15. August 2022

Plattenbau, Stadterneuerung und Bauten der Staatssicherheit: 17. Werkstattgespräch zur DDR-Planungsgeschichte 19./20.5.

Erkner (pm) – Alle zwei Jahre veranstaltet der Forschungsschwerpunkt „Archiv und Zeitgeschichte“ – vormals die Historische Forschungsstelle – des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) das Werkstattgespräch zur DDR-Planungsgeschichte: eine Konferenz zur stadt- und planungshistorischen Forschung, an der neben Forschenden auch geschichtswissenschaftlich engagierte Privatpersonen und Zeitzeugen teilnehmen. Am 19. und 20. Mai 2022 wird das 17. Werkstattgespräch stattfinden, erstmals als Hybridveranstaltung. Im Zentrum des Programms stehen der Plattenbau und spezielle Bautypologien wie etwa Sportstätten und Bauten der DDR-Staatssicherheit.

Vor 30 Jahren ging das heutige Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) aus dem Nachlass des Instituts für Städtebau und Architektur der Bauakademie der DDR hervor. Die Werkstattgespräche zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR sind beinahe genau so lang ein Forum zur Diskussion neuer Forschungsergebnisse zwischen jüngeren und etablierten Forschenden verschiedener Disziplinen sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.

Das Programm des 17. Werkstattgesprächs spiegelt die diversen Planungsansätze und -methoden der international geführten Forschungen zur Architektur- und Städtebaugeschichte der DDR wider. Im Fokus stehen als klassische Themen unter anderem die „Platte“ sowie spezielle Bautypologien wie Sportstätten, Bauten der Staatssicherheit sowie das Schauspielhaus im ehemaligen Karl-Marx-Stadt. Ein Schwerpunkt dieses Werkstattgesprächs bilden Analysen zu Strategien des Umgangs mit historischen Stadtzentren. Hier erwarten die Teilnehmenden Vorträge zu einem Modellversuch in Halle, der behutsamen Stadterneuerung in Leipzig sowie der Vernetzung ost- und westdeutscher Städte zur Lösung von Altstadtproblemen vor und nach der Wende. Die Rezeption der DDR-Architektur in Ausstellung und Bilddokumenten wird in einer Sektion zur Visual History betrachtet.

Beinahe zur Tradition der Werkstattgespräche gehören die Themen Denkmalpflege und biografische Zugriffe mit Vorträgen zum Umgang mit Kirchen und zu den verantwortlichen Akteuren der Berliner Denkmalpflege sowie zu Richard Paulicks Tätigkeiten in Shanghai und den Architekturtheoretikern Bruno Flierl und Wolfgang Kil. Die Konferenz wird abgeschlossen durch verschiedene Blicke auf den größeren Maßstab der Stadt- sowie Territorialplanung.

Während das letzte Werkstattgespräch im Januar 2020 noch gerade so vor der Pandemie in gewohntem Rahmen stattfinden konnte, wird das 17. Werkstattgespräch aufgrund der Erfahrungen aus den letzten zwei Jahren als Hybridveranstaltung geplant: Alle Vorträge können ausschließlich digital verfolgt und diskutiert werden, während im IRS live und physisch aus Gründen der gültigen Pandemievorschriften nur das Organisationsteam, Referentinnen und Referenten sowie einige wenige Zeitzeugen anwesend sein können.

Pressemitteilung: Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS)