18. Juni 2026

Sozial orientierte Wohnungswirtschaft: Wohnungsbau kommt in NRW besser durch die Krise

Düsseldorf (pm) – Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen, sieht mit Sorge auf die sich vergrößernde Wohnungsbaulücke in Nordrhein-Westfalen: „Vergangenes Jahr sind in NRW etwa 9.000 Wohnungen zu wenig fertiggestellt worden. Das ist genau das Gegenteil von dem, was wir brauchen, um bezahlbares Wohnen sicherzustellen.“ Laut aktueller Wohnungsbedarfsprognose des Landes müssten jedes Jahr 46.000 Wohnungen gebaut werden, um den Bedarf zu schließen.

Wie das Statistische Landesamt IT.NRW heute Morgen mitgeteilt hat, wurden im vergangenen Jahr 37.185 Wohnungen fertiggestellt. Positiv sieht Rychter jedoch, dass der Rückgang der Fertigstellungszahlen in NRW geringer ausfällt als im Bundesdurchschnitt. „Dieser Unterschied zeigt, dass Politik etwas bewirken kann. In NRW ist die gut ausgestattete Wohnraumförderung für den Wohnungsbau das Sicherungsnetz. Ohne diese Förderung stünde das Land deutlich schlechter da“, so Rychter.

Im vergangenen Jahr lag der Rückgang in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu 2024 bei 9,4 Prozent, deutschlandweit bei 18 Prozent. Vor allem der Rückgang bei Mehrfamilienhäusern, von denen 4 Prozent weniger als im Vorjahr fertiggestellt wurden, macht Rychter zu schaffen. „Gerade in diesen Gebäuden werden bezahlbare Wohnungen angeboten, davon benötigen wir in Städten wie Düsseldorf und Köln dringend mehr.“

Da zwischen Baugenehmigung und Baufertigstellung zwei bis drei Jahre liegen können, liegt die Ursache in den gesunkenen Zahlen 2025 in der Entwicklung, die mit dem Ukrainekrieg begonnen hat. Hohe Baukosten und gestiegene Zinsen machen seitdem auch der Wohnungswirtschaft in NRW zu schaffen. Auf Landesebene ziehe die Politik die richtigen Schlüsse, so Rychter. Mit der aktuellen Reform der Landesbauordnung werde Bauen einfacher und damit günstiger gemacht. „Damit aber die Änderungen der Landesbauordnung in der Praxis Wirkung entfalten, muss auch der Bund liefern und das Zivilrecht ändern.“ Diese neuen Regeln seien richtig, auch wenn ihr Effekt auf die Baufertigstellungen erst in ein paar Jahren sehen könne. „Und das auch nur, falls der Irankrieg nicht zu einer weiteren Verschärfung der Wohnungsbaukrise führt.“

Quelle: VdW Rheinland Westfalen