7. Dezember 2021

Schweizer Bauforum 2021 Nachhaltiges Bauen – nachhaltige Immobilien

Luzern (pm) – Am 17. November findet zum vierten Mal das Schweizer Bauforum statt. Die Leitfragen lauten: Wie funktioniert das menschenzentrierte Bauen? Worauf gilt es dabei zu achten? Welche Qualitäten sind vorhanden? Das Bauforum versteht sich als Beitrag zu aktuellen Themen und zur Klimadiskussion – pragmatisch, konkret und lösungsorientiert.

Das Bauforum, das am Nachmittag des 17. November 2021 an der Hochschule Luzern in Rotkreuz stattfindet, ist eine gemeinsame Veranstaltung des Netzwerks Nachhaltiges Bauen Schweiz NNBS und der Hochschule Luzern. Es richtet sich an öffentliche und private Bauherrschaften, Investoren (PK, Versicherungen, Banken), Projektentwicklerinnen und -entwickler, Generalunternehmen, Fachkräfte aus dem Facility Management und der Immobilienbranche, an Architektinnen und Architekten sowie an Planende. Es steht unter dem Titel «Nachhaltiges Bauen – nachhaltige Immobilien». Nachhaltig können Immobilien und Regionen nur dann sein, wenn sie auf den Menschen ausgerichtet sind. Deshalb dreht sich an der Veranstaltung alles um menschenzentriertes Bauen.

Drei Fragen an die Referentin Sabrina Contratto

Eine der Referentinnen ist Sabrina Contratto, Gründerin und Leiterin von CONT–S. Sie ist spezialisiert auf Strategien für neuartige und nachhaltige Visionen, für Städte sowie Unternehmen. Im Vorfeld beantwortet sie einige Fragen zum Thema ihres Beitrags: «10-Minute Neighbourhood».

Sabrina Contratto, Sie sprechen auf dem Schweizer Bauforum über «10-Minute Neighbourhood – Kurze Wege sind die Zukunft». Was ist darunter zu verstehen?

Heutzutage wohnt, arbeitet und konsumiert kaum mehr jemand am selben Ort. Rund vier Millionen Schweizerinnen und Schweizer pendeln zur Arbeit, morgens hin, abends zurück. Ein energetischer, ökonomischer, ökologischer und gesundheitlicher Wahnsinn. In einer 10-Minuten Nachbarschaft hingegen rücken die unterschiedlichsten Nutzungen wieder näher zusammen, so dass ich meinen Alltag innerhalb von 10 Minuten bewältigen kann, und zwar zu Fuss.

Was sollten Menschen in ihrem Zehn-Minuten-Fussweg-Radius vorfinden?

Ein alltägliches Angebot an Detailhandel, Fitnesscenter, Restaurants und Gesundheit. Damit dieses Angebot jedoch überlebt, muss es genügend häufig nachgefragt werden, es benötigt also genügend Personen, die in der Nähe wohnen und arbeiten. Dabei sprechen wir gerne von einem optimalen Verhältnis von 2 Bewohnern zu 1 Vollzeitstelle, um eine monotones Schlaf- oder ein langweiliges Bürogebiet zu vermeiden. Eine hohe Personendichte verlangt nach einer hohen Qualität und adäquaten Quantität des öffentlichen Raums.

Warum sind in der Praxis viele Quartiere nicht lebenswert?

Aus meiner Sicht spricht man aus unterschiedlichen Gründen von einem sogenannten (urbanen) lebenswerten Quartier. Sozial und angebotsmässig durchmischt, sorgfältig gestalteter und vielseitiger Aussenraum, hochwertige Architektur und gute Infrastruktur, bestehend aus ÖV-Anschluss, Quartierladen, guten Schul- und Gastroangeboten. Ist einer oder mehrerer dieser Aspekte nicht gegeben, wird es anstrengend. Leider sind an zentralen Lagen die zulässigen Baudichten restriktiv, was dazu führt, dass an Siedlungsrändern verdichtet wird, wo niemand wohnen will und die Infrastruktur fehlt, was wiederum zu hohem Leerstand und somit zu monotonen und unbewohnten Quartieren führt. Also keine räumliche Qualität zur Folge hat. Leider fehlt es nach wie vor an grossräumigen, datenbasierten und städtebaulichen Gesamtstrategien. Eine verpasste Chance, wie ich finde.

Pressemitteilung: Hochschule Luzern