7. September 2026

NRW-Baugenehmigungen: Wohnungswirtschaft warnt vor anhaltender Neubaukrise

Düsseldorf (pm) – Die Zahl der Baugenehmigungen in Nordrhein-Westfalen ist im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes IT.NRW wurden 20.191 Wohnungen genehmigt (2025: 20.489). Das entspricht einem Rückgang um 1,5 Prozent beziehungsweise knapp 300 Wohnungen.

Dazu erklärt Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen:

„Das starke zweite Halbjahr 2025 hatte durch einen regelrechten Genehmigungssprint Hoffnung auf eine Trendwende gemacht. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass sich diese Entwicklung bislang nicht verstetigt hat. Stattdessen fällt der Wohnungsbau wieder auf das niedrige Niveau der Vorjahre zurück.

Die Entwicklung fällt dabei regional unterschiedlich aus. Während die Zahl der Baugenehmigungen in den Regierungsbezirken Köln (5.980; +8,0 Prozent) und Münster (3.786; +3,6 Prozent) gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist, gab es in anderen Landesteilen Rückgänge. Für belastbare Aussagen zum weiteren Jahresverlauf ist es deshalb noch zu früh.

Die Ursachen lassen sich aus den Zahlen nicht eindeutig ablesen. Besonders problematisch bleibt jedoch die Entwicklung im Geschosswohnungsbau. Im ersten Halbjahr 2026 wurden lediglich 10.938 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit drei und mehr Wohnungen genehmigt (2025: 12.286). Das entspricht einem Rückgang von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Mehr als jede zweite genehmigte Wohnung entfällt weiterhin auf dieses Segment.

Für Wohnungssuchende sind das keine guten Nachrichten. Die Folgen der Neubaukrise sind längst sichtbar: Die Zahl der von VdW-Mitgliedsunternehmen fertiggestellten Wohnungen ist zuletzt um mehr als 30 Prozent zurückgegangen. Für viele Menschen wird es dadurch immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Hinzu kommt: Eine Baugenehmigung bedeutet noch keine gebaute Wohnung. Hohe Baukosten, wirtschaftliche Unsicherheiten und schwierige Finanzierungsbedingungen erschweren Investitionen erheblich. Deshalb bleiben verlässliche Förderprogramme, schnellere Genehmigungsverfahren und dauerhaft investitionsfreundliche Rahmenbedingungen unverzichtbar – Nordrhein-Westfalen belegt, dass eine starke öffentliche Wohnraumförderung und die neue Landesbauordnung den Wohnungsbau wirksam ankurbeln können.“

Quelle: Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen