18. November 2019

Solar-Sonnensegel der Uni Kassel bei Design-Wettbewerb ausgezeichnet

von links: Ute E. Weiland (Geschäftsführerin „Deutschland – Land der Ideen“), Dr. Timo Carl (Institut für Architektur, Universität Kassel), Prof. Frank Stepper (Institut für Architektur, Universität Kassel), Irmgard Maria Fellner (Beauftragte für Auswärtige Kulturpolitik und stv. Leiterin Abteilung Kultur und Kommunikation Auswärtiges Amt) (c) Bernd Brundert / Deutschland - Land der Ideen

Kassel (pm) – Mehr als 1.500 Teilnehmer aus der ganzen Welt bewarben sich um einen Preis beim internationalen Design-Wettbewerb „beyond bauhaus – prototyping the future“. Zu den 20 Preisträgern zählt auch ein Projekt der Universität Kassel: Das „Solar Spline“, ein Sonnensegel mit dem sich gleichzeitig Energie gewinnen lässt, wurde als eines der herausragenden Projekte ausgezeichnet, das eine gestalterische Antwort auf eine wichtige Zukunftsfrage gibt.

 

Solare OPV Leichtbauinstallation „Solar Spline“ (c) Fachgebiet Exerpimentelles Entwerfen und Konstruieren (eek).

 

„Wir freuen uns sehr, von so einer renommierten Jury als Preisträger ausgewählt worden zu sein“, sagt Dr. Timo Carl vom Fachgebiet für Experimentelles Entwerfen und Konstruieren (EEK) der Universität Kassel. Er hat das Projekt gemeinsam mit Prof. Frank Stepper, Leiter des Fachgebietes EEK und Dr. Markus Schein, Leiter der Studienwerkstatt für Digitale Entwurfs- und Fertigungsmethoden an der Kunsthochschule Kassel, eingereicht.

„Der  Bauhaus-Gedanke lebt!  Das  zeigen  die  Gewinner  unseres  Wettbewerbs  auf  eindrückliche Weise. Überall arbeiten Gestalterinnen und Gestalter daran, die Welt mit ihren Konzepten fairer, nachhaltiger oder schlicht besser zu machen“, sagt Ute Weiland, Geschäftsführerin der Initiative „Deutschland –Land der Ideen“, die Veranstalterin des Wettbewerbes war.

Das „Solar Spline“-System besteht aus 300 gedruckten organischen Photovoltaik (OPV) Modulen, die in eine scheinbar freischwebende Ultraleichtkonstruktion integriert sind. Die so entstandene Solarwolke wird durch eine räumliche Seilstruktur getragen und über Ankerpunkte befestigt. „Der Solar Spline verbindet somit auf eine ästhetische Weise die aktive, solare Energiegewinnung mit passiver Beschattung“, sagt Dr. Timo Carl. Das Solar-Sonnensegel wurde unter anderem bereits im Rahmen der vergangenen documenta 14 in Kassel gezeigt und 2018 mit dem Preis Blauer Kompass des Umweltbundesamtes prämiert.

Neben dem „Solar Spline“ wurden weitere innovative Design-Ideen im Rahmen des Wettbewerbs ausgezeichnet – zu den prämierten Projekten gehören unter anderem

  • ein Stromerzeuger, der Wärme in Elektrizität verwandelt und so Menschen in abgelegenen Gebieten mit Strom und Licht versorgt
  • ein tragbares haptisches Navigationsgerät, das Sehbehinderte auf den richtigen Weg führt
  • ein neuartiger Beton, der angereichert mit altem Reifengummi und Flugasche eine nachhaltige und kostengünstige Alternative für das Bauwesen darstellt und dazu noch dabei hilft, erdbebensicher zu bauen

Die Auszeichnungen wurden auf einer Veranstaltung Mitte August in Berlin verliehen. Dort werden in der Galerie „CLB Berlin“ am Moritzplatz noch bis zum 01. September die Preisträger präsentiert.

Pressemitteilung: Universität Kassel