Olso (abki) – Snøhetta hat in Zusammenarbeit mit dem Beijing Institute of Architectural Design (BIAD) den Wettbewerb für den Entwurf des Beijing Art Museum im Bezirk Tongzhou in Peking gewonnen. Dieses markante Projekt wird Snøhettas zweite große kulturelle Institution in der chinesischen Hauptstadt sein – nach der international gefeierten Beijing Library, die 2023 eröffnet wurde.
Mit einer Fläche von über 110.000 Quadratmetern wird das neue Kunstmuseum eine vielfältige Bandbreite an Kunstformen präsentieren – von bildender Kunst und immateriellem Kulturerbe bis hin zu Modedesign und zeitgenössischer Kunst. Durch die Verbindung historischer Traditionen mit moderner Kreativität ist das Museum dazu bestimmt, zu einem neuen Leuchtturm der lebendigen Kunst- und Kulturszene Pekings zu werden. Über seine Rolle als kulturelles Zentrum hinaus wird das Museum auch als öffentlicher Treffpunkt für die lokale Gemeinschaft dienen und als Katalysator für die neue städtebauliche Entwicklung des Areals wirken.

Der Entwurf greift das Konzept der „Vision“ auf und verkörpert damit den doppelten Anspruch des Museums: zu sammeln und zusammenzuführen sowie auszustellen und sichtbar zu machen. Es versteht sich nicht nur als Hüter von Kultur und Wissen, sondern als Katalysator, der den Akt des Sehens zu einem ästhetischen Erlebnis erhebt – indem Beobachtung in Kunst verwandelt wird. Dieses Konzept inszeniert einen multidimensionalen Dialog, der Abstraktes und Konkretes miteinander verbindet: Künstlerinnen und Künstler mit dem Publikum, Geschichte mit Zukunft, Architektur mit Landschaft, Individuen mit Gemeinschaften sowie Städte mit ihrem globalen Kontext. Das Museum wird zu einem lebendigen Knotenpunkt, an dem Ideen aufeinandertreffen und Perspektiven zusammenlaufen und so ein Kontinuum von Kreativität und Interpretation entsteht. Das Beijing Art Museum ist ein Ort pluralistischer Ausdrucksformen und vielfältiger Wahrnehmungen – ein Raum, in dem unzählige Visionen koexistieren und gedeihen. Die Idee der „Vision“ strebt danach, diesen Reichtum aufzunehmen, wie ein Ozean, der die Zuflüsse von Gedanken und Vorstellungskraft sammelt.

Über einer U-Bahn-Linie positioniert, fungiert das Museum zugleich als Verkehrsknotenpunkt und verbindet Besucherinnen und Besucher direkt mit der Welt der Kunst. Seine skulpturale Baumasse strahlt von einem zentralen Kern aus, während linsenartige, gewellte Fassaden die Grenzen zwischen Gebäude und Landschaft auflösen und einen dynamischen öffentlichen Raum schaffen, der die lokale Gemeinschaft einbindet. Der Entwurf vereint programmatische Komplexität mit vielfältigen Nutzererfahrungen und gewährleistet dabei Flexibilität und Inklusivität.
Im Herzen des Museums befindet sich ein kaleidoskopisches Atrium, das als gravitativer Mittelpunkt wirkt und die verschiedenen Programmbereiche nach innen zieht. Dieser kreisförmige Raum verfügt über halboffene Zonen für Ausstellungen und soziale Interaktion auf mehreren Ebenen und schafft so vertikale Verbindungen und räumliche Kontinuität im gesamten Gebäude. Galerien, Depots und unterstützende Funktionen winden sich spiralförmig um das Atrium und erstrecken sich in blütenblattartigen Volumen, die Panoramablicke auf die umgebende Stadtlandschaft bieten – und dabei das Erleben des Hinausblickens mit dem Gefühl des Gesehenwerdens kontrastieren.

Die Landschaftsgestaltung, als organische Erweiterung der strahlenden architektonischen Sprache des Gebäudes konzipiert, entfaltet sich zu großzügigen öffentlichen Räumen, die Skulpturen, Dialoge und Aktivitäten im Freien einladen. Sie ist nicht bloß ein Zusatz, sondern ein räumliches Kontinuum, in dem Architektur, Landschaft und Innenraum zu einem einheitlichen kulturellen Gefüge verschmelzen. Durch dieses Zusammenspiel überschreitet das Beijing Art Museum seine physischen Grenzen und projiziert seine Präsenz und Wirkung in den urbanen Raum und darüber hinaus. Es wird zu einem Ort der Zusammenführung – der Menschen, Ideen und Erfahrungen verbindet – und zugleich das Kontinuum der Zeit zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft feiert.
Das Beijing Art Museum integriert Nachhaltigkeit als zentrales Element seines Konzepts. Photovoltaikanlagen auf dem Dach sowie eine resiliente Landschaftsgestaltung mit Wassermanagement-Strategien nach dem Prinzip der „Schwammstadt“ schaffen ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Architektur und Ökologie.
Der Baubeginn des Beijing Art Museum erfolgte am 31. Dezember 2025, die Eröffnung ist für 2029 geplant.

Quelle: Snøhetta · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt