Hamburg (pm) – Das Siegerkonzept des freiraumplanerischen Wettbewerbs zur Neugestaltung der Lüneburger Straße setzt auf ein markantes „rotes Band“, neue Aufenthaltsbereiche und mehr Grün. Mit der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse im Harburger Rathaus werden die Visionen sichtbar und für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht.
Christian Carstensen, Bezirksamtsleiter Harburg: „Die Lüneburger Straße bildet zusammen mit der Seevepassage und dem Marktplatz Sand die zentrale Einkaufsmeile für den Bezirk und das gesamte Umland. Es wird Zeit, diesem identitätsstiftenden Ort ein modernes und ansprechendes Äußeres zu verleihen. Das Wettbewerbsergebnis unterstreicht den ernsthaften Willen der Stadt, die Lüneburger Straße für die vielen heutigen Nutzerinnen und Nutzer attraktiver zu machen und früheren und künftigen Gästen in Zukunft einen Grund zum Neuentdecken zu geben. Allen Beteiligten, die zu der jetzt vorliegenden Planung beigetragen haben, danke ich herzlich.“
Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg: „Mehr Grün, zwei einladende Aufenthaltsbereiche und ein Klinkerbelag, der sich wie ein roter Teppich durch Harburgs Hauptfußgängerzone zieht – so sehen die Entwurfsverfasser die Lüneburger Straße der Zukunft. Die Neugestaltung der Lüneburger Straße wird dazu beitragen, die Harburger Innenstadt wieder zu einem attraktiven, belebten urbanen Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität zu entwickeln.“
Die Fußgängerzone Lüneburger Straße prägt das Bild der Harburger Innenstadt, ist jedoch in die Jahre gekommen. Ihre Weiterentwicklung spielt eine zentrale Rolle für das RISE-Fördergebiet Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost. Die geplante Neugestaltung soll lebendige Stadträume mit einladenden Aufenthaltsbereichen schaffen.
Im freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb haben neun Teams zukunftsweisende Konzepte erarbeitet. Fünf Teams wurden ausgewählt, ihre Entwürfe in einer zweiten Phase zu überarbeiten. Während des gesamten Verfahrens wurden Bürgerinnen und Bürger, Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Gewerbetreibende aktiv eingebunden und ihre Hinweise konnten in die Planung einfließen. Das Preisgericht entschied sich am Ende einstimmig für das Konzept von Bruun und Möllers mit BRP.
Nach erfolgreicher Beendigung des freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs wird nun die Planung gestartet. Die Planungskosten umfassen rund 800.000 Euro und werden je zur Hälfte aus RISE-Mitteln und Mitteln der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) finanziert.
Für die rund 11.000 Quadratmeter große Fußgängerzone sehen die Planenden eine Weiterführung des identitätsstiftenden „roten Bandes“ vor: Der ortstypische rote Klinker im Fischgrätverband wird in der Lüneburger Straße und den Nebenstraßen als „roter Teppich“ fortgeführt. Entlang der Fußgängerzone sollen zwei Natursteininseln aus Granit das rote Band ergänzen und verschiedene Nutzungen wie Aufenthalts- und Begegnungszonen, Begrünung und Außengastronomie integrieren. Die Materialwahl unterstützt die barrierefreie Gestaltung und bietet taktile und visuelle Orientierung für sehbehinderte Menschen. Um an engen Stellen mehr Raum und optimierte Rettungsgassen zu schaffen, ist die Fällung von vier Bäumen vorgesehen. Gleichzeitig sind zahlreiche Neupflanzungen geplant. Alte, erhaltenswerte Bäume werden an ihren Standorten durch neue Beeteinfassungen aufgewertet und gesichert. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Lüneburger Tor, das sich zu einem platzartigen Raum öffnet und eine neue Aufenthaltsqualität bieten wird. Farbige Baumpflanzungen und ein bodenbündiges Wasserspiel schaffen einen attraktiven Ort für Spiel, Begegnung und Entspannung. Zudem soll der Platz künftig als multifunktionaler Raum erlebbar sein, so dass er für unterschiedliche Anforderungen und Veranstaltungen genutzt werden kann.
Hintergrund: Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE)
Das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) fördert lebendige stabile Quartiere und damit den sozialen Zusammenhalt in der Stadt. Es fasst die Programme der Städtebauförderung unter einem Dach zusammen mit dem Ziel, Quartiere mit besonderem Entwicklungsbedarf städtebaulich aufzuwerten und sozial zu stabilisieren. Die Lebensqualität in den Quartieren wird durch Investitionen in die Bildungsinfrastruktur und soziale Infrastruktur, in das Wohnumfeld, in die Qualifizierung öffentlicher Plätze, Freiflächen und Grünanlagen sowie Stärkung von Versorgungsstrukturen verbessert.
Hamburg hat derzeit 25 RISE-Quartiere ausgewiesen, die in den verschiedenen Programmen der Städtebauförderung gefördert werden. Insgesamt werden 27 Fördergebiete gezählt, da einige Quartiere in mehreren Programmen der Städtebauförderung festgelegt sind.
Quelle: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg