27. Oktober 2026

Neue ORGATEC-Befragung: Das motiviert Deutschlands Arbeitnehmende

Köln (pm) – Mehr Geld auf dem Konto, ein angenehmer Arbeitsplatz und weniger Bürokratie: Was brauchen Arbeitnehmende in Deutschland wirklich, um motivierter und produktiver zu arbeiten? Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Koelnmesse zur ORGATEC 2026 zeigt: Ein höheres Gehalt ist für die meisten Befragten der stärkste Anreiz, sich beruflich mehr zu engagieren. Doch auch die Arbeitsumgebung hat für 63,5 Prozent der befragten Beschäftigten einen erheblichen Einfluss auf ihre Motivation. Wie sich zukunftsfähige Arbeitswelten gestalten lassen, die den Bedürfnissen der Arbeitnehmenden gerecht werden und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen, präsentiert die ORGATEC vom 27. bis 30. Oktober 2026 in Köln.

Höheres Gehalt bleibt Motivationsfaktor Nummer 1

Für 71,2 Prozent der Befragten ist ein höheres Gehalt ein Anreiz, sich beruflich stärker zu engagieren oder mehr zu leisten. Damit liegt Geld deutlich vor anderen Motivationsfaktoren. 38,5 Prozent nennen Wertschätzung durch Vorgesetzte, 36,6 Prozent eine angenehme Arbeitsumgebung und 30,0 Prozent flexiblere Arbeitszeiten. Auch bei der Frage nach dem persönlich wichtigsten Motivationsfaktor liegt das Gehalt vorn: 51,1 Prozent derjenigen, die zuvor mindestens einen motivierenden Aspekt genannt haben, wählen ein höheres Gehalt als wichtigsten Anreiz.

Arbeitsumgebung beeinflusst fast zwei Drittel der Beschäftigten

Neben finanziellen Aspekten spielt auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes eine wichtige Rolle. So geben 63,5 Prozent der Befragten an, dass ihre konkrete Arbeitsumgebung, etwa die Bürogestaltung, Ausstattung und Atmosphäre, ihre Motivation eher stark oder sehr stark beeinflusst. Welche Anforderungen Beschäftigte an ihre Arbeitsumgebung stellen, sind dabei vielfältig: Bei denjenigen, deren Motivation von der Arbeitsumgebung beeinflusst wird, nennen 35,3 Prozent ein angenehmes Raumklima, 34,4 Prozent ergonomische Arbeitsplätze und eine gute Ausstattung. 33,7 Prozent wünschen sich moderne technische Ausstattung und 32,8 Prozent mehr Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten. Prof. Dr.-Ing. habil. Sascha Stowasser, Direktor des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V., ordnet ein: „Eine gute Arbeitsumgebung muss funktional, vor allem aber auch menschengerecht gestaltet sein. Angenehmes Raumklima, ergonomische Arbeitsplätze, moderne Technik und ausreichend Ruhe schaffen wichtige Voraussetzungen für Motivation, Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Zusammenarbeit.“

Büro weiterhin gefragt: Fast jeder Zweite bevorzugt den festen Arbeitsplatz

Homeoffice, hybride Arbeitsmodelle oder ein fester Arbeitsplatz beim Arbeitgeber? Die YouGov-Befragung zeigt, wo Beschäftigte nach eigener Einschätzung am motiviertesten und produktivsten arbeiten können. 47,7 Prozent der Befragten geben an, an einem festen Arbeitsort beim Arbeitgeber am besten arbeiten zu können. 21,1 Prozent bevorzugen einen Wechsel zwischen dem festen Arbeitsort und dem Homeoffice. Weitere 17,0 Prozent sehen sich überwiegend im Homeoffice als besonders engagiert, während 8,2 Prozent vor allem wechselnde Arbeitsorte bevorzugen. Damit bleibt der betriebliche Arbeitsplatz für viele Beschäftigte ein wichtiger Ort für motiviertes und produktives Arbeiten. Zugleich zeigen die unterschiedlichen Präferenzen, dass es keine Arbeitsumgebung gibt, die allen Bedürfnissen gleichermaßen gerecht wird. Gefragt sind Konzepte, die sowohl Zusammenarbeit und persönlichen Austausch als auch konzentriertes, individuelles Arbeiten ermöglichen.

