1. Oktober 2022

Saarländische Bauwirtschaft schlägt Alarm!

Saarbrücken (pm) – Infolge des Krieges gegen die Ukraine und der erfolgten Sanktionen gegen Russland kommt es in der saarländischen Bauwirtschaft zu einer massiven Preissteigerung für Baustoffe – wenn diese überhaupt noch verfügbar sind.

„Die saarländische Baubranche ist in heller Aufregung“, so Christian Ullrich, stellv. Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Bauwirtschaft des Saarlandes (AGV Bau Saar). „Unsere Betriebe aus allen Gewerken berichten, dass viele Baustoffe, insbesondere aus erdölbasierten Kunststoffen, überhaupt nicht mehr lieferbar sind und wenn doch, nur zu extrem hohen Preisen“, so Ullrich weiter.

Einer der wichtigsten Zementproduzenten in Deutschland, der Baustoffkonzern HeidelbergCement AG hat bereits angekündigt, aufgrund der Preissteigerung bei Energie seine bisherigen Preise schnellstmöglich anzuheben. Auch gibt es massive Lieferschwierigkeiten und ebenfalls Preissteigerungen im Bereich von Baustahl. Bauunternehmen erhalten zurzeit oft nur Tagespreise, die eine langfristige Kalkulation für ein Bauprojekt unmöglich machen.

Auch berichten die saarländischen Straßenbauer, dass sich die Preise für Asphalt, der u.a. aus dem Erdölprodukt Bitumen besteht, mehr als verdoppelt haben. Hier droht kurzfristig eine massive Versorgungslücke.

Die Bauwirtschaft ist als transportintensivste Branche der Volkswirtschaft auch massiv von der Preisentwicklung bei Diesel betroffen, der aktuell kaum noch kalkuliert werden kann.

„Durch die Entwicklung im Bereich der Baustoffe drohen saarländischen Bauunternehmen existenzgefährdende Verluste“, so Ullrich. „Bauunternehmen arbeiten jetzt Aufträge ab, die im letzten Jahr – zu ganz anderen Materialpreisen – kalkuliert wurden“. Deshalb, so Ullrich weiter, mache diese außergewöhnliche Situation einen partnerschaftlichen Umgang zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer notwendig. Dabei seien insbesondere vertragliche Lösungen gefordert, die vor allem den Fortgang auf den Baustellen sicherstellen und die Unternehmen ebenso wie die Bauherren vor unkalkulierbaren Kostenrisiken adäquat abschirmen.

Ullrich verweist dabei auf die Hochphase der Corona-Pandemie, in der bei vergleichbaren Problemen, insbesondere von öffentlichen Auftraggebern, kurzfristige und pragmatische Lösungen gefunden wurden.

Pressemitteilung: Arbeitgeberverband der Bauwirtschaft des Saarlandes e.V.