15. August 2022

Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrhauses Kaufbeuren

München (pm) – Die Neubauten ergeben zusammen mit dem bestehenden Kopfbau ein Ensemble, das sich um einen geschützten Innenhof lagert. Mit der Gebäudestellung werden die beiden Richtungen der Umgebungsbebauung und der Neugablonzer Straße aufgenommen. Der Schlauchtrocken- und Übungsturm verdeutlicht als Hochpunkt die Nutzung des Ensembles.

 

„Beim Entwurf des Neubaus Feuerwehr Kaufbeuren steht die Funktionalität im Vordergrund. Unser Ziel war es dennoch, ein in den städtischen Kontext, eingebundenes Gebäude zu entwickeln. Typologie und Körnung der Feuerwehr orientieren sich an dem gebauten Bestand.“ so Sebastian Kittelberger. (c) dasch zürn + partner architekten Partnerschaft mbB

 

Die Alarmplätze liegen im östlichen Teil des Grundstücks mit Zufahrt von der Neugablonzer Straße. Die Zugänge erfolgen vom Innenhof und den Parkplätzen aus. Die Einsatzzentrale liegt im Erdgeschoss mit Blick in die Fahrzeughalle sowie auf den Innenhof und die Alarmausfahrt.

Die einzelnen Nutzungsbereiche sind deutlich ablesbar, verbinden sich aber durch eine einheitliche Materialität zu einem Architekturensemble. Die geschlossenen Außenwandflächen mit einer profilierten Metallbekleidung bilden einen spannungsreichen Kontrast zu den großflächigen Verglasungen und Toren. Eine funktionale sowie gestalterisch überzeugende Lösung. Die Realisierung erfolgte in drei Bauabschnitten.

„Eine schöne Herausforderung war der Neubau des Feuerwehrhauses und des Turms für die Stadt Kaufbeuren. Der Neubau Feuerwehrhaus Kaufbeuren besticht durch moderne Architektur, klare Formsprache und Funktionalität. Die unterschiedlichen Gebäudeteile, bestehend aus dem Gerätehaus, der Fahrzeughalle, dem Schlauchturm und dem Kopfbau, werden durch die einheitliche Materialität zu einem harmonischen Architekturensemble zusammengefasst. Dieses Feuerwehrhaus ist eine individuelle Baulösung mit attraktiver Innenausstattung. Nach über zwei Jahren Planung und zwei Jahren Bauphase blicken wir auf ein erfolgreiches Projekt zurück. Es hat uns viel Freude bereitet, mit allen Projektbeteiligten dieses einzigartige Gerätehaus für Kaufbeuren zu realisieren.“ so Sebastian Kittelberger, Architekt bei dasch zürn + partner.

(c) dasch zürn + partner architekten Partnerschaft mbB

 

 

 

Tragwerk

Die Stahlbetonkonstruktion der Fahrzeughallen besteht aus Fertigteilstützen, Stahlbetonbindern und einer oberseitigen Halbfertigteildecke. Im zweigeschossigen Funktionsbereich werden die Stahlbetonflachdecken durch Wände oder wandartige Träger gestützt. Im Sinne der erforderlichen Robustheit wurde auch der Schlauch-/Übungsturm als Stahlbetonstruktur ausgeführt.

Materialien

Die Sektionaltore und Fenster wurden mit den langlebigen Materialien Metall und Glas ausgeführt. Die geschlossenen Außenwandflächen erhielten eine hinterlüftete profilierte Metallbekleidung.

 

„Besonders ästhetisch ist bei dieser Feuerwehr die harmonische Kombination der unterschiedlichen Materialien – großformatige Sichtbetonelemente, Metall und Glas. Das Zusammenspiel wirkt gleichzeitig leicht und grazil, aber auch robust. Die Außenfassaden – mit belastbaren Sektionaltoren der Fahrzeughallen – sind in einem spannungsreichen Farbspiel aus Rot und Grau gehalten. Unverwechselbar ist das Gebäude als Feuerwehr klar erkennbar. Diese Feuerwehr spricht eine moderne, klare, reduzierte Architektursprache.“, so Sebastian Kittelberger (c) dasch zürn + partner architekten Partnerschaft mbB

 

Nachhaltigkeit

Die kompakten Gebäudeteile des Neubaus ergeben ein günstiges Verhältnis der Hüllfläche zum Raumvolumen. Die extensive Dachbegrünung bildet einen mechanischen Schutz der Dachhaut und fungiert als Regenwasserspeicher.

Energie-/Technikkonzept
HLS

Die Wärmeversorgung der drei Gebäude erfolgt über eine Gasbrennwertkesselanlage. Zur Deckung des regenerativen Anteils gemäß EEWärmeG wurde eine Grundwasserwärmepumpe vorgesehen.

ELT

Die elektrische Energieversorgung des gesamten Areals erfolgt über eine Zuleitung aus dem öffentlichen Netz der VWEW Energie. Bei Ausfall der öffentlichen Stromversorgung oder Fehler in der elektrischen Anlage wird ein stationäres Notstromaggregat eingesetzt.

 

„Die Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrhauses Kaufbeuren besticht durch ihre klaren Geometrien. Die geschlossenen Außenwandflächen bestehen aus Sichtbeton und profilierter Metallbekleidung, welche sich bis zur Spitze des Schlauchs- bzw. Übungsturmes hochziehen.“ so Sebastian Kittelberger (c) dasch zürn + partner architekten Partnerschaft mbB

 

Baudaten

Wettbewerb:                           2016 | 1. Preis

Bauherr:                                  Stadt Kaufbeuren

Standort:                                 Neugablonzer Straße 10, 87600 Kaufbeuren

Fertigstellung:                          11/2019

Leistungsumfang:                    1 – 9

Architekturteam:                    Sebastian Kittelberger, Gregory Leidel, Klaus Knittel, Jannik Lambrecht

Tragwerksplanung:                 tragwerkeplus, Reutlingen

HLS Planung:                           IB Wagner, Reutlingen

Elektroplanung:                                  KIENLE Ingenieure, Ostrach

Fotograf:                                 Bernhard Tränkle, ArchitekturImBild

BGF:                                        3.300 m²

NF:                                          2.340 m²

BRI:                                          15.589 m³

Auszeichnung:                        DAM Preis 2022 Longlist, german-architects 02|2021 Bau der Woche

 

(c) dasch zürn + partner architekten Partnerschaft mbB

 

 

Pressemitteilung: dasch zürn + partner architekten Partnerschaft mbB