Weniger Bürokratie statt mehr KI

Während künstliche Intelligenz als Produktivitätstreiber intensiv diskutiert wird, setzen die Beschäftigten andere Prioritäten: „Die wichtigsten Ansatzpunkte für produktiveres Arbeiten sehen die Befragten in besserer Organisation, weniger Bürokratie und weniger Unterbrechungen – deutlich häufiger als im Einsatz von KI“, sagt Stowasser. Für die Befragten beginnt produktiveres Arbeiten vor allem bei den täglichen Abläufen: 31,5 Prozent der Befragten sehen in einer besseren Arbeitsorganisation und effizienteren Prozessen einen der wichtigsten Hebel, um innerhalb ihrer bestehenden Arbeitszeit produktiver zu werden. 26,3 Prozent wünschen sich weniger Bürokratie und unnötige Abstimmungen, 25,9 Prozent nennen weniger Störungen und Unterbrechungen. Eine bessere Führung und schnellere Entscheidungen halten 23,5 Prozent für besonders wichtig; 20,4 Prozent nennen eine bessere Zusammenarbeit im Team. Der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Unterstützung der Arbeit wird dagegen lediglich von 8,4 Prozent als einer der wichtigsten Produktivitätsfaktoren genannt.

ORGATEC 2026: Arbeits- und Contract-Welten der Zukunft

Die Ergebnisse der YouGov-Befragung verdeutlichen: Bei der Gestaltung moderner Arbeitsumgebungen geht es um weit mehr als Design und Ästhetik. Entscheidend ist, wie gut Arbeitsräume die unterschiedlichen Bedürfnisse der Beschäftigten berücksichtigen und sie bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

Hier setzt die ORGATEC 2026 an. Unter dem Leitthema „From rooms to relationships: designing spaces in an ever-changing world“ zeigen rund 500 Aussteller aus etwa 40 Ländern, wie sich Arbeits- und Contract-Welten zukunftsfähig gestalten lassen. Im Mittelpunkt stehen Produkte, Raumkonzepte und adaptive Lösungen, die Zusammenarbeit und Zugehörigkeit fördern und auf sich wandelnde Anforderungen reagieren.

Ergänzt wird das Ausstellungsangebot durch ein vielseitiges Eventprogramm mit Highlights wie der Sonderausstellung zum Eames Pavilion System, dem Innovationspreis Architektur+ Office sowie dem Wherever Whenever – Work Culture Festival. Das vom Industrieverband Büro und Arbeitswelt e. V. (IBA) initiierte Festival bietet einen vielseitigen Mix aus Vorträgen, Diskussionen, Workshops, erlebbaren Ausstellungen und weiteren interaktiven Formaten und eröffnet neue Perspektiven auf das Büro und moderne Arbeitswelten.

Die Befragung

Die Daten basieren auf einer Online-Befragung der YouGov GmbH im Auftrag der ORGATEC (Koelnmesse GmbH). Vom 1. bis 7. Oktober 2026 wurden insgesamt 518 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne besondere Führungsverantwortung in Deutschland befragt. Die Erhebung wurde quotiert und die Ergebnisse nach Beschäftigtenanteil pro Unternehmensgröße, Geschlecht, Altersgruppen, Wirtschaftszweigen sowie regionaler Verteilung gewichtet. Bei entsprechenden Fragen waren Mehrfachnennungen möglich. Einzelne Ergebnisse beziehen sich auf Teilgruppen mit entsprechend abweichender Befragungsbasis.

Quelle: Koelnmesse GmbH