Oss, Niederlande (abki) – Der Sibeliuspark in Oss wurde von einer vernachlässigten, wenig genutzten Grünfläche in einen einladenden, lebendigen und vielfältigen 25 Hektar großen Stadtpark verwandelt. Entworfen von KCAP als Landschaftsarchitekt, bietet das Projekt eine naturinklusive, klimaadaptive Umgebung, die über 400 neu gepflanzte Bäume, ein vielseitiges Angebot für alle Altersgruppen sowie integrierte Wohnbebauung miteinander verbindet. Der Urban Ox Park mit Skatepark, Pumptrack und Calisthenics-Anlage dient nun als pulsierendes Herzstück des erneuerten Sibeliusparks.
Projekt-Highlights
- Transformation eines vernachlässigten Parks auf 25 Hektar zu einem lebendigen, naturinklusiven urbanen Zielort
- Über 400 neue Bäume schaffen vielfältige Lebensräume für Vögel, Fledermäuse, Bienen, Schmetterlinge und Amphibien
- Markantes 3,5 Meter breites „Parkband“ verbindet den Park mit dem Talentencampus und dem TOP-Oss-Stadion
- Urban Ox Park vereint Skatepark, Pumptrack und Calisthenics-Angebote für alle Altersgruppen und Fähigkeiten
- Integrierte Wohnbebauung und klimaadaptive Wadis zur Regenwasserbewirtschaftung und Förderung der Biodiversität
Lebendigkeit durch Gestaltung schaffen
Der Sibeliuspark war zuvor überdimensioniert und aufgrund fehlender Angebote nur wenig genutzt. In einem Umfeld, das von Einfamilienhäusern mit privaten Gärten geprägt ist, fehlten dem Park Identität und zeitweise auch Sicherheit. KCAPs Entwurfsstrategie machte den Park kompakter, lebendiger und attraktiver – durch die Integration von Wohnbebauung, vielfältige Nutzungsangebote sowie abwechslungsreiche Topografie und Bepflanzung. Mehrere Wohnprojekte im und um den Park schaffen eine lebendige Nachbarschaft, während neue Programme den Raum für Menschen aller Altersgruppen und Fähigkeiten reaktivieren – von Anwohner:innen bis hin zu Besucher:innen aus der ganzen Stadt und Region.




Ein Rahmen für die Zukunft
Inspiriert von der lokalen ländlichen Landschaft ist die Gestaltung des Parks in einem robusten, zukunftssicheren räumlichen Rahmen organisiert. Mehr als 400 neue Bäume ergänzen den bestehenden alten Baumbestand und bilden sogenannte „Parkkammern“, die an die kleinräumige Mosaiklandschaft der Umgebung anknüpfen. Dieser Rahmen sorgt für Einheit und verbessert zugleich die Orientierung und Lesbarkeit des Parks.
Ein markantes, 3,5 Meter breites „Parkband“ führt als Rundweg durch den Park. Es schafft eine klare Identität und verbindet den Sibeliuspark mit umliegenden Bereichen wie dem Talentencampus und dem TOP-Oss-Stadion. Die großzügige Route ist für Spaziergänge, Radfahren und Skaten ausgelegt, während ein Netz halb befestigter Wege die angrenzenden Wohngebiete verbindet und verschiedene Routen durch den Park ermöglicht.
Die Aktivitäten konzentrieren sich entlang dieser Schleife, wodurch zufällige Begegnungen gefördert und Sichtbarkeit sowie Sicherheit verbessert werden. An strategischen Stellen weitet sich das Band zu kleinen Bereichen: Treffpunkten und Plätzen, die Zugang zu den unterschiedlichen Programmbereichen bieten. Stadtmöblierung wurde gezielt in diesen Bereichen platziert, um den übrigen Park frei von Hindernissen zu halten.
Die Integration von Wohnbebauung im Park erfordert eine sorgfältige Gestaltung des Übergangs zwischen privatem und öffentlichem Raum. Die Häuser liegen leicht erhöht, während Böschungen und Wadis als natürliche Pufferzonen dienen. Ein großzügig dimensionierter Gehweg vor den neuen Häusern fungiert als gemeinschaftlicher Raum, aktiviert den Parkrand und fördert soziale Interaktion zwischen Bewohner:innen und Parkbesucher:innen – wodurch die Grenze zwischen Wohnen und Park bewusst verschwimmt.


