4. April 2026

RSHP und ALA Concept planen neues Terminal für Flughafen Casablanca

© ALA + RSHP

Casablanca (abki) – RSHP, ALA Concept und EGIS haben den Wettbewerb zur Planung eines neuen Terminals am Flughafen Mohammed V in Casablanca gewonnen. Die Inbetriebnahme ist für 2029 vorgesehen – rechtzeitig vor der FIFA-Weltmeisterschaft 2030.

Das National Office of Airports (ONDA) initiiert mit dem Projekt eine Erweiterung des Flughafens mit einer Kapazität von zunächst 20 Millionen Passagieren jährlich. Das Investitionsvolumen beträgt 12 Milliarden Dirham. Ziel ist es, die Position Marokkos im internationalen Luftverkehr zu stärken und eine Infrastruktur zu schaffen, die internationalen Standards entspricht.

Der Entwurf folgt einer H-förmigen Grundstruktur und ist auf die Anforderungen eines Drehkreuzbetriebs ausgelegt. Dazu zählen optimierte Umsteigezeiten, effiziente Gepäckabfertigung und ein leistungsfähiger Zugang zu Flugzeugpositionen. Gleichzeitig wird das erwartete Wachstum des Luftverkehrs berücksichtigt und die Entwicklung von Royal Air Maroc unterstützt.

Architektonisch orientiert sich das Projekt an lokalen Bezügen: Die Dachlandschaft nimmt mit ihren geschwungenen Formen Bezug auf die Wellen des Atlantiks und verweist auf die Lage Casablancas als Küstenstadt. Die ockerfarbene Untersicht mit hexagonalem Muster sowie integrierten Oberlichtern greift Materialien und Motive der marokkanischen Architektur auf, darunter Bejmat und Terrakotta-Zellige.

Ein wesentliches Element ist die Anbindung an das Hochgeschwindigkeitsbahnnetz (LGV), das Kenitra mit Marrakesch verbindet. Diese Integration soll die Erreichbarkeit des Flughafens verbessern und die Verbindung zu wichtigen urbanen Zentren beschleunigen. Damit wird eine stärkere Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger angestrebt.

Zum Gesamtprojekt gehören zudem eine neue parallele Start- und Landebahn mit einer Länge von 3.700 Metern und einer Breite von 45 Metern, zusätzliche Rollwege, Flugzeugabstellflächen sowie ein neuer Kontrollturm.

Das Terminal erstreckt sich über drei Ebenen und zielt auf eine Neugestaltung der Passagierabläufe ab. Geplant sind unter anderem begrünte Aufenthaltsbereiche, Einzelhandelsflächen, eine Duty-Free-Zone, VIP-Lounges sowie ein Hotel mit Blick auf das Vorfeld.

Mit der Umsetzung wurde im Januar 2026 ein Joint Venture unter Führung der Bauunternehmen SGTM und TGCC beauftragt. Die vorbereitenden Bauarbeiten begannen im Juli 2025 und sind abgeschlossen. Die erste Bauphase soll 2029 übergeben werden.

Das Projekt ist Teil der nationalen Strategie „Airports 2030“ und steht im Kontext der Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2030. Es soll die Rolle Casablancas als internationalen Verkehrsknotenpunkt zwischen Afrika, Europa und weiteren globalen Märkten stärken.

Quelle: RSHP · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt