10. April 2026

Regelprozess BIM: BIM Allianz erklärt den neuen HOAI-Bestandteil für die Praxis

Berlin/Köln (pm) – Der Regelprozess BIM soll die digitale Planung einfacher, klarer und wirtschaftlicher machen. Die BIM Allianz setzte dazu auf der digitalBAU 2026 ein klares Zeichen. Im Vorfeld der HOAI-Novellierung 2026 zeigt der Verband praxisnahe Lösungen für ein praxistaugliches BIM. Damit will die BIM Allianz den Planungsprozess vereinfachen und unnötige Komplexität vermeiden.

Seit Jahren gilt Building Information Modeling als Schlüssel für effizientes Bauen. In der Praxis blieben die versprochenen Vorteile jedoch oft aus. Architektur- und Planungsbüros erleben BIM ufig als zu komplex. Zudem führen unnötige Vorgaben und Informationsanforderungen oft zu höherem Aufwand. Dadurch steigen auch die Honorare auf Auftraggeberseite, ohne dass der Mehrwert immer erkennbar ist.

Regelprozess BIM als Grundlage der digitalen Planung

An diesem Punkt setzt die BIM Allianz an. Sie rückt den Regelprozess BIM als zentrales Fundament der modellbasierten Planung in den Mittelpunkt. Die Methode konzentriert sich auf das Wesentliche. Gleichzeitig bereitet sie den Weg für die geplante HOAI-Novellierung im Jahr 2026.

Erstmals wird der Regelprozess BIM dort rechtlich verankert sein. Er soll die Grundlage für eine faire und leistungsgerechte Vergütung von BIM-Planungsleistungen schaffen. Außerdem definiert er die Grenzen zwischen Grundleistungen nach HOAI und individuell vereinbarten Besonderen Leistungen.

Matthias Pfeifer, Vorstandsmitglied der BIM Allianz, erläutert die Bedeutung des Prozesses: „Der Regelprozess BIM ist das Fundament jeder digitalen Planung, das wir jetzt mit Leben füllen. Mit unserer Kommentierung der Muster-AIA für Bundesbauten ist bereits ein zweiter wichtiger Schritt getan: Das Dokument unterstützt Planende und Auftraggebende dabei, Leistungen klar dem Regelprozess BIM oder den Besonderen Leistungen zuzuordnen. Nur durch eine solche Abgrenzung lassen sich Planungstiefe, Aufwand und Honorare präzise kalkulieren. Die Muster-AIA des Bundesbaus sind hierbei die Referenz, deren Prinzipien sich auf jedes Projekt übertragen lassen.“

Mehr Transparenz bei Informationen und Leistungen

Ein zentrales Ziel der BIM Allianz ist mehr Transparenz. Dabei geht es um die Informationen, die im Gesamtmodell und in den Teilmodellen tatsächlich geschuldet sind. So soll der Weg wegführen von Datengräbern mit irrelevanten Inhalten. Stattdessen soll eine zielführende und effiziente Informationsbereitstellung entstehen.

Dadurch bleibt der BIM-Prozess für Architekten, Fachplaner und kommunale Bauabteilungen handhabbar. Außerdem wird er verständlicher. Das schafft bessere Voraussetzungen für eine wirtschaftliche und klare Beauftragung.

Lukas Oelmüller von Staab Architekten, Gesamtvorstandsmitglied der BIM Allianz, fügt hinzu: „Wir brauchen eine Kultur der Datensparsamkeit: Nur Informationen, die für den nächsten Planungsfortschritt einen echten Mehrwert bieten, gehören in das Planungsmodell. Unser Ziel ist ein BIM, das für alle Planungsbeteiligten bedarfsgerecht definiert, eindeutig beauftragt und wirtschaftlich kalkulierbar ist.“

Regelprozess BIM auf der digitalBAU 2026

Wie sich der Regelprozess BIM in die Praxis übertragen lässt, stellte die BIM Allianz auf der digitalBAU 2026 vor. Dort zeigte sie auch den Weg von der Muster-AIA zur individuellen Projekt-AIA. In zwei Fachvorträgen auf der NEO Stage erklärten die Expertinnen und Experten, wie klare Leistungsdefinitionen den Prozess verbessern.

So können Planende und Auftraggebende die Weichen für einen wirtschaftlichen und partnerschaftlichen BIM-Prozess stellen. Gleichzeitig sorgen klare Leistungsabgrenzungen für mehr Sicherheit bei Aufwand und Vergütung.

Von der Muster-AIA zur fairen Honorierung

Matthias Pfeifer, Jana Schall und Jan-Philipp Frenking verdeutlichten in ihrem Vortrag „Vom Regelprozess zur AIA: Umsetzung in der Praxis“, wie sich die Muster-AIA für Bundesbauten auf Basis der HOAI-Novellierung in die Praxis überführen lassen. Dabei zeigten sie, welche Leistungen künftig als Regelleistung gelten. Außerdem erklärten sie, wie sich diese Abgrenzung direkt auf Projektaufwand und Honorierung auswirkt.

Michael Johl und Lukas Oelmüller schufen zusätzlich Transparenz darüber, welche Informationsmengen im Leistungsbild Gebäude und Innenräume tatsächlich geschuldet sind. Mit ihrem Beitrag auf der NEO Stage in Köln lieferten sie praxisnahe Orientierung für die faire Beauftragung von BIM-Leistungen. Damit legten sie zugleich die Basis für einen neuen Leitfaden der BIM Allianz.

Quelle: BIM Allianz