Naturinklusiv und klimaadaptiv
Die Parklandschaft hat sich von einer einfachen Rasenfläche mit Bäumen zu einem reichen und vielfältigen Spektrum an Lebensräumen entwickelt. Ein durchgängiges Baumnetz ermöglicht Vögeln und Fledermäusen Nahrungssuche und Brutplätze. Eine Bienenlandschaft mit blühenden Wiesen bietet Nahrung und Nistmöglichkeiten für Bienen, Schmetterlinge und Amphibien. Ökologische Uferbereiche und Wadis schaffen Lebensräume für verschiedene Wasserpflanzen, während sich der westliche Rand zu einem Waldsaum entwickelt, in dem Eichhörnchen und Igel Schutz und Nistmöglichkeiten finden. Durch diese Diversifizierung wird der Park zu einem zentralen Bestandteil der städtischen ökologischen Struktur.
Regenwasser von befestigten Flächen und Häusern wird sichtbar über offene Rinnen in Wadis im Park geleitet. Neben ihrer wichtigen Funktion zur Regenwasserbewirtschaftung steigern diese Wadis die Biodiversität und sorgen für Abkühlung während sommerlicher Hitzewellen. Durch die Modellierung der Topografie mit lokalem Bodenmaterial in einem geschlossenen Bodenhaushalt wird der Park erlebnisreicher: Hügel, Wadis und Böschungen schaffen abwechslungsreiche Blickachsen, Aussichtspunkte und zahlreiche Möglichkeiten für naturnahes Spielen.
Auf der Westseite, wo private Gärten oder Parkplätze an den Park grenzen, wurden Pufferzonen in Form eines Waldstreifens geschaffen, eingefasst durch lokal wiederverwendete Baumstämme. Die Ostseite, die an eine Hauptstraße grenzt, öffnet sich zu einem fahrrad- und fußgängerfreundlichen, von Bäumen gesäumten Boulevard, der Sichtbeziehungen und soziale Kontrolle fördert.




Vielfältige Angebote für alle
Das Parkprogramm wurde in Abstimmung mit den Bewohner:innen von Oss entwickelt und orientiert sich an den Themen Sport, Natur und Ernährung. Es macht den Sibeliuspark zu einem besonderen Zielort. Zu den wichtigsten Bereichen gehören:
Urban Ox Park: Das Herzstück des Parks umfasst einen anspruchsvollen 1.200 m² großen Skatepark mit verschiedenen Hindernissen, einen Pumptrack für Fahrräder, Roller oder Skates sowie eine Calisthenics-Zone für Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht. Rund um eine zentrale Fläche mit großer Holztribüne angeordnet und behutsam zwischen den bestehenden alten Bäumen integriert, heißt das inklusive Design alle willkommen – von Anfänger:innen bis zu erfahrenen Sportler:innen. Der Urban Ox Park bietet tägliche Aktivitäten sowie Veranstaltungen wie das Urban Ox Fest, ein kostenloses Festival mit Musik, Sportwettbewerben und gemeinschaftlichem Austausch.
Park Square: Ein flexibler Veranstaltungsplatz für Märkte, Konzerte, Sportturniere und Feste.
The Hill: Ein vier Meter hoher Hügel aus vor Ort ausgehobenem Bodenmaterial ermöglicht Sonnenbaden im Sommer und Schlittenfahren im Winter. Eine Tribüne auf dem Hügel bietet Ausblicke auf den Platz und den Park. Bekrönt wird der Hügel von einer beeindruckenden, 17 Meter langen und 5 Meter hohen industriellen Stahlschaukel, inspiriert von einem bekannten lokalen Gebäude – als Referenz an Oss’ reiches industrielles Erbe.
Heath Garden Playground: Eine unregelmäßig geformte Sitzkante definiert diese gemeinschaftliche Zone zwischen den neuen Wohnhäusern. Sie zeigt typische lokale Heidelandschaft mit Spielhügeln, Sand, blühender Heide und wogenden Gräsern.
Community Gardens: Gemüsebeete mit Gewächshaus und Wasserpumpe stehen den Anwohner:innen zur Verfügung. Ergänzt werden sie durch einen Spielplatz für Kleinkinder und ein zentrales „offenes Feld“ für Drachensteigen, Picknicks und Festivals.
„Der Sibeliuspark wurde wieder lebendig, indem vielfältige Natur geschaffen und den Menschen viele Gründe gegeben wurden, zu bleiben.“ – Pieter Theuws, Landschaftsarchitekt



Projektteam
Kooperationspartner: Stichting Urban Ox Park & Koning Willem I College
Beratung: RA+ ingenieurs
Möblierung / Ausstattung: Furns
Fotografie: Aiste Rakauskaite
Quelle: KCAP · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt