15. Juli 2024

Rohstoff, Baustoff, Baukultur: Ettersburger Gesprächskreis legt Strategiepapier für kreislauffähiges Bauen vor

© Axel Clemens

Potsdam (pm) – „Rohstoff, Baustoff, Baukultur“ – unter dieses Motto stellte die Bundesstiftung Baukultur das 15. Ettersburger Gespräch am 7. und 8. September 2023. In einem gemeinsamen Strategiepapier fordern 100 Expertinnen und Experten aus Planung, Politik, Bau-, Immobilien- und Wohnungswirtschaft die Verwendung von Baustoffen an den Prinzipien des nachhaltigen Bauens auszurichten, den Einsatz von Sekundärrohstoffen zu steigern sowie ein nachhaltiges Ressourcen- und Flächenmanagement bei gleichzeitig hoher Gestaltqualität.

Das Ettersburger Gespräch hat sich bereits in den Vorjahren mit der Thematik nachhaltiger Bauweisen intensiv befasst und hierzu in Strategiepapieren eigene Ziele und Forderungen an die Politik formuliert. Es sieht die Notwendigkeit, zielgerichtete Technologiestränge zu verfolgen und den Weg zu einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft konsequent weiterzugehen. Zu den drei Basisfaktoren der laufenden Transformation einigen sich die Teilnehmenden des Ettersburger Gesprächs auf folgende Erklärungen:

Das Strategiepapier stellt drei Themen in den Fokus:

Rohstoff: Rohstoffverfügbarkeiten und -kosten sowie die Gewährleistung ausreichender Rohstoffreserven sind bei allen Material- und Gestaltungsfragen von vornherein einzubeziehen. Eine Steigerung des Einsatzes von Sekundärrohstoffen und die rasche Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft sind geeignet, die verbleibenden natürlichen Ressourcen der Erde zu schonen, den Verlust der Biodiversität zu stoppen und so die Lebensgrundlagen generationsübergreifend zu sichern.

Baustoff: Die Verwendung von Baustoffen ist an den Prinzipien des nachhaltigen Bauens auszurichten und der notwendige Innovationswettbewerb zwischen allen Bauweisen für die besten Lösungen für Klimaneutralität und Ressourcenschonung zu fördern. Dabei sollen alle Baustoffe möglichst sparsam, kreislauffähig und CO2-reduziert eingesetzt werden, um die Zukunft ressourcen- und klimaschonend zu gestalten.

Baukultur: Ganzheitliche Betrachtungsweisen bieten hohe Effizienzpotenziale zum klimaverträglichen ressourcenschonenden Planen und Bauen. Baukultur liefert hierzu sowohl vom Prozess als auch vom Ergebnis her den entscheidenden Erfolgsfaktor und insofern immateriellen Baustoff. Damit Baukultur in der Realität umgesetzt wird, sind verlässliche Standards und durchdachte Gesamtkonzepte mit nachhaltigem Ressourcen- und Flächenmanagement bei gleichzeitiger hoher Gestaltqualität notwendig.
Wegweisende Beispiele für eine gute Baukultur

Das Ettersburger Gespräch bietet viel Raum für den Austausch zu konkreten Praxisbeispielen. Aus den Perspektiven der Planungs- und Ausführungsbeteiligten und der Bauherrinnen und Bauherren wurden folgende innovative Projekte vorgestellt:

  • das Besucherzentrum Rapunzel in Legau: Ökologie von Produktion und Gebäude
  • die Rathauserweiterung in Korbach: Das anthropogene Lager nutzen
  • der Wohnungsbau Agnes-Hundoegger-Weg in Hannover: Zusammen Wohnen

Strategiepapier

Quelle: Bundesstiftung Baukultur