Hamburg (pm) – Die Stadt Hamburg plant im Bezirk Eimsbüttel an der Holsteiner Chaussee 345 eine innovative Campusschule, die den prognostizierten Zuwachs von Schülerinnen und Schülern von rund 19,5 Prozent bis zum Jahr 2030 berücksichtigt. Diese Planung ist jetzt einen wichtigen Schritt vorangekommen: Nach einer breiten Ausschreibung wurde das Hamburger Bauunternehmen Otto Wulff als Totalunternehmer beauftragt. Das Unternehmen wird die Planung im Auftrag von SBH | Schulbau Hamburg eigenständig finalisieren und den Neubau schlüsselfertig realisieren. Der Baubeginn ist für 2027 geplant, die Fertigstellung für das Schuljahr 2028/2029. Die Stadt wird in den neuen Standort rund 81 Millionen Euro investieren.
Ksenija Bekeris, Senatorin für Schule, Familie und Berufsbildung: „Dank des neuen Schulcampus eröffnen wir unseren Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten, sich in einem modernen und inspirierenden Umfeld zu entfalten. Offene Lernlandschaften, multifunktionale Fachräume und großzügige Außenanlagen bieten beste Voraussetzungen für projektorientiertes und selbstgesteuertes Lernen. Damit ermöglichen wir nicht nur eine zeitgemäße Bildung, sondern stärken auch das Miteinander und die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder am Standort. So setzen wir ein starkes Zeichen für die Zukunftsfähigkeit und Attraktivität des Bildungsstandorts Hamburg.“
Dr. Andreas Dressel, Senator für Finanzen und Bezirke: „Mit dem neuen Schulcampus in Schnelsen investieren wir gezielt in die Zukunft unserer Stadt und schaffen beste Voraussetzungen für modernes Lernen und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die rund 81 Millionen Euro, die wir hier in nachhaltige Architektur, flexible Lernlandschaften und hochwertige Sportanlagen investieren, sind ein starkes Signal für Hamburgs Bildungs- und Stadtentwicklung. Besonders freut mich, dass wir mit innovativen Baukonzepten und einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten einen Bildungsstandort schaffen, der nicht nur den steigenden Schülerzahlen gerecht wird, sondern auch als ein Treffpunkt im Quartier werden kann. So machen wir Hamburg fit für die Herausforderungen von morgen.“
Mandy Herrmann, Sprecherin der Geschäftsführung von SBH | Schulbau Hamburg: „Der Campus wird als Prototyp modularer Bauweise realisiert, um Flexibilität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Das Besondere: Die Planung ist reproduzierbar und kann auf weitere Standorte übertragen werden, was einen echten Meilenstein für den Schulbau in Hamburg bedeutet. Wir sind stolz auf die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten und die innovative Planung, die nicht nur einen funktionalen und nachhaltigen Campus ermöglichen, sondern der auch den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer optimal entspricht.“
Details zum Projekt
Der Neubau umfasst eine vierzügige Stadtteilschule sowie ein dreizügiges Gymnasium mit umfangreichen Außenanlagen auf einem circa 2,7 Hektar großen Grundstück. Die Mietfläche umfasst etwa 15.000 Quadratmeter, darunter Unterrichtsflächen, eine Freilufthalle, eine Dreifeld-Halle, eine Gymnastikhalle, drei Mehrzweckfelder, eine Rundlaufbahn, eine Laufstrecke sowie eine Weitsprunggrube. Pädagogisch setzt der Campus auf offene Lernlandschaften, projektorientiertes und selbstgesteuertes Lernen sowie multifunktionale Fachräume, die die Schulgemeinschaft stärken. Die Freianlagen werden barrierefrei gestaltet und bieten vielfältige Nutzungszonen für Sport, Naturerfahrung und Rückzugsmöglichkeiten. Die Anbindung an das Quartier erfolgt über neue Rad- und Fußwege, um die Integration in die Nachbarschaft zu fördern. Ziel ist es, einen zukunftsfähigen Bildungsstandort zu schaffen, der nicht nur den pädagogischen Anforderungen gerecht wird, sondern auch als sozialer Treffpunkt und kulturelles Zentrum im Stadtteil fungiert.
Um hohe Nachhaltigkeitsstandards zu erfüllen, werden Photovoltaikanlagen, extensive Dachbegrünung und Maßnahmen zur Regenwasserretention eingesetzt. Zusätzliche Sonderleistungen bei diesem Holzhybridbauprojekt umfassen unter anderem eine „Waschstraße“ zur Händehygiene in der Mensa, ein Schulcafé mit Einbauküche sowie erweiterte Fach- und Werkhallen für Textil, Holz, Metall und Neue Medien. Ergänzend für den Schul- und Vereinssport erhält die Dreifeld-Sporthalle eine Klapptribüne für bis zu 199 Personen, einen zusätzlicher Geräteraum, eine Turnierbeleuchtung und Materialschränke. Der Investitionsmehrbedarf für diese Einbauten für den Vereinssport beläuft sich auf rund 1,125 Millionen Euro brutto und wird gemeinschaftlich aus Sport-Jury-Mitteln der Hamburgischen Bürgerschaft, dem Investiven Quartiersfonds und RISE-Mitteln finanziert.
Vorangegangene Planungsschritte des Projekts
Die Planungen für den Campus hat das stadteigene Bildungsbauunternehmen SBH | Schulbau Hamburg in enger Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern der Schulen, der Schulbehörde, dem Bezirksamt sowie weiterer Expert:innen entwickelt. Der aktuellen Beauftragung vorausgegangen war bereits eine so genannte städtebauliche Mehrfachbeauftragung, bei der das Konzept des Büros Renner Hainke Wirth Zirn Architekten GmbH in Kooperation mit Lichtenstein Landschaftsarchitektur & Stadtplanung PartGmbB als bestmögliche Lösung ausgewählt wurde. Der Entwurf integriert sowohl den vorhandenen Baumbestand als auch Lärmschutz für die Nachbarschaft. Renner Hainke Wirth Zirn Architekten GmbH ist auch weiterhin das planende Architektenbüro gemeinsam mit Otto Wulff Bauunternehmung.
Mit dem Neubau der Campusschule Schnelsen setzt Hamburg ein zukunftsweisendes Bildungsprojekt um, das den steigenden Anforderungen an Schulkapazitäten und pädagogischen Konzepten gerecht wird. Die Kombination aus moderner Architektur, nachhaltiger Bauweise und sozialer Integration macht den Campus zu einem Leuchtturmprojekt für Hamburgs Bildungslandschaft. Die Fertigstellung ist für das Schuljahr 2028/29 geplant.
Quelle: Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung Hamburg