26. Oktober 2021

Neue Studie: Graue Energie von Dämmmaßnahmen in Ökobilanz vernachlässigbar

„Wärmedämmung: Graue Energie und CO2 im Vergleich zur Einsparung im Lebenszyklus“ (c) Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle e.V.

Berlin (pm) – Die Experten des Forschungsinstituts Wärmeschutz e.V. München (FIW) haben die benötigte Energie bzw. CO2-Emissionen für die Herstellung von Dämmstoffen mit den energetischen Einsparungen über die gesamte Lebensdauer verglichen. Das Ergebnis der Studie „Graue Energie und Graue Emissionen von Dämmstoffen im Vergleich zum Einsparpotential“: Die Einsparungen sind immer größer, unabhängig vom energetischen Zustand des Bauteils vor und nach der Dämmmaßnahme sowie vom Energieträger, welcher für die Beheizung verwendet wird.

Graue Energie amortisiert sich meist innerhalb weniger Monate

Die untersuchten Dämmstoffe sparen in ihrer Nutzungsphase – in der Studie 40 Jahre, doch in der Praxis meist auch länger – ein Vielfaches mehr an CO2 und Energie ein, als bei ihrer Herstellung emittiert bzw. benötigt wird. In der Regel amortisieren sich „Graue Energie“ und „Graue Emissionen“ innerhalb weniger Monate. Somit lässt sich ableiten, dass die Graue Energie der Dämmung bei den Modernisierungsmaßnahmen und der Ökobilanz des Gebäudes vernachlässigbar gering ist.

Dämmung ist aus gesamtenergetischer Sicht immer ein Gewinn

Die energetische Modernisierung der Gebäudehülle ist der wichtigste Hebel, um die Klimaschutzziele im Gebäudebestand in Deutschland zu erreichen: Sie reduziert effizient Wärmeverluste und damit den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen während des gesamten Gebäudelebens. „Es ist ein ganz eindeutiges Ergebnis: Dämmen ist aus nachhaltiger und gesamtenergetischer Sicht stets ein Gewinn. Ohne eine Verdopplung der Sanierungsrate und die Ertüchtigung der Gebäudehüllen wird Deutschland sein Klimaziel, bis 2045 treibhausgasneutral zu sein, deutlich verfehlen“, sagt der Geschäftsführer des Bundesverbandes energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG) Jan-Peter Hinrichs.

Ökobilanz verbessert sich nochmals mit dem Ausbau regenerativer Energien

In Zukunft werden außerdem immer mehr regenerative Energiequellen für die Beheizung von Gebäuden genutzt. Diese Entwicklung der Dekarbonisierung der Energieversorgung wird sich auch positiv auf die Ökobilanz von Bauprodukten wie beispielsweise Dämmstoff auswirken, da in der Produktion die Graue Energie und Graue Emissionen gesenkt werden. Der Leiter des FIW, Prof. Andreas Holm dazu: „Somit ist sogar zu erwarten, dass die durch Dämmmaßnahmen erzielten Einsparungen noch größer sind.“

„Die neue Studie zeigt den richtigen Weg für die Politik in Richtung Klimaneutralität auf und liefert die wichtige Erkenntnis, dass die Graue Energie von Dämmstoffen vernachlässigbar ist“, so Jan Peter Hinrichs abschließend.

Zur Studie:

Die Studie „Graue Energie und Graue Emissionen von Dämmstoffen im Vergleich zum Einsparpotential“ wurde vom Forschungsinstitut Wärmeschutz e.V. München im Auftrag erstellt von: BuVEG Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle e.V., FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V., FPX Fachvereinigung Extruderschaumstoff e.V., IVH Industrieverband Hartschaum e.V., IVPU Industrieverband Polyurethan-Hartschaum e.V.

Die FIW-Experten haben in ihrer aktuellen Studie die etablierten Dämmstoffe EPS, PUR, XPS und Mineralwolle in ihre Berechnungen einbezogen.

Pressemitteilung: Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle e.V.