30. November 2021

„Seiner Zeit weit voraus“ Haus Bruno Lambart, Düsseldorf

Schalksmühle (pm) – Die Alltagsarchitektur der Fünfzigerjahre fristet oft einen Dornröschenschlaf. Zu nüchtern und zu zurückhaltend ordnen sich die Wohnbauten zuweilen dem städtischen Kontext unter. Doch manchmal findet ein besonderes Exemplar zu neuem Leben, wie im Düsseldorfer Zooviertel das Wohnhaus des Architekten Bruno Lambart (1924-2014), welches er 1955 für sich und seine Familie gebaut hatte. Nidus Studio gelang mit der Revitalisierung eine sensible und zugleich smarte Transformation des Bestands in die Zukunft. Entstanden ist ein Stadthaus, das bis in Details hinein selbstbewusst von seiner Geschichte erzählt und zugleich den Sprung in die Gegenwart wagt. Dabei ergänzen die Schalterserien LS 1912 und LS 990 die ganzheitlich gedachte Gestaltung mit zeitgemäßer Funktionalität und Eleganz.

 

(c) Henrik Schipper / JUNG

 

(Ge)Schichten entdecken

Das Wohnhaus wurde für Bruno Lambart, der sein damaliges Architekturbüro noch in Partnerschaft mit seinem Studienfreund Günter Behnisch (1922-2010) führte, zum Fundament einer beachtlichen Karriere. Zahlreiche Schulen, Rathäuser, Bürgerzentren, Verwaltungsbauten und Krankenhäuser im gesamten Rheinland gehen auf ihn zurück. Doch das Düsseldorfer Haus sollte zeitlebens sein einziger privater Wohnbau bleiben. Nach dem Tod des Architekten übernahmen Ana Vollenbroich und Annelen Schmidt-Vollenbroich das Haus von der Familie. Im Kontext der Häuser aus ähnlicher Bauzeit sticht dieses Stadthaus durch die großflächige Verglasung auf. Technologisch, aber auch gesellschaftlich ein absolutes Novum für die damalige Zeit.

 

(c) Henrik Schipper / JUNG

 

Architektur

Im Zuge der Modernisierung legte Nidus Studio besonderen Wert auf den Erhalt der stilprägenden Elemente der Wiederaufbauzeit. So wurde die prägnante Straßenfassade mit der Grundstruktur großflächiger Verglasungen und den schmalen, über die gesamte Fassadenbreite verlaufenden Austritten erhalten, aber durch heutige Standards ergänzt. Anstelle einer musealen Rekonstruktion kam es zu einer selbstverständlichen Weiterentwicklung, ohne die Identität zu stören. Auch die dunklen Klinkerriemchen und die Zierelemente aus Beton, die vor der Fassade stehen, sowie das für seine Zeit typische gewendelte Treppenhaus im Inneren blieben erhalten.

 

(c) Henrik Schipper / JUNG

 

Flexibilität der Wohnräume

Die bereits zur Entstehungszeit wegweisende Grundrissstruktur des Gebäudes konnte mit nur wenigen Eingriffen übernommen und für moderne Ansprüche fit gemacht werden. In den oberen Stockwerken wurde die Küche in den offenen Wohnraum zur Straßenseite und die Ausrichtung des Bades zum Garten hin verlegt. So entstanden großzügige Wohnungen, die zudem eine smarte Zonierung zwischen halböffentlichen und privaten Räumen ermöglichen. Das straßenseitig nicht in Erscheinung tretende Garten- sowie das Erdgeschoss wurden durch eine neue, interne Treppe miteinander verbunden. In den darüberliegenden Etagen sowie dem ausgebauten Dachgeschoss entstanden vier weitere, zeitgenössische Wohneinheiten.

Der Ausbau erfolgte wiederum im Sinne einer Neuinterpretation der vorgefundenen Fünfzigerjahre-Architektur. Natürliche, hochwertige Materialien wie der schwarze Terrazzo im Treppenhaus, weiß getünchte Wände und ein Eichenparkett prägen die Wohnräume. Der Farbkanon orientiert sich an den changierenden Tönen der Klinkerriemchen. Mit einem Sinn für feine Details, Material und Farbe entstand ein zurückhaltendes Interieur, das sich dem Grundgedanken des puren Entwurfs von Bruno Lambart unterordnet.

 

(c) Henrik Schipper / JUNG

 

JUNG

Die Formgebung ist schlicht und funktional. Dazu passend wurden Lichtschalter aus der eleganten Serie LS 1912 von JUNG in der Ausführung Dark verbaut. Das Spielerische des Kippschalters in Verbindung mit zeitgemäßer Technologie, aber auch das Filigrane der Rahmen passt zur Anmutung der geometrischen Formen des Hauses. Die Schalter sind aus Aluminium gefertigt und in einem edlen, dunklen Braunton lackiert. Ihre zylindrischen Kippschalter sind als Taster mit Dimmfunktion ausgebildet und verbleiben so durchgehend in einer mittleren Position, was in der Kombination von mehreren Schaltern wesentlich zu einem ruhigen Erscheinungsbild beiträgt. Passend zu den Lichtschaltern in LS 1912 wurden Steckdosen und Temperaturregler ebenfalls in der Ausführung Dark aus dem verwandten Programm LS 990 gewählt. So werden aus notwendigen funktionalen Elementen besondere Schmuckstücke an der Wand.

Pressemitteilung: Albrecht JUNG GmbH & Co. KG