7. August 2022

Rethinking the Elements of Architecture – Ein Vortrag von Stefan Diez

"Wie werden unsere Utopien für nachhaltiges Leben und Arbeiten aussehen, wenn wir sie von den Elementen der Architektur her neu denken?" Stefan Diez

(c) Ingmar Kurth

München (pm) – Designer*innen, Ingenieur*innen und Handwerker*innen entwerfen Produkte als Bausteine für die Architektur und das Interieur eines Gebäudes. Über Jahrhunderte wurden diese unter dem Paradigma der Effizienz, im Kontext einer linearen Wirtschaft und im Bewusstsein eines kohärenten Gesamtbildes entworfen – sowohl auf der Ebene der Bauwerke als auch auf der Ebene des Stadtbildes.

Im Hinblick auf die Erfüllung des Pariser Abkommens von 2015 steht der Bausektor gegenwärtig unter enormem Druck, da die Bauindustrie für mehr als ein Drittel des weltweiten Energieverbrauchs und mehr als ein Drittel des weltweiten Abfalls verantwortlich ist. Nicht nur Herstellung und Unterhalt der Architektur müssen neu erfunden werden, sondern auch die Wiederverwendung, Entsorgung und Recycling dieser Komponenten müssen sich auf die Belange einer Kreislaufwirtschaft und die CO2-Emissionen, die drastisch reduziert werden sollen, konzentrieren.

Der Vortrag wird eine Reise durch die Praxis von Stefan Diez als Industriedesigner sein, die sich auf Produkte für eine Kreislaufwirtschaft konzentriert, und einen Ausblick darauf geben, wie er die Rolle von Industriedesigner in Zusammenarbeit mit Architekten sieht. Dieses Thema wurde jüngst auch im Rahmen seiner Lehrtätigkeit an der Universität für angewandte Kunst in Wien, erforscht, wo er zusammen mit seinen StudentInnen an der Gestaltung von architektonischen Elementen arbeitet, die einen signifikanten Einfluss auf das Stadtbild der Zukunft haben werden oder die auf besondere Weise das Zusammenleben der Menschen und die Art und Weise, wie sie in diesen Städten leben, verändern können.

Von Neugier getrieben und unterstützt von einem Netzwerk lokaler Handwerker*innen und Spezialist*innen, widmet sich DIEZ OFFICE mit großer Sorgfalt und Kompetenz der Umsetzung von Ideen in konkrete Produkte. Gemeinsam mit seinem Team setzt der Münchner Designer Stefan Diez vor allem auf das Potenzial der Kreislaufwirtschaft und entwickelt Alltagsprodukte, deren Bestandteile problemlos in den Materialkreislauf zurückgeführt werden können. 2020 wurde seine Leuchte „Ayno“, die nur aus drei Primärwerkstoffen besteht, mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Nach einer Ausbildung zum Schreiner, studierte Stefan Diez an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Richard Sapper Industriedesign. Nachdem er mehrere Jahre mit Konstantin Grcic zusammengearbeitet hatte, gründete er 2002 DIEZ OFFICE in München und ist heute einer der erfolgreichsten Designer Deutschlands.

Ab 2007 war Stefan Diez Professor für Industrial Design an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und wechselte 2015 an die School of Industrial Design Lund, Schweden. Seit 2018 ist Stefan Diez Leiter des Bereichs Industrial Design an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

DIEZ OFFICE entwirft und entwickelt Produkte für den täglichen Gebrauch und konzentriert sich dabei insbesondere auf das Potenzial der Kreislaufwirtschaft. Dabei ist die Arbeitsweise geprägt von Innovation durch technisches Fachwissen, Instinkt und große Experimentierfreudigkeit. So entstehen preisgekrönte Möbel, Leuchten und Accessoires in Zusammenarbeit mit international renommierten Herstellern wie Rosenthal, Thonet, Wilkhahn, HAY, e15, Magis, Vibia, Viccarbe, Wagner, Midgard, Brunner und vielen mehr.

Ein Vortrag von Stefan Diez / DIEZ OFFICE am 21. Juli 2022 um 18:30 Uhr im Oskar von Miller Forum und auf www.ovmf.de

 

Pressemitteilung: Oskar von Miller Forum