noch Unklarheiten vor – aber 43 Prozent bewerten die ESG-Kriterien als den richtigen Weg.

Ohne Kooperation mit der öffentlichen Hand geht es nicht

Ob bezahlbarer Wohnraum oder klimaresiliente Städte: Die Umfrage zeigt auf, dass eine nachhaltige Stadtentwicklung nur im Schulterschluss von Politik und Wirtschaft zu meistern ist. Beim Klimaschutz in den Städten setzen die Befragten aus der Immobilienwirtschaft vor allem auf eine bessere öffentliche Infrastruktur und eine generell ökologische Stadtentwicklung. 65 Prozent fordern von der öffentlichen Hand ein stärkeres Entgegenkommen, um die Infrastruktur in den Städten auszubauen. Die Hälfte ist überzeugt, dass Private-Public Partnership-Modell wieder an Bedeutung gewinnen werden. Eine engere Kooperation wünschen sich 59 Prozent auch beim Wohnungsbau, 72 Prozent wollen an der Vereinfachung von Regularien auf diesem Feld mitwirken. Die Einsicht ist groß, dass der Staat den Mangel an bezahlbarem Wohnraum nicht allein beheben kann.

Große Bedeutung von Pflege- und Wohnimmobilien

Pflege- sowie Wohnimmobilien werden in der Umfrage als die Immobilienarten mit dem größten Bedeutungszuwachs bewertet (Zuspruch 69 bzw. 68 Prozent). Platz 3, 4 und 5 nehmen die Segmente Gesundheitsimmobilien (54 Prozent), Logistik (ebenfalls 54 Prozent) und gemischt genutzte Immobilien (53 Prozent) ein. Beim Blick ins Bürosegment sagen zwei Drittel der Befragten dem Trendthema Co-Working auch für die Zukunft einen starken Zuwachs voraus. Im Handel erfreuen sich Fachmärkte einer hohen Beliebtheit (69 Prozent), deutlich vor Straßenläden (46 Prozent), Einkaufszentren (23 Prozent) oder Factory Outlets (15 Prozent). Im Segment Wohnimmobilien steht seniorengerechtes Wohnen (82 Prozent) sowie gefördertes Wohnen/sozialer Wohnungsbau (80 Prozent) mit Abstand ganz oben im Ranking. Wer in Wohn-, Büro- und/oder Gemischtimmobilien investiert, bleibt seiner jeweiligen Investitionsstrategie treu: 89 Prozent geben an, hier keine Verschiebung zwischen den Segmenten zu planen. Begehrteste Wunschstandorte für Wohn- und Büroimmobilien sind laut der Umfrage vor allem B- und C-Standorte im Einzugsgebiet von Großstädten.

Pressemitteilung: Messe München