28. Januar 2020

O&O Baukunst gewinnt Wettbewerb zur Neugestaltung der Siemensstadt Berlin

(c) O&O Baukunst

Berlin (pm) – 18 Architektur- und Stadtplanungsbüros hatten Siemens und das Land Berlin zur Teilnahme eingeladen. Zwei Tage lang bewertete eine hochkarätig besetzte Jury die Entwürfe. Nun steht das Ergebnis fest: „Die Siemensstadt 2.0 wird nach einem Entwurf des Berliner Büros Ortner & Ortner Baukunst realisiert“, sagte der renommierte Architekt Stefan Behnisch, der die Jury-Sitzung geleitet hatte.

„Die Jury sieht in diesem Entwurf eine gute Grundlage für die Gestaltung der zukünftigen Siemensstadt. Er ist kein fertiges Bild, sondern er lässt Raum für notwendige Entwicklungen. Dies ist ein Entwurf, der respektvoll mit den historischen Gebäuden umgeht, und sie gleichzeitig in eine zeitgemäße Nutzung führt. Er erfüllt in großen Teilen die heutigen Bedingungen, lässt jedoch auch Raum für die künftigen Entwicklungen einer modernen, neuen Wohn- und Arbeitsstadt.“

 

Im Oktober 2018 hatte Siemens erstmals bekannt gegeben, seinen Traditionsstandort Siemensstadt in Berlin umzugestalten und das bislang geschlossene Industrieareal zu einem modernen und von vielfältiger Nutzung geprägten „Smart District“ zu entwickeln. Nur zehn Monate später startete bereits der städtebauliche Wettbewerb zur Umgestaltung des mit rund 70 Hektar etwa 100 Fußballfelder großen Areals in Berlin Spandau, auf dem 1897 der Grundstein zur damaligen Siemensstadt gelegt wurde. Unter dem Titel „Siemensstadt 2.0“ waren Architektur- und Stadtplanungsbüros aus Berlin, Deutschland und Europa zur Teilnahme eingeladen.

 

Im Rahmen der zweitägigen Jurysitzung wurden die Entwürfe nun von der 16-köpfigen Jury bewertet, die paritätisch mit Vertretern der Stadt Berlin sowie von Siemens besetzt war. Gemeinsam mit ihren Stellvertretern und mehr als 50 Sachverständigen beurteilten sie die Einreichungen nach verschiedensten Kriterien und wählten dann einstimmig das Konzept von O&O Baukunst zum Gewinner.

 

Der Siegerentwurf von O&O Baukunst setzt auf eine nachvollziehbare Einfachheit als städtebauliches Konzept. Dabei werden sämtliche Erdgeschosszonen zu einem durchgängigen und öffentlichen „Stadtgeschoss“ gestaltet. Das neue Zentrum bildet dabei ein prägnantes Hochhaus mit davor liegendem „Stadtplatz“. Zusätzliche 60-Meter-Bauten markieren an ausgewählten Positionen die Eingänge zum Areal. Die Schaltwerkhallen werden zum Teil für öffentliche und kulturelle Nutzung umgestaltet, das Schaltwerkhochhaus soll neben Büros auch Wohnungen und ein Hotel enthalten.

 

Besonders beeindruckte die Jury dabei das neue Zentrum, das durch das zentrale Hochhaus entsteht. Lange Straßen und Achsen werden so vermieden, innerhalb des Areals entstehen unterschiedlich große Freiräume und Teilbereiche, die mit mehr oder weniger Wohnnutzung gemischt genutzte Quartiere bilden.
(c) O&O Baukunst
Wörtlich sagten die Jury-Mitglieder:

 

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin: „Es war ein hochspannender, hochprofessioneller Wettbewerb. Berlin darf sich auf ein neues, innovatives Stadtquartier freuen, dass in besonderer Weise Potentiale und Chancen nutzt. Wir haben uns für einen Entwurf entschieden, der künftig die Gestaltung der Siemensstadt 2.0 leiten wird. Einen Entwurf, der unsere Ansprüche in außergewöhnlicher Weise berücksichtigt und gleichzeitig Raum lässt für neue Gedanken und Entwicklungen, für Wissenschaft und Forschung, für Zukunft.“

 

Cedrik Neike, Vorstand der Siemens AG: „Heute haben wir einen weiteren Meilenstein erreicht, aus der historischen Industrie-Ikone Siemens in Spandau einen Berliner Zukunftsort zu gestalten. Es wird ein neuer, lebenswerter Stadtteil entstehen, in dem die Bürger wohnen, arbeiten, lernen und forschen können. Wir holen den Kiez zu uns in die Siemensstadt. Wir holen Berlin und die Welt zu uns.“

 

Prof. Dr. Ralf P. Thomas, Finanzvorstand der Siemens AG: „Die Siemens AG wird hier in den kommenden Jahren mit bis zu 600 Millionen Euro in einen Zukunftsstandort investieren, der weit über die Grenzen von Berlin hinaus Strahlkraft entwickeln wird.“

 

Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeister von Spandau: „Die Zukunft von Spandau ist heute entscheidend geprägt worden. Ein geschlossenes Industrieareal wird sich zukünftig für die Bürgerinnen und Bürger öffnen. Leben und Arbeiten finden eine sinnvolle Verbindung und es wird eine attraktive soziale Infrastruktur geben.“

 

Als Smart District, der im Betrieb CO2-neutral arbeitet, werden in der Siemensstadt 2.0 künftig die Grenzen zwischen traditionell nebeneinander stattfindenden Lebensbereichen überbrückt und Forschung, Technologie, Innovation sowie Arbeiten, Produzieren und Wohnen miteinander vereint. Dabei sollen innovative Mobilitätskonzepte und Lösungen des Klimaschutzes genauso eingebracht werden, wie Möglichkeiten der Digitalisierung, die das Internet of Things oder Künstliche Intelligenz eröffnen. Nach den nun anstehenden, weiteren Planungs- und Genehmigungsschritten sollen bereits 2022 die ersten Bauarbeiten beginnen.

 

Der Siegerentwurf von O&O Baukunst mit capatti staubach Urbane Landschaften ist der städtebauliche Entwurf des Masterplans für das Projekt Siemensstadt 2.0. Er wird in den kommenden Tagen in der historischen Mosaikhalle des zentralen Verwaltungsgebäudes auf dem Gelände öffentlich ausgestellt.

 

Pressemitteilung: Siemens AG