24. Juli 2024

Staatssekretärin Herbst: Schleswig-Holstein bietet der Bauwirtschaft verlässliche und langfristige Planungsgrößen

Hamburg (pm) – Schleswig-Holsteins Staatssekretärin für Bauen und Wohnen, Kristina Herbst, hat auf dem Landesverbandstag des Bundes Freier Wohnungsunternehmen Nord am 20. Februar 2020 dazu aufgefordert, den Wohnungsbau künftig als Daueraufgabe zu verstehen und die dazu notwendigen Ressourcen entsprechend zu planen: „Wir müssen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Damals wurde gesagt, der Wohnungsbedarf sei irgendwann gedeckt. Daraufhin wurden in der gesamten Bauwirtschaft sowie den Bau- und Planungsämtern und Universitäten Kapazitäten abgebaut. Heute fehlen uns genau diese Fachleute. Und deshalb brauchen wir heute und in Zukunft keine utopischen Zielzahlen für den Wohnungsbau. Wir alle – Politik, Verwaltung und Bauwirtschaft – brauchen verlässliche und langfristige Planungsgrößen“, erklärte Herbst in Hamburg.

Ausreichender und bezahlbarer Wohnraum lasse sich mit Maßnahmen wie der Mietpreisbremse oder Mietendeckeln nicht erreichen. „Es handelt sich dabei um öffentlichkeitswirksame Scheinlösungen, deren nachteilige Wirkungen wir hoffentlich nie – vermutlich aber doch in ein paar Jahren sehen werden“, so die Staatssekretärin.
Die zum Teil bestehenden Herausforderungen der Wohnungsmärkte müssten mit Sacharbeit bewältigt werden. Die notwendigen Instrumente dafür würden in Schleswig konsequent angewandt.

So werde der Wohnungsbau bei Mietwohnungen ebenso wie bei der Bildung von Eigentum gefördert. Beispielsweise sei erst im vergangenen Jahr der Zuschuss in der Wohnraumförderung von 250 Euro auf 300 bzw. 375 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche erhöht worden. Hinzu kämen zinslose Darlehen.

Für die Kommunen sei mit dem 10-Millionen-Euro-Programm „Neue Perspektive Wohnen“ ein Förderangebot aufgelegt worden. Kommunen, die gemischte Quartiere mit unterschiedlichem Mietwohnungsbau und Wohneigentum planerisch auf den Weg bringen, würden mit 50.000 € Zuschuss unterstützt.
An zunächst rund 50 Standorten werde so in den kommenden Jahren für innovative und qualitativ hochwertige sowie mit Mietwohnungsbau und Eigentum gemischte Siedlungen gesorgt. Ganz bewusst würden Gebäude mit Eigentumswohnungen oder auch attraktiv gestaltete Reihenhaus–Ensembles gefördert.

„Eines unserer Kernziele ist dabei die Flächeneinsparung. Es mag einfach sein, Wohnraumbedarfe über Einfamilienhausbaugebiete auf der grünen Wiese zu realisieren. Zukunftsfähig ist es jedoch nicht immer“, so Herbst. Eine weitere Initiative sei der Aufbau eines „Aktiven Bodenfonds“, mit dem das Land Kommunen bei der Baulandentwicklung finanziell und mit Expertenwissen unterstützen wolle. Sie sei zuversichtlich, bald mit diesem neuen Instrument in die Öffentlichkeit gehen zu können.
Auch Familien würden gezielt bei der Schaffung von Wohneigentum unterstützt. Sie könnten im Rahmen des Programms „Neue Perspektive Wohnen“ mit einem Zuschuss in Höhe von 6000 € rechnen, wenn sie in attraktives Wohneigentum in den neuen Quartieren investieren.

Über das Baukindergeldprogramm des Bundes werde darüber hinaus sogenannten Schwellenhaushalten der Einstieg ins Eigentum ermöglicht. In Schleswig-Holstein könne das üblicherweise über 10 Jahre gestreckte Baukindergeld in einer Tranche abgerufen werden.

Bis auf Weiteres würden auch Mieterinnen und Mieter durch die Ausweitung und Erhöhung des Wohngeldes bei ihren Wohnkosten unterstützt. „Mit den Anstrengungen der Kommunen, der Bauwirtschaft, der Landesregierung und der Wohnungsunternehmen haben wir bereits viel geschafft“, so Herbst.

Trotz des Mangels an Bau- und Planungskapazitäten sei es in Schleswig-Holstein durch eine gemeinsame Kraftanstrengung in den vergangenen Jahren gelungen, die durchschnittlichen Förderzahlen im Bereich der sozialen Wohnraumförderung von rund 900 auf 1.200 Wohnungen pro Jahr zu steigern. In den letzten drei Jahren wurden insgesamt durchschnittlich über 12.000 frei finanzierte und geförderte Wohnungen pro Jahr fertiggestellt und deutlich über 14.000 Baugenehmigungen pro Jahr für Wohnungen erteilt; besonders viele jeweils im Mietwohnungssektor.

Pressemitteilung: Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration Schleswig-Holstein