13. Juli 2024

OTTO WULFF entwickelt im Neubauquartier der IBA Hamburg ein kreislaufwirtschaftliches Pilotprojekt

Hamburg(pm) – Architektonische Qualität mit Nachhaltigkeit und Re-Use-Ansätzen in einer innovativen und anspruchsvollen Quartiersentwicklung vereinen – dies waren die Anforderungen an die renommierten Architekturbüros des Werkstattverfahrens für das neue gemischt genutzte IBA Hamburg Quartier „Wilhelmsburger Rathausviertel“. Behnisch Architekten geht aus dem Verfahren als Sieger hervor und zeigt, wie nachhaltiges Bauen in der Zukunft aussehen kann.

Nach erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen OTTO WULFF und der IBA Hamburg während der Internationalen Bauausstellung 2013, wurde nun ein gemeinsames Projekt entwickelt, welches an das EU-Forschungsprojekt CIRCuIT zum Thema Kreislaufwirtschaft für regenerative Städte anknüpft. Gemeinsam mit zahlreichen lokalen Partnern und im internationalen Austausch hat OTTO WULFF in den vergangenen vier Jahren intensiv an der Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft im Bausektor gearbeitet. Die Expertinnen und Experten sind sich einig: Die Branche braucht eine Wertschöpfungskette, die eine umfassend intelligente, umweltfreundliche und regenerative Kreislaufwirtschaft ermöglicht.

(v. l. n. r.): Klaus-Peter Lorenz (Treibhaus Landschaftsarchitekten), Kay Gätgens (Geschäftsführer IBA Hamburg), Maria Hirnsperger (Behnisch Architekten), Franz-Josef Höing (Behörden für Stadtentwicklung und Wohnen), Stefan Wulff (Geschäftsführender Gesellschafter OTTO WULFF), vorne: Angie Müller-Puch (Behnisch Architekten). Foto: Pia-Alin Demirayakli, OTTO WULFF Bauunternehmung GmbH

Im Frühjahr 2023 wurde der Siegerentwurf für das Wilhelmsburger Rathausviertel ausgewählt. Während des Verfahrens ist das Bewusstsein für ein ressourcenschonendes Bauen bei allen Akteuren gewachsen. Die fundierte Forschung zu einer neuen Recycling-Beton-Rezeptur, die aus dem CIRCuiT Projekt hervorgeht, soll bei der Realisierung des Projekts in Wilhelmsburg zur Anwendung kommen. Recycling-Beton sowie nachhaltige und kreislaufwirtschaftliche Konzepte sind aus der Zukunft des Bauens nicht mehr weg zu denken.

Das Projekt von OTTO WULFF liegt gegenüber vom Bürgerhaus an den Ursula-Falke-Terrassen, auf einem Grundstück im Bereich der ehemaligen Trasse der Wilhelmsburger Reichsstraße. Es wird eines der ersten Projekte im Wilhelmsburger Rathausviertel sein, dass in die Umsetzung geht. Das Bauvorhaben liegt im Süden des zukünftigen Quartiers und bietet im aktuellen Entwurf rund 185 Eigentumswohnungen, freifinanzierte Mietwohnungen und geförderte Mietwohnungen.

Kay Gätgens, Geschäftsführer IBA Hamburg: „Innovationen und Nachhaltigkeit gehören zur DNA der IBA Hamburg. Daher stellen wir für dieses Projekt gerne ein attraktives und zentral gelegenes Baugrundstück im Wilhelmsburger Rathausviertel zur Verfügung, um zu zeigen, wie der Kreislauf städtischer Material- und Ressourcenströme geschlossen werden kann. Mit diesem nachhaltigen Projekt werden wir eine vielfältige Nutzung mit gefördertem Wohnungsbau, Gewerbe und Gastronomie umsetzen.“

Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg, lobt die Qualität des Siegerentwurfs von Behnisch Architekten: „Der Kreislaufgedanke muss in der Bauwirtschaft noch in Schwung kommen. Das Projekt in Wilhelmsburg kann dafür hilfreich und lehrreich sein. Aber trotz aller Diskussion um Konstruktion und Materialeinsatz: Am Ende geht es um gute Grundrisse, schöne Wohnungen, die bezahlbar sind, und ansehnliche Häuser. Genau diese Synthese leistet der Entwurf von Behnisch Architekten.“

„Der Siegerentwurf von Behnisch Architekten stellt es im Rahmen des anspruchsvollen Werkstattverfahrens in der Praxis unter Beweis: Mithilfe von materialeffizienten Strategien und zirkulären Konstruktionen wird der Ressourcenverbrauch minimiert und die gebaute Umwelt zum Materiallager der Zukunft ”, so Stefan Wulff, geschäftsführender Gesellschafter bei OTTO WULFF.

Behnisch Architekten präsentiert mit einem im Innen- und Außenraum sehr durchdachten, konstruktiven Entwurf nicht nur eine gute Ausarbeitung der räumlichen Qualitäten, sondern auch die Verwendung der richtigen Materialien für den richtigen Zweck. Die materialeffiziente und zirkuläre Konstruktion, die Kreislauffähigkeit der Materialien sowie die geschickte Erschließung verringern den Betoneinsatz und minimieren so den CO2-Fußabdruck des Quartiers.

© Behnisch Architekten/Moka-Studio

Exemplarisch für die hohe Qualität des Entwurfs steht unter anderem das Konzept der „Switch-Wohnungen”. Behnisch Architekten kommt dem realen Bedarf entgegen und ermöglicht durch eine flexible Raumtrennung eine lange Nutzungsdauer der Wohnungen. Durch die Möglichkeit eine 4-Zimmer-Wohnung in zwei 2-Zimmer-Wohnung zu verwandeln, schafft der Entwurf eine Anpassungsfähigkeit der zukünftigen Wohnräume an die individuelle Lebensgestaltung je nach Alter und Bedarf der Bewohnerinnen und Bewohner.

Diese und viele weitere innovative Ansätze führten im Werkstattverfahren zu einem einstimmigen Ergebnis für den Entwurf von Behnisch Architekten – und markieren so den ersten Teilerfolg auf dem Weg zu einer anspruchsvollen Quartiersentwicklung mit einer Mischnutzung.

Insgesamt entstehen im Wilhelmsburger Rathausviertel ca.1.600 Wohneinheiten mit gewerblichen Nutzungen und ergänzender sozialer Infrastruktur auf einer Fläche von 32 ha. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2024 wird die Vorweggenehmigungsreife für den Bebauungsplan Wilhelmsburg 91 erwartet. Im nächsten Schritt stellt die IBA Hamburg die Hochbaureife her, sodass im Anschluss eine Baugenehmigung erwirkt werden kann.

© Behnisch Architekten/Moka-Studio

Quelle: IBA Hamburg GmbH / OTTO WULFF Bauunternehmung GmbH