16. Oktober 2019

Passivhäuser: Klimaschutz mit Komfort verbinden

Energieeffiziente Gebäude selbst erleben – Passivhäuser drei Tage lang geöffnet

Darmstadt (pm) – Mehr Klimaschutz bei Gebäuden ist auch eine der Forderungen der Klimaaktivisten von Fridays for Future. Äußerst energieeffiziente Gebäude sind Teil der Lösung für mehr Klimaschutz. Wie wenig Energie Passivhäuser tatsächlich benötigen, das können Besucher bald wieder selbst erleben. Zu den Tagen der offenen Tür im Passivhaus laden Bewohner in diesem Jahr vom 8. bis zum 10. November zu sich nach Hause ein. Und das weltweit.

Erfahrungen aus erster Hand: Drei Tage lang öffnen Bewohner wieder ganz unkompliziert ihre Passivhäuser, damit sich Besucher vom niedrigen Energieverbrauch sowie dem spürbaren Wohnkomfort selbst überzeugen können. Wenn in konventionellen Gebäuden meist schon länger die Heizung läuft, dann werden die Räume in Passivhäusern bei regulären Novembertemperaturen lediglich durch die Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage sowie innere Wärmegewinne aufgewärmt. Dazu gehören die Sonneneinstrahlung sowie die Abwärme von Personen und technischen Geräten.

Energie gar nicht erst benötigen

„Am effektivsten wird ja Energie eingespart, wenn sie gar nicht erst benötigt wird. Bei Passivhäusern ist diese Art von Klimaschutz zusätzlich mit hohem Wohnkomfort verbunden. Das wollen wir mit den Tagen der offenen Tür im Passivhaus zeigen. Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr wieder Bewohner auf der ganzen Welt ihre Passivhäuser dafür öffnen“, erläutert Sabine Stillfried von der Informations-Gemeinschaft Passivhaus in Darmstadt.

Breitflächiger Klimaschutz

Nur an sehr kalten Wintertagen ist in Passivhäusern eine zusätzliche Heizmöglichkeit vonnöten. Dadurch verbrauchen Passivhäuser wenig Energie und die Heizkosten sind gering. Immer mehr Bauherren legen bei ihrem Passivhaus auch Wert auf die Erzeugung erneuerbarer Energie am Gebäude. Sie nutzen den Strom dann beispielsweise für die Wärmepumpe. Gleichzeitig sind Passivhäuser im Sommer gegen Hitze gerüstet, da unter anderem die gute Dämmung die Wärme draußen hält. Dringend notwendiger Klimaschutz im Gebäudebereich ist so breitflächig umsetzbar.

Bunte Mischung

Eine Übersicht über die Passivhäuser, die vom 8. bis 10. November 2019 besichtigt werden können, gibt es unter www.passivhausprojekte.de. Bei einigen Häusern ist eine kurze Anmeldung erwünscht. Geöffnet sind überwiegend Wohngebäude, darunter auch Passivhäuser Plus und Premium, die erneuerbare Energie direkt am Gebäude erzeugen. Auch einige Verwaltungsgebäude, Hotels, kirchliche Einrichtungen, Schulen und Kindergärten laden zu einem Besuch ein.

Bauen für die nahe Zukunft

In der Europäischen Union müssen durch die Neufassung der EU-Gebäuderichtlinie seit 2019 alle öffentlichen sowie ab 2021 alle privaten Gebäude den nearly-Zero-Energy-Standard (NZEB) erfüllen. Der Passivhaus-Standard erfüllt schon heute die Kriterien für diesen Niedrigstenergiestandard. Veranstaltet werden die Tage der offenen Tür im Passivhaus von der IG Passivhaus Deutschland, Passivhaus Austria sowie dem Internationalen Passivhaus-Netzwerk (iPHA). Die weltweite Veranstaltung findet in diesem Jahr bereits zum 16. Mal statt.

Pressemitteilung: Passivhaus Institut